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Diagnose einer Blinddarmentzündung

Das wichtigste Diagnoseinstrument bei einer Blinddarmentzündung ist das sogenannte klinische Bild. Dies bezeichnet den Mix aus dem Befinden des Patienten und typischen Krankheitssymptomen. Charakteristisch für die Blinddarmentzündung ist ihr unvermittelter Beginn. Wie aus heiterem Himmel verspürt der Patient eine plötzliche Übelkeit. Häufig ist diese gepaart mit Brechreiz und Appetitlosigkeit, manchmal auch Verstopfung.

Im weiteren Verlauf können schon nach kurzer Zeit kolikartige Bauchschmerzen hinzukommen. Typischer Weise beginnen diese zunächst in der oberen Bauchgegend oder auch rund um den Nabel. Später verstärken sie sich auf den rechten Unterbauch und damit dorthin, wo der Blinddarm und der von ihm abgehende, entzündete Wurmfortsatz, der sogenannte Appendix, im Körperinneren angesiedelt sind. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Je nachdem, wie lang der Blinddarm ist und wo genau er im Körper liegt, was von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein kann, treten die Schmerzen auch an anderer Stelle im Unterbauch auf und werden daher nicht immer direkt mit einer Blinddarmentzündung in Verbindung gebracht.

Bauchschmerzen und Fieber bei einer Blinddarmentzündung

Auch ist es möglich, dass die von einer Blinddarmentzündung ausgehenden Schmerzen in ganz andere Körperbereiche ausstrahlen. So können diese sich etwa auf den unteren Rücken oder die Bauchpartie rund um das Zwerchfell konzentrieren. Dies kann eine eindeutige Diagnose einer Blinddarmentzündung erschweren.

Hinzu kommt, dass gerade jüngere Kinder und Heranwachsende, die von einer Blinddarmentzündung besonders häufig betroffen sind, die Schmerzen nicht immer genau lokalisieren und beschreiben können. Besonders riskant ist dies, wenn Kleinkinder und Säuglinge betroffen sind, da bei ihnen ein erhöhtes Risiko für ein schnelles Fortschreiten der Blinddarmentzündung bis hin zum Blinddarmdurchbruch besteht.

Kritisch ist auch eine Diagnose einer Blinddarmentzündung bei alten Patienten, da die typischen Symptome bei ihnen gelegentlich nur schwach auftreten. Neben Bauchschmerzen gehören auch Fieber mit Temperaturen bis 39 Grad, eine weiß belegte Zunge und eine gespannte harte Bauchdecke zu den typischen Krankheitszeichen einer Blinddarmentzündung.

Symptome einer Blinddarmentzündung nicht immer eindeutig

Diese lehrbuchmäßige Summe von Symptomen einer Blinddarmentzündung weisen jedoch nicht alle Patienten gleichermaßen auf. In rund fünfzig Prozent der Fälle treffen alle Krankheitszeichen zu. Im Verdachtsfall sollte daher unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Anhand einiger gezielter Untersuchungsgriffe kann dieser die Diagnose Blinddarmentzündung sichern.

Ein typisches Indiz für eine Blinddarmentzündung ist der sogenannte Loslasschmerz, im medizinischen Fachjargon auch Blumberg-Zeichen genannt. Dieser wird hervorgerufen, wenn der Untersuchende mit seinen Händen auf den rechten Unterbauch drückt und dann plötzlich loslässt. Bei einer fortgeschrittenen Blinddarmentzündung ist dieser stechende Schmerz auch dann zu spüren, wenn die linke Bauchhälfte eingedrückt und wieder losgelassen wird. In einem solchen Fall spricht man von einem gekreuzten oder kontralateralen Loslasschmerz.

Blinddarmentzündung: Stechende Schmerzen beim Abtasten

Ein weiterer typischer Tastbefund äußert sich beim Vorliegen einer Blinddarmentzündung in dem sogenannten Rovsing-Zeichen. Dabei streicht der Arzt mit der Hand den Dickdarm in Richtung des rechten Unterbauchs aus und provoziert so ebenfalls einen stechenden Schmerz.

Weitere Stellen, an denen der Erkrankte im Falle einer Blinddarmentzündung besonders empfindlich auf ein Abtasten reagiert, sind der McBurney-, der Lanz- und der Lenzmann-Punkt. Benannt nach dem Vater der Blinddarmoperation findet sich der McBurney-Punkt, der auf der gedachten Mittellinie zwischen Darmbeinschaufel und Nabel liegt und damit dort, wo sich in der Regel der Übergang zwischen dem Blinddarm und seinem Wurmfortsatz befindet.

Etwas links unterhalb davon tastet sich der Lanz-Punkt, der in etwa die Spitze des unter der Bauchdecke liegenden Appendix markiert. Fünf Zentimeter vom rechten Darmbeinstachel entfernt findet sich schließlich der Lenzmann-Punkt. Das Sitkowski-Zeichen bezeichnet einen Dehnungsschmerz, den der Patient verspürt, wenn man ihn auf die linke Seite dreht. Der Schmerz, den ein Patient bei einer Blinddarmentzündung typischerweise beim Anheben des rechten Beines gegen einen Wiederstand spürt, bezeichnet man im Fachjargon als Psoas-Zeichen.

Weitere Untersuchungen

Manche Kinderärzte lassen ihre kleinen Patienten auf dem rechten Bein hüpfen. Schmerzt dies, werten sie auch das als Hinweis für eine Blinddarmentzündung. Ähnliches gilt für ein gesteigertes Schmerzempfinden bei einer rektalen Untersuchung. Dabei tastet der Arzt die Blinddarmregion von innen durch den After ab.

Auch ein Laborbefund oder eine Ultraschalluntersuchung können Aufschluss bei der Diagnose einer Blinddarmentzündung geben. Seltener zum Einsatz kommen Röntgen und Computertomografie bei einer Blinddarmentzündung. Differenzialdiagnostisch schließt der Arzt dabei andere Ursachen für eine akute Bauchentzündung aus.

Katharina Onusseit

25.06.15

Diagnose