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Diagnose von Fatigue

Häufig ist es in der Diagnose schwierig, Fatigue von allgemeiner Müdigkeit und Erschöpfung abzugrenzen. Dies ist unter anderem der schwierigen Messbarkeit von Müdigkeit geschuldet. Dennoch sind die eigene Beurteilung der Betroffenen und die Beobachtung durch die Umgebung die aussagekräftigsten Kriterien für die Diagnose bei Fatigue.

Es gibt allerdings auch messbare Anhaltspunkte, die für eine Diagnose von Fatigue infrage kommen. Die Abgrenzung von anderen körperlichen Ursachen für die chronische Erschöpfung (Fatigue) wie Blutarmut, Infektionen oder Stoffwechselstörungen sollte durch den Arzt erfolgen. Nicht immer ist ein erkennbarer Grund für Fatigue diagnostizierbar.

Patientengespräch bei der Diagnose von Fatigue

Ein ausführliches Gespräch zwischen Arzt und Patient, die sogenannte Anamnese, ist wie bei allen Erkrankungen oder Syndromen für die Diagnosestellung auch bei Fatigue unverzichtbar. Viele Patienten reagieren unterschiedlich auf die Symptome und therapeutischen Maßnahmen im Rahmen der chronischen Erkrankung und identifizieren die Erschöpfung und Müdigkeit häufig nicht als behandelbare Symptome, sondern akzeptieren sie als „lästiges Übel“. Möglicherweise wird ihnen diese Haltung auch durch die Umgebung oder den behandelnden Arzt suggeriert. Die Hemmung, die Anzeichen der Fatigue mit dem Arzt zu besprechen und gemeinsam mit ihm nach Lösungen zu suchen, sollte überwunden werden.

Dem Arzt hilft zur Diagnose von Fatigue ein Fragenkatalog, der die Hinterfragung von körperlicher und geistiger (mental-kognitiver) Leistungsfähigkeit und des seelischen Befindens beinhaltet, bei der Unterscheidung zwischen allgemeiner und fatiguebedingter Erschöpfung.

Symptome von Fatigue erkennen

Ein Arzt, der Müdigkeit und Erschöpfung nicht als zwangsläufige Nebenwirkung der Erkrankung, sondern als Symptom einer möglichen Fatigue sieht, fragt die Anzeichen der Fatigue ab und verordnet i. d. R. lindernde Maßnahmen. Im Gegensatz zu Ärzten, die häufig davon ausgehen, dass Schmerzen und Übelkeit die größten Beschwerden im Umgang mit den chronischen Erkrankungen sind, empfinden Patienten Fatigue häufig als das im Alltag am schwersten zu bewältigende Symptom.

Im Rahmen des Anamnesegespräches wird der Arzt anhand des Fragebogens nach allgemeiner Schwäche, Schweregefühl in den Gliedern, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwächen, Motivationsproblemen und Schlafverhalten fragen. Weitere Anzeichen, die zur Diagnose Fatigue führen können, sind Schwierigkeiten bei der Bewältigung von beruflichen und privaten Aufgaben sowie seelische Schwankungen.

Definitionsmöglichkeiten bei der Diagnose von Fatigue

Um die oft schwierige Diagnose von Fatigue zu vereinfachen, wurden international Definitionskriterien festgelegt: Dabei spielt besonders die Häufigkeit, mit der die Symptome von Fatigue auftreten, eine Rolle. Bei Patienten, die über den Zeitraum eines Monats täglich oder innerhalb von 14 Tagen fast täglich mit Symptomen wie erheblicher Erschöpfung, einem niedrigen Energiepegel und einem erhöhten Ruhebedürfnis kämpfen, obwohl sich das Maß an Aktivität nicht erhöht, sprechen die Faktoren für die Diagnose des Fatigue-Syndroms.

Elf Hauptsymptome werden bei der Diagnose von Fatigue in der Regel berücksichtigt. Dazu gehören:

  • Müdigkeit
  • Energiemangel
  • ein Gefühl der allgemeinen Schwäche
  • Konzentrationsstörungen
  • Motivationsmangel
  • Schlaflosigkeit oder nicht erholsamer Schlaf
  • Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und
  • mehrere Stunden andauerndes Unwohlsein nach körperlicher Anstrengung

Subjektivität der Wahrnehmung

Auch wenn Definitionskriterien, anhand derer die Diagnose von Fatigue erleichtert wird, festgelegt wurden, empfinden die Betroffenen die Anzeichen des Fatigue-Syndroms als sehr unterschiedlich. Auch wenn medizinische Fakten zum Krankheitsverlauf messbar sind, passen diese nicht immer zu den empfundenen Einschränkungen, mit denen Patienten zu kämpfen haben. Besonders im mental-kognitiven Bereich berichten Patienten häufiger von Konzentrations- und Erinnerungsschwierigkeiten als die messbaren Werte vermuten ließen.

Daher ist die Eigeneinschätzung des Patienten für die Diagnose eines Fatigue-Syndroms unverzichtbar. Dabei spielen die Fähigkeit des Patienten, sich selbst zu beobachten und einzuschätzen, und die unterschiedlich gute Bewältigung der Krankheitssituation sowie die Unterstützung durch das Umfeld eine entscheidende Rolle. Besonders die psychische Belastung wird häufig nicht erwähnt, weil sich seelisches Unwohlsein schwieriger beschreiben lässt als körperliche Anzeichen.

Die Blutwerte können Aufschluss geben bei der Diagnose von Fatigue

Eine der eindeutig diagnostizierbaren Anzeichen und Ursachen für Fatigue ist Blutarmut (Anämie), die in den meisten Fällen durch Chemo- und/oder Strahlentherapie verursacht wird. Die Diagnose von Anämie geschieht durch die Messung der Anteile des Blutfarbstoffs (Hämoglobin), der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und der festen Blutbestandteile (Hämatokrit). Ist der Hämoglobinwert bei Frauen niedriger als 12 Gramm pro Deziliter Blut und bei Männern niedriger als 13 Gramm, gelten die Werte als Anzeichen für eine Blutarmut und die Diagnose einer Fatigue ist bei der Beobachtung weiterer Anzeichen wahrscheinlich.

Differenzialdiagnose bei Fatigue

Chronische Erschöpfung und Müdigkeit können auch durch körperliche Störungen und Erkrankungen wie Blutarmut, Eisenmangel, Infektionen oder Störungen von Elektrolythaushalt und Stoffwechsel auftreten. Auch das Chronische Erschöpfungssyndrom ist von einer Fatigue, die im Rahmen einer chronischen Erkrankung auftritt, abzugrenzen. Daneben besteht die Möglichkeit, dass die Erschöpfung durch die Medikamente, die im Rahmen der Behandlung derjenigen Krankheiten, die mit dem Erschöpfungssyndrom im Zusammenhang stehen, verschrieben werden, ausgelöst wird.

Barbara Kliem

02.02.15

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