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Therapie von Gallensteinen

Je nachdem wo sich die Gallensteine gesammelt haben, ob im Gallengang oder in der Gallenblase, gibt es unterschiedliche Therapieansätze. Wo sich die Gallensteine befinden, wird bereits innerhalb der Diagnose lokalisiert. Die Lage der Gallensteine ist aber nicht der einzige ausschlaggebende Faktor, welche Therapie von Gallensteinen veranlasst wird. Die Therapie richtet sich vielmehr danach, ob das Vorhandensein der Gallensteine Beschwerden verursacht.

Sind Gallensteine zwar vorhanden, wurden sie aber zufällig entdeckt und es sind noch keine Beschwerden aufgetreten, ist eine Therapie der Gallensteine in der Regel nicht nötig. Lediglich bei sehr großen Gallensteinen, bei einer starken Verkalkung der Gallenblase oder etwaigen Wucherungen in selbiger kann auch ohne klinische Symptome eine vorsorgliche Entfernung der Gallenblase erwogen werden. Treten Beschwerden wie Gallenkoliken oder Gelbsucht auf, werden diese von Fieber oder von einer Entzündung der Gallenblase oder des Gallengangs begleitet, ist eine Therapie von Gallensteinen angezeigt.

Möglichkeiten der Therapie von Gallensteinen

Bei einer Gallenkolik, die sich durch starke, krampfartige Schmerzen im Oberbauch äußert, sollte grundsätzlich ein Arzt aufgesucht werden. Je nach Intensität der Schmerzen wird ein entsprechend starkes Schmerzmittel – notfalls unter stationärer Aufsicht – und ein Gallengang entspannendes und erweiterndes Medikament verabreicht. In den nächsten 24 Stunden nach einer Gallenkolik sollte der Patient dann auf eine Nahrungsaufnahme verzichten und die Ernährungsgewohnheiten im späteren Verlauf auf eine ballaststoffreiche und fettbewusste (nicht fettfreie) Ernährung umstellen.

Langfristig sollte eine Entfernung der Gallenblase angestrebt werden, um weitere Koliken und eventuelle Komplikationen, etwa eine Gallenblasenentzündung, zu unterbinden. Auch, wenn eine Entzündung, die durch Gallensteine hervorgerufen wurde, auf die medikamentöse Therapie gut angeschlagen hat, ist das Risiko einer erneuten Entzündung sehr hoch – mit einer Wahrscheinlichkeit von 30 bis 50 Prozent tritt erneut eine Gallenblasenentzündung auf.

In manchen Fällen kann eine medikamentöse Auflösung der Gallensteine oder eine Zertrümmerung der Gallensteine mittels Stoßwellen möglich sein. Hierbei spielen die Symptome sowie die Größe und Beschaffenheit der Gallensteine eine wichtige Rolle.

Sind die Gallensteine bereits verkalkt oder zu groß, sind schon Komplikationen vorhanden, etwa eine chronische Entzündung oder ist die Gallenblase nicht mehr dazu in der Lage, sich zusammenzuziehen, kommt diese Form der Therapie bei Gallensteinen meist nicht in Betracht. Im Gegensatz zu einer operativen Entfernung der Gallensteine dauert die medikamentöse Behandlung mit mehreren Monaten bis Jahren länger und das Risiko einer erneuten Entstehung von Gallensteinen ist höher als bei einer Operation.

Entfernung der Gallenblase

In der Regel wird, sofern die Gallensteine Beschwerden hervorrufen, die Entfernung der Gallensteine zusammen mit der Gallenblase erwogen; eine Möglichkeit der Therapie, die nicht nur weitere Schmerzattacken, sondern auch Komplikationen wie Gallenblasenentzündungen meist verhindert. Dennoch ist die Entfernung der Gallenblase kein Garant für eine absolute Beschwerdefreiheit. Im Gallengang verbliebene oder neu gebildete Gallensteine können auch nach Entfernung der Gallenblase zu Beschwerden führen, ebenso sind Verwachsungen möglich, die klinische Symptome hervorrufen können.

Die in der Regel gängige Operationsmethode erfolgt dabei als sogenannte Schlüssellochchirurgie, wodurch eine offene Operation in vielen Fällen umgangen werden kann. Laparoskopische Geräte, wie kleine Greifzangen, Kamera und Operationswerkzeuge, werden unter Vollnarkose durch kleine Schnitte in die Bauchhöhle an den Ort des Geschehens gebracht. Mithilfe einer Kamera kann sich der Arzt ein genaues Bild von Lage und Zustand des Gallenbereichs machen und gleichzeitig die Gallenblase vom Gallengang abtrennen, um sie durch einen der kleinen Bauchschnitte zu entnehmen.

Nicht immer eignet sich die Schlüssellochchirurgie (Laparoskopie) für diesen Eingriff, manchmal muss während des Eingriffs zu einer offenen Operation übergegangen werden. Starken Entzündungen oder Verwachsungen, Blutgerinnungsstörungen oder andere Erkrankungen können eine Laparoskopie von Beginn an unmöglich machen. Befinden sich die Gallensteine nicht in der Gallenblase sondern im Gallengang, können diese bei einer Untersuchung mittels endoskopischer retrograder Cholangiopankreatikografie (ERCP) gleich entfernt werden, die Gallenblase verbleibt dann. Welches Vorgehen für den Einzelfall am sinnvollsten und erfolgbringendsten ist, klärt der Arzt mit seinem Patienten im Vorfeld ab.

Vorbeugung von Gallensteinen

Die wichtigste Präventionsmaßnahme bei Gallensteinen ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Zu bedenken ist dabei, dass ein übermäßiger Fettverzehr die Gallenblase ebenso fordert wie ein völliger Verzicht auf fettige Nahrungsmittel. Ein gesundes Mittelmaß mit viel pflanzlicher Nahrung ist meist die beste Alternative. Natürlich spielt auch die Veranlagung eine große Rolle, ob Gallensteine ausgebildet werden und zu Beschwerden führen. Hier bleibt nur, das Risiko für die Entstehung von Gallensteinen so gering wie möglich zu halten. Reichliches Trinken, eine gesunde Ernährung und der maßvolle Umgang mit Alkohol und Kaffee gehören zu den Maßnahmen, um der Bildung von Gallensteinen so gut wie möglich vorzubeugen.

Judith Schomaker

26.06.15

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