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Mit Diabetes in der Schule und auf Klassenfahrt

Rund 30.500 Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre sind nach Angaben von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe an Typ-1-Diabetes erkrankt. Um ihren Diabetes zu managen, müssen sie mehrmals am Tag ihren Blutzucker messen und ihre Mahlzeiten anpassen sowie die richtige Dosis Insulin spritzen oder an ihrer Pumpe einstellen. Dies fällt Kindern, die in der Grundschule sind, häufig noch schwer. Und anders als vorher im Kindergarten ist es unter Umständen nicht mehr möglich oder sinnvoll, dass die Eltern in die Schule kommen und das Kind bei der Diabetestherapie unterstützen. Zudem sind Lehrkräfte in der Regel nicht zum Thema Diabetes geschult.

So ist der Übergang von Kindergarten zu Schule für viele Eltern mit Sorgen verbunden – denn neben dem Diabetes kommen ja noch die Umstellungen des Schulalltags hinzu wie neue Lehrer, Klassenkameraden und die Anforderungen des Unterrichts.

Pflegedienst oder Integrationshilfe

Welche Möglichkeiten gibt es also für Kinder mit Diabetes in der Schule? Eine Option ist es, einen ambulanten Kinderpflegedienst zu engagieren, der zu fest vereinbarten Zeiten die Behandlung in der Schule überprüft oder sie durchführt, so diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Eine solcher Pflegedienst wird bei Bedarf vom Kinderdiabetologen verordnet und bei der Krankenkasse beantragt. Eine weitere Möglichkeit ist ein sogenannter Schulbegleiter (nach SGB XII § 53/54 Eingliederungshilfe), in der Regel sind dies pädagogische oder pflegerische Fachkräfte, die das Kind im Unterricht begleiten. Sie werden auch Schulhelfer, Schulassistenz oder Integrationshilfe genannt. Ein Schulbegleiter kann das Kind in der täglichen Diabetestherapie unterstützen und auch zu Ausflügen und Klassenfahrten mitkommen. Allerdings besteht für ihn keine Pflicht, den Blutzucker zu messen oder Injektionen zu verabreichen.

In der Regel wird eine solche Hilfe über das Sozialamt finanziert, allerdings regelt das Sozialgesetzbuch nicht eindeutig, welche staatlichen Institutionen und Behörden für die Beantragung und Bewilligung der jeweiligen Hilfen zuständig sind, so diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Die Organisation hat deshalb im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) eine einheitliche Regelung gefordert, wie betroffenen Familien geholfen werden kann und wer die Kosten übernimmt.

Klassenfahrt und Ausflüge auch für Kinder mit Diabetes

Abseits von gesetzlichen Möglichkeiten ist es für Eltern in jedem Fall sinnvoll, mit den Lehrern zu sprechen und zusammenzuarbeiten und die Kinder soweit fit zu machen, dass sie möglichst selbstständig ihren Diabetes managen können. Dies spielt insbesondere bei mehrtägigen Klassenfahrten eine Rolle, denn auch Kinder mit Diabetes können und sollten alle normalen Klassenaktivitäten mitmachen und nicht von Ausflügen und Klassenreisen ausgeschlossen werden. Hier ist es zwar manchmal, insbesondere in der Grundschulzeit, möglich, dass Eltern das Kind begleiten. Später ist dies jedoch vom eigenen Nachwuchs nicht immer gewünscht und aus pädagogischer Sicht auch nicht unbedingt sinnvoll. Geht es bei solchen Schulfahrten doch auch darum, dass das Kind einige Tage ohne Eltern verreist und Zeit mit seinen Klassenkameraden abseits von Mama und Papa verbringt.

So klappt es mit der Klassenfahrt

Zur Vorbereitung auf Ausflüge und Klassenfahrten sollten Eltern daher zunächst mit den Lehrern das Gespräch suchen und erklären, worauf zu achten ist. Wenn das Kind im Umgang mit dem Diabetes so selbstständig ist, dass es ohne Eltern oder Schulbegleiter fahren kann, ist täglicher Kontakt per Telefon mit den Eltern eine Möglichkeit, damit das Kind die Therapie auch allein durchführen kann, informiert diabetesDE in der Broschüre „Kinder mit Diabetes in der Schule“. Wichtig ist es auch das Kind daran zu erinnern, dass es bei Wanderungen oder anstrengenden Aktivitäten zu Unterzuckerungen kommen kann – es sollte daher seinen Blutzucker regelmäßig messen, die Mahlzeiten einnehmen und Traubenzucker dabei haben.

Quelle: Befund Diabetes 1/2019

04.06.19