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Diagnose einer Lungenentzündung

Für die Diagnose einer Lungenentzündung sind zunächst die typischen Symptome der Krankheit entscheidend. Hier können zwei Formen der Lungenentzündung unterschieden werden, die bakteriell bedingte infektiöse Pneumonie und die nicht bakteriell bedingte infektiöse Pneumonie, da sie unterschiedliche Symptome aufweisen.

Symptome einer bakteriell bedingten infektiösen Pneumonie

Die bakteriell bedingte infektiöse Pneumonie wird auch als typische Lungenentzündung bezeichnet. Sie beginnt meist akut mit Schüttelfrost, gefolgt von hohem Fieber (39 – 40°C) in Verbindung mit Herzrasen und einer gesteigerten Atemfrequenz. Die Atmung ist insgesamt oberflächlich, eventuell zeigt sich auch ein Nasenflügelatmen (die Nasenflügel bewegen sich synchron zur Ein- und Ausatmung). Die Betroffenen haben meist einen starken Hustenreiz und einen zunächst uncharakteristischen Auswurf, der sich am zweiten Tag typischerweise rostbraun färbt und kleine Fibringerinnsel enthält. Mit den Symptomen geht ein sehr schlechtes Allgemeinbefinden einher. Bei unkompliziertem Verlauf geht am Ende der ersten Krankheitswoche das Fieber zurück.

Symptome einer nicht bakteriell bedingten Pneumonie

Die nicht bakteriell bedingte Pneumonie wird als atypische Lungenentzündung bezeichnet. Für sie ist ein verzögerter, schleichender Beginn typisch, der mit niedrigem Fieber und ohne Schüttelfrost auftritt. Die Betroffenen leiden an einem trockenen Reizhusten, der kaum Auswurf erzeugt. Sie haben ein deutlich besseres Allgemeinbefinden als bei einer typischen Lungenentzündung und fühlen sich nur geringfügig krank. Es können Kopf- und Muskelschmerzen auftreten.

Vorgehen zur Diagnose von Lungenentzündungen

Im Patientengespräch (Anamnese) bekommt der Arzt durch die Schilderung typischer Symptome erste Hinweise auf eine mögliche Pneumonie. Bei einem Verdacht auf Lungenentzündung kommen für die endgültige Diagnose verschiedene Methoden zum Einsatz:

  • Abhorchen (Auskultation)
  • Blutbild
  • Röntgen

Abhorchen (Auskultation)

Mit dem Begriff Auskultation wird das Abhören der Lunge mit einem Stethoskop beschrieben. Bei einem Verdacht auf eine Atemwegserkrankung wird der Arzt diese Untersuchungsmethode durchführen. Anhand spezifischer Atemgeräusche kann er erkennen, ob die Lunge verschleimt ist und welche Teile betroffen sind.

Bei einer typischen Lungenentzündung zeigen sich zunächst ein Knisterrasseln bei der Einatmung und eine zunehmende perkutorische Dämpfung, im späteren Verlauf können ein Bronchialatmen (hauchendes Atemgeräusch) und mittelblasige Rasselgeräusche festgestellt werden. Löst sich der Schleim, nimmt die perkutorische Dämpfung ab und das Knisterrasseln tritt wieder auf.

Bei der atypischen Lungenentzündung treten nur wenig auffällige Untersuchungsbefunde auf, auskultatorisch werden meist nur Rasselgeräusche diagnostiziert.

Blutbild

Anhand des Blutbildes kann der Arzt feststellen, ob eine Entzündung im Körper des Patienten vorliegt. Anhand bestimmter Parameter kann der Erreger näher eingegrenzt werden. Eine bakterielle Infektion der typischen Lungenentzündung zeigt sich im Blutbild durch eine so genannte Leukozytose, einem Anstieg der weißen Blutkörperchen. Von einer Leukozytose spricht man bei einem Wert von mehr als 10.000 Leukozyten pro Milliliter Blut.

Zudem tritt bei der typischen Lungenentzündung eine stark beschleunigte Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit auf. Um sie zu bestimmen, wird 1 Teil einer Natriumcitratlösung mit 4 Teilen ungerinnbar gemachtem Blut vermischt und in ein aufrecht stehendes Röhrchen gegeben. Die Sedimentationsgeschwindigkeit (Absenkungsgeschwindigkeit) der roten Blutkörperchen wird nach 1 Stunde bestimmt. Für Männer unter 50 Jahren liegt der Normalwert unter 15 mm, für ältere Männer unter oder gleich 20 mm. Bei Frauen unter 50 Jahren sollte ein Wert von 20 mm nicht überschritten werden, bei älteren Frauen gilt ein Wert unter 30 mm als normal. Eine erhöhte Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit deutet auf eine Entzündung hin.

Bei einer atypischen und damit nicht bakteriell bedingten Lungenentzündung zeigt sich im Blutbild keine Leukozytose, sondern Werte im Normbereich oder eine Verringerung der Leukozytenzahl (Leukopenie, Verminderung der Leukozytenzahl auf weniger als 4000 Leukozyten pro Milliliter Blut). Auch die Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit ist nur mäßig beschleunigt. In einem späteren Stadium der Lungenentzündung kann im Blutbild oft eine Lymphozytose, also eine Vermehrung der Lymphozyten, ausgemacht werden. Sie ist typisch für eine virale Infektion.

Röntgen

Hat der Arzt den Verdacht auf eine Lungenentzündung, so wird er zur endgültigen Diagnostizierung Röntgenbilder anfertigen. Die Lunge stellt sich im normalen, luftgefüllten Zustand schwarz im Röntgenbild dar. Sind Entzündungen vorhanden, so erkennt der Arzt sie als so genannte „Verschattungen“, also als helle Strukturen, wo eigentlich schwarz zu erwarten wäre. Entsprechend weisen sowohl typische als auch atypische Lungenentzündungen solche Röntgenverschattungen auf. Genauer sind diese Verschattungen Infiltrate, also aufgrund der ablaufenden Entzündung in die Lunge eingedrungene Zellen und Flüssigkeiten.

Weitere Untersuchungen

Bei besonders schweren Krankheitsverläufen und besonderen Fragestellungen können weitere Untersuchungen hinzukommen. Dies sind zum einen bildgebende Verfahren wie eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) der Lunge oder ein Ultraschall zum Nachweis eines Pleuraergusses (Flüssigkeitsansammlung zwischen Brustkorb und Lunge). Soll der Erreger bestimmt werden, so kann dies anhand von Blut- oder Speichelproben oder auch Sekreten wie dem Tracheal- oder Bronchialsekret durchgeführt werden. In seltenen Fällen kann eine Lungenbiopsie notwendig werden.

Lydia Köper

23.01.15

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