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Diagnose einer Blasenentzündung

Die Diagnose einer Blasenentzündung orientiert sich zunächst an den vorliegenden Beschwerden. Sind die typischen Symptome wie häufiger Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen sowie eventuell Unterbauchschmerzen vorhanden und ist kein Fieber zu verzeichnen, ist die betroffene Person weiblich und befindet sich noch vor den Wechseljahren (Menopause), kann man von einer unkomplizierten akuten Blasenentzündung der Frau ausgehen. Gemäß den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU (2009) S3-Leitlinie Harnwegsinfektionen) kann in diesem Fall auf eine eingehendere Diagnostik verzichtet werden, da mit einer Wahrscheinlichkeit von über 70 % eine akute Blasenentzündung vorliegt und somit eine medikamentöse Therapie unverzüglich eingeleitet werden kann.

Zur eingehenderen Absicherung der Diagnose, bei symptomlosem Vorkommen von Bakterien im Urin (Bakterirue) von Kindern und Schwangeren sowie bei nicht eindeutiger Symptomatik können verschiedene Verfahren zur Ursachenforschung durchgeführt werden.

Untersuchung des Urins

Die Untersuchung des Urins kann Aufschluss über den Zustand der ableitenden Harnwege geben. Im Falle einer vermuteten Blasenentzündung wird der Patient bzw. die Patientin veranlasst, eine Urinprobe abzugeben. Der für die Untersuchung verwendbare Urin ist der sogenannte Mittelstrahlurin. Hierbei wird der Harn in drei Phasen abgesetzt. Die erste Menge Harn wird verworfen, da in ihr gegebenenfalls Bakterien aus der Harnröhre oder aus der Umgebung der Harnröhrenöffnung enthalten sind, welche die Untersuchungsergebnisse verfälschen können. Die zweite Menge Urin, der Mittelstrahlurin, wird aufgefangen und kann zur Diagnose verwendet werden. Die dritte Portion wird nicht benötigt.

In den aufgefangenen Mittelstrahlurin wird nun ein spezieller Teststreifen eingelegt, welcher über bestimmte Verfärbungen Aufschluss über die im Urin vorliegenden Substanzen wie Eiweiß, Zucker, weiße und rote Blutkörperchen sowie über Nitrit als Abbauprodukt von Bakterien und über den ph-Wert gibt. Um die Art und Menge der vorliegenden Bakterien näher zu bestimmen, kann ein Nährboden mit einer Urinprobe benetzt werden, auf dem sich die Keime stark vermehren und charakteristische Kolonien bilden. Mit dem so gewonnenen Material werden mithilfe verschiedener Identifikationsverfahren die Keime näher bestimmt. Dieser Nachweis dient zur Abstimmung der nachfolgenden medikamentösen Therapie.

Untersuchung des Blutes

Zusätzlich zu der Untersuchung des Urins auf die Erreger der Blasenentzündung kann eine Blutuntersuchung durchgeführt werden. Hierbei wird überprüft, ob signifikante Entzündungszeichen im Blut vorhanden sind. Ist die Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) stark erhöht und liegt eine hohe Senkungsgeschwindigkeit der roten Blutkörperchen vor, ist dies ein eindeutiges Zeichen für eine Entzündung.

Ein Nachteil dieser Methode ist jedoch, dass durch diese Art der Blutuntersuchung lediglich festgestellt werden kann, dass im Körper des Patienten momentan eine Entzündungsreaktion stattfindet, sie gibt jedoch keinerlei Aufschluss über Art und Lokalisation der Infektion. Diese Untersuchung ist daher kein eindeutiges Mittel zur Diagnose einer Blasenentzündung. Sie kann jedoch als zusätzliche Maßnahme hilfreich sein.

Ultraschall zur Diagnose einer Blasenentzündung

Bei häufig wiederkehrenden (rezidivierenden) Blasenentzündungen empfiehlt es sich, eine weitergehende Untersuchungsmethode anzuwenden. Die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) der Blase kann Aufschluss über eventuell vorhandene anatomische Fehlbildungen oder Veränderungen (z. B. vergrößerte Prostata) geben, die beispielsweise die vollständige Entleerung der Blase verhindern und so durch die Restharnbildung die Entstehung einer bakteriell bedingten Blasenentzündung begünstigen können.

Ebenso können durch das Ultraschallbild Fremdkörper in der Blase, wie beispielsweise Blasensteine oder zurückgebliebene Teile von Kathetern erkannt werden, welche möglicherweise den Abfluss des Urins erschweren. Ist der Befund der Ultraschalluntersuchung auffällig, können sich genauere Untersuchungsverfahren anschließen.

Urografie

Die Urografie ist eine Röntgenuntersuchung der zum Harnwegssystem gehörenden Organe. Durch das Spritzen eines jodhaltigen Röntgenkontrastmittels in die Venen, können die beteiligten Organe röntgenologisch dargestellt werden. Hierzu werden in verschiedenen Zeitabständen Aufnahmen angefertigt, welche die einzelnen Phasen der Ausscheidung dokumentieren. Hierdurch können Aussagen über den Zustand der Nieren, der Harnleiter, der Harnblase sowie über eventuelle Restharnbildung getroffen werden.

Sind die Erkenntnisse nicht ausreichend, kann die Menge des Kontrastmittels per Infusion erhöht werden (Infusionsurografie) oder das Kontrastmittel durch die Harnröhre direkt in die Blase verbracht werden (retrograde Urografie), wobei hier die Gefahr von mit dem Kontrastmittel aufsteigenden Bakterien stark erhöht ist. Dieses Verfahren sollte daher lediglich in besonderen Fällen durchgeführt werden.

Blasenspiegelung

Die Blasenspiegelung (Zystoskopie) ist eine endoskopische Untersuchung der Blase. Hierzu wird ein Zystoskop, d. h., ein flexibler Schlauch, durch die Harnröhre in die Blase eingeführt, an dessen Spitze ein Objektiv eingelassen ist, welches Bilder aus dem Inneren der Blase auf einen Monitor weiterleitet. Zu diesem Zweck wird die Harnröhre örtlich betäubt und das Zystoskop mit einem speziellen Gel gleitfähig gemacht.

Zusätzlich zur Bildübermittlung können über eine Greifvorrichtung eventuell Gewebeproben entnommen werden. Diese Untersuchungsmethode eignet sich zur Erkennung und eventuell zur Entfernung von Tumoren, Fremdkörpern oder Blasensteinen. Sie sollte jedoch nicht während einer akuten Entzündung angewandt werden.

Nicole Breuer

09.02.15

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