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Fußpflege bei Diabetes

Durchblutungsstörungen und Nervenschädigungen führen bei Diabetespatienten oft zum diabetischen Fuß. Zur Vorbeugung sind die richtige Fußpflege sowie eine regelmäßige Kontrolle ausschlaggebend, informiert die Österreichische Apothekerkammer.

Bei Diabetespatienten besonders gefürchtet ist der sog. diabetische Fuß, der jährlich bei tausenden Betroffenen zu Fußamputationen führt. Ursache für das Entstehen sind Wunden am Unterschenkel oder Fuß, die nicht binnen zwei oder drei Wochen abheilen.

Zudem sind oft Durchblutungsstörungen der Füße und eine Nervenschädigung (Polyneuropathie) mit vermindertem Schmerzempfinden vorhanden, weshalb eine gründliche und regelmäßige Fußpflege für Menschen mit Diabetes so wichtig ist.

Blutzuckerwerte kontrollieren

Dabei beginnt die Pflege der Füße schon mit der Kontrolle der Blutzuckerwerte. Denn eine dauerhafte und gute Blutzuckereinstellung verringert Symptome wie den Gefühlsverlust in den Beinen (sensorische Neuropathie), Schwäche und Schmerzen in Bein- und Fußmuskulatur (motorische Neuropathie) sowie Hautprobleme im Allgemeinen.

Dennoch sind diabetische Fußprobleme kaum gänzlich zu vermeiden, aber es gibt viele Möglichkeiten, um Schmerzen und Verletzungen zu minimieren, wie z. B. die Verwendung von diabetischen Fußcremen und Pflegeölen zur Nagelhygiene. Diese können dabei helfen, die Auswirkungen der Neuropathie und die daraus resultierende trockene Haut zu verringern. Denn wenn die Haut trocken und rissig wird, werden Pilzinfektionen und die langsame Heilung der Haut zu einem großen Problem. Auch Massagen mit der Hand oder Fußrollen können gegen die schlechte Durchblutung und etwaige Muskelschwäche helfen. Ebenso ein wichtiger Teil sind spezielle Stützstrümpfe bei diabetischen Durchblutungsstörungen.

Richtige Pflege ist ausschlaggebend

Wesentlich ist natürlich auch die richtige Pflege der Füße, laut Österreichischer Apothekerkammer. So ist für Menschen mit Diabetes das tägliche Fußbad sehr wichtig. Dafür reicht lauwarmes Wasser und eine milde Seife. Gründlich gereinigt werden sollte zwischen den Zehen, wobei das Bad die Dauer von fünf Minuten nicht überschreiten sollte. Danach sollten die Füße gründlich abgetrocknet werden, auch zwischen den Zehen – aber ohne zu reiben. Anschließend eine Feuchtigkeitscreme einmassieren.

Bei der Pediküre ist darauf zu achten, die Fußnägel nur mit der Nagelfeile zu kürzen. Scheren oder andere Instrumente könnten zu Verletzungen mit schwerwiegenden Folgen führen. Optimal ist hier der Gang zu einem speziell geschulten Fußpfleger. Eine sog. medizinische Fußpflege gibt es in Österreich allerdings nicht. Zudem ist für die diabetische Fußpflege nicht zwingend ein zusätzlicher Kurs zu absolvieren, der über die klassische Fußpflege hinausgeht. Es ist also wichtig, bei der Auswahl der Fußpflege auf kompetente Ansprechpartner zu vertrauen und u. U. Rat beim behandelnden Arzt einzuholen.

Täglich die Füße inspizieren

Abgesehen von der Pflege ist auch die Kontrolle der Füße wichtig. Menschen mit Diabetes sollten täglich ihre Füße nach Druckstellen und kleinen Verletzungen untersuchen. Wichtig sind hier die Fußsohlen, weil sich dort schnell Schwielen bilden können. Die Füße sind auch warm und trocken zu halten, daher sollte man auf Socken oder Strümpfe aus synthetischen Materialien lieber verzichten, ebenso wie auf Strümpfe mit Nähten oder anderen Unebenheiten. Auch Hühneraugen oder Warzen sollten auf keinen Fall selbst behandelt werden. Denn oft entstehen durch ätzende Tinkturen oder Hühneraugenpflaster schwere Schädigungen an der Haut. Und auch Schaumstoffpolster sollten Diabetespatienten nicht verwenden, da sich darunter ein Nährboden für Bakterien bilden kann.

Zu guter Letzt ist natürlich das richtige Schuhwerk ausschlaggebend für gesunde Füße. Hier sollte man auf ausreichend breite und lange Schuhe achten, die innen weder Nähte noch Ränder haben. Dazu empfiehlt es sich auch, Schuhe lieber am Nachmittag zu probieren und zu kaufen, da die Füße dann etwas dicker als morgens sind.

Quelle: Befund Diabetes Österreich 1/2018

15.10.18