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Brustwarzentattoos: Der besondere Nadelstich

Während für die meisten ein Tattoo eine nicht notwendige Verschönerung ihres Körpers bedeutet, profitieren Frauen nach einer Brustkrebsoperation in ganz besonderer Weise vom bunten Nadelstich. Seit einigen Jahren ist es möglich, die Brustwarze nach einer Operation mit einer Tätowierung zu rekonstruieren.

Patientinnen hilft solch ein Tattoo vor allem dabei, das Selbstwertgefühl zu steigern, sich wieder ganz zu fühlen, etwa dann, wenn die Brust abgenommen wurde, wenn bei der Operation die Brustwarze entfernt oder verändert wurde. Wurden die Brustwarze (Mamilla) rekonstruiert, kann der Warzenvorhof mithilfe eines Tattoos farblich an den der gesunden Brust angepasst werden.

Eine Tätowierung kann erst dann vorgenommen werden, wenn die Narben auf der Brust vollständig verheilt sind. Dies ist in der Regel nach etwa sechs bis neun Monaten der Fall. Patientinnen sollten immer mit ihrem Arzt besprechen, wann die Heilung abgeschlossen ist.

Spezialisierte Tätowierer aufsuchen

Wer seine Brustwarze und oder seinen Warzenhof tätowieren lassen will, sollte sich auf die Suche nach einem Experten auf diesem Gebiet machen. Denn: Tattoo ist nicht gleich Tattoo. Vor allem dann nicht, wenn sich Narbengewebe an der Stelle befindet, die tätowiert werden soll. Denn Narben reagieren anders auf die in die Haut eingebrachten Farbpigmente als gesunde Haut. Gleiches gilt für eine rekonstruierte Brustwarze.

Frauen, die sich für eine solche Tätowierung entscheiden, müssen mit einer Sitzung von rund zwei bis drei Stunden rechnen. Bevor der Tätowierer mit dem Aufbringen der Farbe beginnt, sucht er gemeinsam mit der Betroffenen eine Brustwarzen-Vorlage aus, die dann abgezeichnet und auf die Haut gepaust wird. Hierbei ist es wichtig, dass die Brustwarze die richtige Position hat, damit das Erscheinungsbild in Kombination mit der anderen Brust harmonisch wirkt. Auch die Wahl der richtigen Farbe ist wichtig, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen.

Die Kosten von etwa 900 Euro können von den Krankenkassen übernommen werden, sofern Patientinnen vorher einen Antrag stellen. Zwar ist ein Brustwarzentattoo nach einer Krebserkrankung keine Regelleistung der Krankenkassen, häufig werden die Kosten aber erstattet.

Es ist auch möglich, auf eine Rekonstruktion der Brust zu verzichten und sich stattdessen ein Tattoo stechen zu lassen. Tattoo-Künstler können Brustkrebs-Narben in Kunstwerke verwandeln. Hierfür es wichtig, sich an einen Tätowierer zu wenden, der Erfahrung mit Narbengewebe hat.

Quelle: Leben? Leben! 1/2019

19.06.19