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Endometriose – eine Krankheit mit Folgen, aber immer noch wenig beachtet

Nur wenige Frauen kennen die Krankheit Endometriose. Dabei betrifft sie weit mehr Patientinnen als gemeinhin angenommen. Etwa 7 bis 15 % der Frauen sind im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Dies entspricht rund 40.000 Neuerkrankungen pro Jahr, was der Größenordnung von Brustkrebs-Neuerkrankungen entspricht. Doch obwohl die Endometriose seit ihrer Erstbeschreibung in den 1920er-Jahren unter Frauenärzten bekannt ist, dauert es viel zu oft immer noch Jahre bis zur Diagnose bei den Betroffenen. Auch die Gründung der Stiftung Endometriose-Forschung (SEF) 1991 hat nur wenig Öffentlichkeit für die Erkrankung gebracht.

Warum ist es wichtig, dass Endometriose bekannt wird?

Bei der Endometriose handelt es sich zwar um eine gutartige Erkrankung, aber diese breitet sich z. T. wie Tumoren aus und kann dabei andere Organe zerstören. Besonders gefährdet sind dabei neben den Genitalorganen der Enddarm, die Harnleiter sowie die Blase. Oft kommen Frauen bereits mit einem langen Schmerzleiden in das Endometriosezentrum, leider auch nicht selten ohne Erfolg voroperiert.

Unfruchtbarkeit

Endometriose führt häufig zu ungewollter Kinderlosigkeit. Dabei können auch kleine Herde am Bauchfell eine verminderte Fruchtbarkeit erzeugen, ohne dass die Eileiter oder Eierstöcke direkt betroffen sind. Dies wird durch Botenstoffe verursacht, die in der Endometriose gebildet werden. Sie können die Eireifung in den Eierstöcken ungünstig beeinflussen oder die Einnistung eines Eis in der Gebärmutter verhindern.

Schmerzen

Viele Frauen leiden vor allem während der Menstruation unter starken Schmerzen. Ausfälle in der Schule oder am Arbeitsplatz sind häufig die Folge. Der Gebrauch von Schmerzmitteln steigt stetig an und nicht selten entwickeln sich psychische Probleme. Regelschmerzen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen zu Partnerschaftsproblemen und sozialen Schwierigkeiten.

Organbefall

Sind erst andere wichtige Organe betroffen, müssen häufig Organteile entfernt werden, was wiederum zu langfristigen Störungen der Blasen- oder Darmfunktion führen kann.

Wohin kann sich eine Patientin wenden?

Die Stiftung Endometriose-Forschung zertifiziert seit einigen Jahren Praxen und Kliniken. Dabei werden einfache und klinische Endometriosezentren unterschieden. Betroffene oder Frauen, bei denen der Verdacht auf Endometriose besteht, sollten sich an ein klinisches Endometriosezentrum wenden. Dabei ist es von entscheidendem Vorteil, wenn die Klinik auch für ihre Expertise in der minimalinvasiven Chirurgie bekannt ist (z. B. als Ausbildungszentrum der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Endoskopie (AGE)). Die operative Behandlung dieser Erkrankung erfordert nicht selten einen Experten auf diesem Gebiet. Da die Krankheit sich vor allem im Becken auch in tiefe Regionen ausbreitet, muss der Chirurg in der Lage sein, auch feinste Gewebe zu erkennen und zu schonen. Dies setzt viel Erfahrung voraus.

Ein klinisches Zentrum kümmert sich auch in der Nachsorge um die Patientinnen und beteiligt sich an der Forschung und Weiterentwicklung der Therapie. Zudem ist es mit Kinderwunschzentren wie auch mit alternativen Behandlern vernetzt, was den Frauen auch eine Behandlung über die Operation hinaus ermöglicht.

Priv.-Doz. Dr. med. Günter K. Noé
Dormagen

Quelle: Deutsches Magazin für Frauengesundheit 2/2017

20.12.17

Gynäkologische Erkrankungen