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Diabetes: Hautpflege in der kalten Jahreszeit

Trockene Haut, Juckreiz und Wunden stehen für viele Menschen mit Diabetes an der Tagesordnung. Die empfindliche Haut von Diabetespatienten sollte im Winter gut gepflegt werden.

Menschen mit Diabetes leiden oft unter Problemen mit der Haut, denn die Haut wird im Krankheitsverlauf oft dünner und trockener. Zudem wird die Steuerung der Schweiß- und Talgdrüsen beeinträchtigt und die Hornzellen der Oberhaut können nicht richtig ausreifen. Diese Probleme zeigen sich v. a. an Beinen und Füßen – die Haut beginnt zu jucken, sie verliert Feuchtigkeit, trocknet aus und verliert ihre Elastizität. Das bedeutet für Diabetespatienten, dass sie ein besonderes Augenmerk auf die Hautpflege legen sowie konsequent und mit passenden Produkten arbeiten sollten, um ihre Haut gesund zu erhalten. Das gilt nicht nur, aber besonders, für die kalte Jahreszeit. Einerseits gelingt das mit der passenden Ernährung und einem optimalen Management der Blutzuckerwerte. Andererseits sollten sie auch darauf achten, nur mit lauwarmem Wasser zu duschen. Zudem ist es ratsam, nur milde und unparfümierte Seifen und Shampoos zu verwenden.

Kälteschutz bei Diabetes

So empfiehlt es sich, an besonders frostigen Tagen bei Aktivitäten im Freien eine Kälteschutzcreme aufzutragen. Diese sollte zusätzlich einen Lichtschutzfaktor von 30 bis 50 haben. Wichtig ist, die Creme bei Rückkehr in die warme Wohnung wieder zu entfernen, da es sonst zu einem Wärmestau auf der Haut kommen kann. Auch die Lippen sollten Menschen mit Diabetes schützen, im besten Fall mit einem Pflegestift mit natürlichen Wachsen und hochwertigen Pflegeölen. Laut aktive-diabetiker.at eignen sich für Diabetespatienten zur Hautpflege am besten natürliche Fette, wie etwa Wollwachs (Lanolin). Denn diese lagern sich so in die Haut ein wie auch körpereigene Fette und binden dadurch reichlich Wasser.

Salben mit hohem Fettgehalt verwenden

Ebenso wesentlich ist es für Menschen mit Diabetes, ihre Haut sauber und trocken zu halten. Sie können z. B. in den Achselhöhlen oder der Leistengegend, wo Haut auf Haut trifft, Talkumpuder verwenden. Hilfreich zur Pflege der Haut sind auch feuchtigkeitsspendende Seifen und Hautlotionen. Zudem sollte bei trockener Haut vermieden werden, rissige Stellen aufzukratzen. Wenn es doch einmal passieren sollte, sind Wunden sofort zu behandeln.

Menschen mit Diabetes sollten im Winter zur Pflege von Gesicht und Körper ölhaltige Salben verwenden, deren Fettgehalt größer als der Wassergehalt ist. Während das Gesicht nur morgens und abends eine dünne Schicht Salbe benötigt, sollte die Pflege auf Arme und Beine großzügig aufgetragen werden. Vor dem Schlafengehen empfiehlt es sich zudem, raue Stellen, wie etwa Ellbogen oder auch Schienbeine, großzügig einzucremen, um Austrocknung und Jucken vorzubeugen. Sehr gut eignen sich hier Salben mit einem hohen Harnstoffgehalt.

Das gilt auch für die Füße, die Betroffene mit Diabetes im Winter vor dem Schlafengehen eincremen sollten, dann Socken darüber anziehen und zu Bett gehen. Dadurch können reichhaltige Salben, die Harnstoff enthalten, gut einziehen und die Haut an den Fersen und Zehen geschmeidig halten. Ebenso regelmäßig eincremen sollte man die Hände, vor allem nach dem Händewaschen.

Im Winter regelmäßig pflegen und Trockenheit vermeiden

Abgesehen von den Lippen und den Stellen, die bei Aufenthalten im Freien exponiert sind, gilt es für Menschen mit Diabetes auch auf andere Körperbereiche zu achten. Die Hände, Knie, Unterschenkel und Füße bedürfen z. B. besonderer Pflege – und das regelmäßig. Phasen der Trockenheit sollten grundsätzlich vermieden werden, denn nur dann regeneriert sich die Haut und die Schutzbarriere wird wieder aufgebaut. Vernachlässigen Menschen mit Diabetes die Pflege, kann es besonders im Winter vermehrt zu Spannungsgefühl, Jucken, aber auch zu Einrissen der Haut und Ekzemen kommen, wodurch Krankheitserreger eindringen können. Mit antiseptischen Salben können die Wunden behandelt werden, um ein Eindringen von Krankheitserregern zu verhindern. „Unsere Haut ist ein Wärmeregulationsorgan. Sie muss im Winter die Durchblutung drosseln, damit weniger Wärme verloren geht“, erklärt Dr. Josef Auböck, Linz, unter forumgesundheit.at. Der Stoffwechsel der Haut verändert sich also bei Kälte und die Funktion der Talgdrüsen, die die Haut mit einer Fettschicht schützen, ist verringert. Bei Diabetespatienten, die ohnehin schon zu trockener Haut neigen, führt das dann vermehrt zu Problemen.

Wesentlich ist für Menschen mit Diabetes auch die richtige Ernährung, da die Haut auf Vitamine und Mineralstoffe angewiesen ist. Es ist wichtig, Obst, Gemüse und Salat zu essen und ungesüßte Kräutertees und Wasser zu trinken.

Die richtige Handpflege

Nicht nur die Haut im Gesicht, auch unsere Hände leiden unter dem Wechsel aus Kälte und Wärme im Winter. Schnell wird die Haut trocken und rissig oder es bilden sich Ekzeme. Menschen mit Diabetes sollten daher auch auf eine gute Handpflege im Winter achten. Laut Apotheken Umschau eignen sich hierfür Handcremes mit Wasser-in-Öl-Emulsionen. Diese sind reichhaltiger als normale Feuchtigkeitscremes und schützen die Haut mit einem Film. Beim Eincremen sollte man darauf achten, auch den Handrücken gut mit Creme zu versorgen.

Empfehlenswerte Inhaltsstoffe sind Harnstoff (Urea) oder Wirkstoffe, die Feuchtigkeit in der Haut binden, wie beispielsweise Aloe vera. Hochwertige Fette können Bienenwachs, Sheabutter oder Avocadoöl liefern. Wenn die Hände stark strapaziert sind und sich Risse gebildet haben, sind Panthenol, Allantoin oder Zink wohltuend.

Quellen:
Befund Diabetes 4/2018
Befund Diabetes Österreich 2/2018
Befund Diabetes Österreich 2/2017

29.10.19