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Diagnose einer Thrombose

Da sich die Symptome von Thrombosen bei verschiedenen Patienten stark voneinander unterscheiden und sogar Thromboseerkrankungen ohne jegliche Beschwerden vorkommen können, ist eine Diagnose stark erschwert. Nichtsdestotrotz sind aufgrund der Wahrscheinlichkeit einer lebensbedrohlichen Lungenembolie eine eindeutige Feststellung der Erkrankung und eine sofort anschließende Therapie wichtigl. Die tiefe Beinvenenthrombose, die Phlebothrombose, stellt die am häufigsten auftretende Thromboseform dar und birgt ein großes Risiko, eine Lungenembolie zu erleiden.

Diagnose anhand äußerer Anzeichen

Eine eindeutige und rasche Diagnose einer Phlebothrombose ist von größter Wichtigkeit, jedoch gestaltet sich dies zumeist recht schwierig, da die Symptome stark abweichen. Es können Fieber, Schmerzen im Venenverlauf, die bei Husten zunehmen, Schwellungen sowie eine bläuliche Verfärbung der Haut auftreten. Auch das Vorhandensein von deutlich hervorstechenden oberflächlichen Venen, den sogenannten Warnvenen, insbesondere im oberen Bereich des Schienbeins, kann auf eine tiefe Beinvenenthrombose hindeuten, da diese durch die Umgehung einer Verschlußstelle entstehen. Manche oder alle dieser Anzeichen können bei bettlägerigen Patienten jedoch fehlen. Zur Früherkennung von Thrombosen ist eine Untersuchung von Druckschmerzpunkten entwickelt worden. Empfindet der Patient einen Fußsohlenschmerz bei Druck auf der Fußinnenseite (Payr-Zeichen), Druckschmerz im Bereich der Adduktoren (anziehende Muskeln) sowie Schmerzen im Bein beim Husten (Louvel-Zeichen) ist eine Thrombose wahrscheinlich. Erhärtet wird die Diagnose, wenn Wadenschmerzen bei Beugung des Fußes (Homans-Zeichen), auf Druck bestimmter Punkte im Wadenbereich (Meyer-Zeichen) sowie bei ringförmigem Druck auf die Wade mittels einer Blutdruckmanschette hinzukommen.

Einschätzung der Wahrscheinlichkeit einer Phlebothrombose

Gemäß dem klinischen Verlauf von Phlebothrombosen besteht zwischen dem ersten und maximal fünften Tag die höchste Emboliegefahr, da der Thrombus in diesem Stadium am mobilsten ist. Eine frühzeitige Erkennung dieser Thromboseart ist somit von äußerster Wichtigkeit. Problematisch in diesem Falle ist jedoch, dass sich die sichtbaren, klinischen Symptome frühestens ab dem dritten Tag zeigen, der Thrombus kann sich also bereits auf dem Weg in die Lunge befinden. Aus diesen Gründen müssen, insbesondere im Vorfeld von operativen Eingriffen, ergänzend zu der Betrachtung der klinischen Symptome verschiedene Maßnahmen durchgeführt werden.

Um eine erste Einschätzung über das Thromboserisiko des Patienten zu erhalten, wird eine Betrachtung verschiedener Kriterien durchgeführt und die Wahrscheinlichkeit über ein Punktesystem errechnet (Wells-Score). Untersucht und bewertet wird hier beispielsweise, ob der Patient über einen längeren Zeitraum bettlägerig ist, kürzlich ein operativer Eingriff durchgeführt wurde, Schwellungen und Schmerzen vorhanden sind usw. Je mehr Punkte dieser Skala mit ja beantwortet werden können, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für eine tiefe Beinvenenthrombose.

Blutuntersuchung zur Diagnose einer Thrombose

In einem nächsten Schritt schließt sich zumeist eine Blutuntersuchung an. Hierbei wird zum einen auf Entzündungszeichen getestet, d. h., die Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit sowie die Anzahl der Leukozyten werden untersucht. Eine beschleunigte Senkung sowie eine erhöhte Anzahl von weißen Blutkörperchen, den Leukozyten, deuten auf eine vorhandene Entzündung hin.

Zusätzlich kann der sogenannte D-Dimer-Test durchgeführt werden. D-Dimere entstehen als Abbauprodukt bei der Auflösung von Fibrin, welches in Blutgerinnseln zu finden ist. Sind diese im Blut nachzuweisen, kann dies auf eine Thrombose hindeuten. Jedoch kann dieser Umstand auch auf normale Vorgänge der Wundheilung, beispielsweise nach Operationen, zurückzuführen sein. Sind jedoch keine D-Dimere nachzuweisen, kann eine Thrombose ausgeschlossen werden.

Bildgebende Verfahren zur Diagnosesicherung einer Thrombose

Kann eine Thrombose durch die vorausgegangenen Untersuchungen nicht eindeutig ausgeschlossen oder bestätigt werden, können weitergehende diagnostische Verfahren eingesetzt werden. Bewährt hat sich die Ultraschalluntersuchung, welche für den Patienten i. d. R. ohne Risiken und Nebenwirkungen ist. Bei der Kompressionssonografie wird mit dem Schallkopf Druck auf die zu untersuchende Vene ausgeübt. Gibt die Vene nicht nach und lässt sich nicht komprimieren, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Thrombose stark erhöht. Mit diesem Verfahren kann man bereits relativ sicher eine Thrombose erkennen bzw. ausschließen.

Durch Doppler-Ultraschallgeräte lassen sich zusätzlich noch die Strömungsgeschwindigkeit sowie die Strömungsrichtung des Blutes darstellen. Diese Funktion ermöglicht es, beispielsweise anhand des verlangsamten Blutflusses sogar lediglich partielle Venenverschlüsse zu erkennen. Eine Umkehrung der Strömungsrichtung des Blutes kann beispielsweise auf eine Venenklappeninsuffizienz hindeuten. Können auch durch die Ultraschalluntersuchung keine eindeutigen Erkenntnisse gewonnen werden, müssen sich weitere bildgebende Verfahren anschließen.

Bei der Phlebografie wird dem Patienten ein Kontrastmittel in die Beinvenen injiziert. Mittels Röntgenstrahlung kann nun das Venensystem abgebildet und auf Venenverschlüsse untersucht werden. Nachteil dieser Methode ist die Strahlenbelastung des Patienten sowie eventuelle Unverträglichkeiten des Kontrastmittels. Dies gilt ebenso für die Magnetresonanz- und Computertomografie-Phlebografie, jedoch liegt ihr Vorteil darin, dass auch die Umgebung der betroffenen Blutgefäße erfasst wird und eventuelle anatomische Ursachen erkannt werden können. Auch kann gleichzeitig eine mögliche Lungenembolie abgeklärt werden.

Nicole Breuer

16.12.14

Diagnose