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Diabetische Nervenstörung – das sind die Symptome

Eine diabetische Nervenstörung, auch Neuropathie genannt, kann sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen. Hierbei kommt es auch darauf an, welches Nervensystem von der Neuropathie betroffen ist – das periphere Nervensystem, bei dem oft die motorischen Nerven der Arme oder Beine betroffen sind, oder das vegetative bzw. autonome Nervensystem, das beispielsweise die Arbeit von Organe regelt.

Schmerzen in Beinen und Füßen

Bei sensomotorischen Nervenstörungen können in Armen, Händen, Beinen und Füßen brennende, bohrende Schmerzen, Kribbeln, Ameisenlaufen, Pelzigkeitsgefühl, Taubheitsgefühle oder eine verringerte Empfindlichkeit auf hohe oder kalte Temperaturen bzw. eine verringerte Schmerzempfindlichkeit auftreten.

Eine sensomotorische Neuropathie beginnt meist in den unteren Extremitäten wie Zehen, Füßen oder Unterschenkeln und wandert weiter nach oben. Oft verspüren Betroffene die Symptome stärker bei Ruhe, bei Bewegung werden sie weniger. Wenn die Beine involviert sind, kann es auch zu Stolpern und Gangunsicherheiten kommen.

Autonomes Nervensystem: Störungen in den Organfunktionen

Bei Neuropathien des autonomen Nervensystems treten Symptome im entsprechenden Organ auf. Ist das Herz-Kreislauf-System betroffen, kann es zu Pulsveränderungen, wie einem höheren Ruhepuls, oder Blutdruckstörungen kommen. Wenn der Magen-Darm-Trakt betroffen ist, sind Schluckstörungen, Sodbrennen, Völlegefühl oder Übelkeit möglich.

Störungen der Sexualfunktion und Inkontinenz

Auch eine Blasenschwäche bzw. Inkontinenz sowie Störungen im Sexualempfinden sind mögliche Symptome einer Neuropathie des autonomen Nervensystems. Die Häufigkeit von sexuellen Problemen kann nicht genau bestimmt werden. Männer und Frauen mit Diabetes leiden jedoch häufiger darunter als Stoffwechselgesunde. Mögliche Probleme sind etwa Erektions- und Ejakulationsprobleme bzw. Probleme, einen Orgasmus zu bekommen.

Bei Inkontinenz können sowohl eine Harn- als auch eine Stuhlinkontinenz auftreten. Bei der sog. überaktiven Blase sind laut Deutscher Seniorenliga die Nervenbahnen zum Gehirn gestört, über die die Kontrolle der Blase erfolgt. Die Folge: Die Blase reagiert „eigenständig“ und entleert sich bei sehr kleinen Urinmengen, Betroffene verspüren einen sehr starken Harndrang. Bei der sog. Überlaufinkontinenz ist die Blase indes sehr voll, aber Betroffene können nicht aktiv Wasser lassen. Betroffene selbst bemerken ihre volle Blase nicht und es gehen permanent kleine Menge Urin ab.

Nervenschäden können bei Diabetes auch eine Stuhlinkontinenz hervorrufen. Betroffene können aufgrund der geschädigten Nervenbahnen dann den Stuhlgang nicht mehr einhalten. Gegen beide Formen der Inkontinenz können Medikamente, operative Techniken sowie Beckenbodengymnastik eingesetzt werden, zudem ist eine richtige Versorgung mit speziell für Inkontinenz vorgesehenen Ein- und Vorlagen sinnvoll.

Quelle: Befund Diabetes 3/2018

17.12.18