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Diagnose eines Hallux rigidus

Um einen Hallux rigidus zu diagnostizieren, wird der Arzt zunächst eine klinische Untersuchung des erkrankten großen Zehs vornehmen. Für eine erste Diagnose eines möglichen Hallux rigidus reicht eine Sicht- und Tastuntersuchung des betroffenen Zehs aus. Als Symptom während der Diagnose eines Hallux rigidus ist eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Großzehengrundgelenks zu verzeichnen. Dem Betroffenen fällt es aufgrund der Beschwerden zunehmend schwer, längere Wegstrecken zu Fuß zu gehen. Auch Treppensteigen und bergauf gehen ist durch den Hallux rigidus mit Schmerzen verbunden.

Im Verlauf eines Hallux rigidus verringert sich zunächst die Streckfähigkeit des großen Zehs. Die Möglichkeit, den großen Zeh in Richtung Fußsohle zu beugen, bleibt zunächst erhalten und verringert sich erst mit zunehmender Arthrose, bis der große Zeh in der zur Fußsohle hin gebeugten Stellung versteift.

Diagnose des Hallux rigidus anhand des Gangbildes

Bedingt durch den Schmerz, den der Verschleiß des Großzehengrundgelenks und des Hallux rigidus hervorruft, verändert sich meist der Gang der Betroffenen. Zur Vermeidung von Schmerzen nehmen die von Hallux rigidus Betroffenen oft eine Schonhaltung ein und entlasten durch Hinken den erkrankten Fuß. Eine weitere typische Änderung des Gangbildes beim Hallux rigidus ist das Abrollen über die Außenseite des Fußes, der beim Gehen den Druck auf den großen Zeh verringert. Durch diese schonenden Fehlhaltungen können in der Folge des Hallux rigidus weitere Beschwerden in den unteren Extremitäten wie beispielsweise Schmerzen im Kniegelenk auftreten. Auch Probleme mit der Lendenwirbelsäule, die durch eine Schonhaltung ungleichmäßig belastet wird, sind mögliche Folgen eines unbehandelten Hallux rigidus.

Bei der äußeren Untersuchung während der Diagnose ist als weiteres typisches Symptom eines Hallux rigidus eine Verdickung des Großzehengrundgelenks zu erkennen. Diese ist entweder direkt erkennbar oder durch Tasten am erkrankten Großzehengrundgelenk als Verdickung zu erfühlen. Der Bereich rund um das erkrankte Gelenk ist darüber hinaus gelegentlich gerötet und im Vergleich zum umgebenden Gewebe überwärmt.

Der Versuch, das Gelenk zu bewegen, verursacht beim Hallux rigidus ebenso wie tastender Druck Schmerzen. Bei manchen Patienten sind auch Gelenkgeräusche zu hören, die durch die rauen Knorpelschichten, die aneinander reiben, erzeugt werden. Die Beweglichkeit des Gelenks ist je nach Grad des Hallux rigidus stark eingeschränkt bis unmöglich.

Diagnose von Hallux rigidus durch Röntgen

Die Bestätigung der durch Sichtung und Tasten gewonnenen Diagnose eines Hallux rigidus gibt ein Röntgenbild des Großzehengrundgelenks. Anhand des Röntgenbilds kann der behandelnde Arzt seine Diagnose weiter differenzieren und das Stadium der Versteifung sowie den Grad der Zerstörung des von einem Hallux rigidus betroffenen Gelenks bestimmen. Auf einer Röntgenaufnahme ist die Schädigung des Gelenks des großen Zehs bei einem Hallux rigidus zu erkennen. Die Gelenkspalte, die bei einem gesunden Fuß eine Knorpelschicht aufweist, ist durch den Knorpelverschleiß beim Hallux rigidus verschmälert. Des Weiteren ist auf einem Röntgenbild rund um das betroffene Gelenk eine subchondrale Sklerosierung (Verhärtung unter dem Knorpel) zu erkennen, die der Körper aufgebaut hat, um dem zunehmenden Verfall des Gelenks entgegenzuwirken.

Diagnose von Hallux rigidus: Bestimmung der Schweregrade

Um das Stadium der Gelenkdeformation zu beschreiben, gibt es vier Kategorien, die die verbliebene Beweglichkeit des Gelenks einordnen: Bei Grad I liegt eine anfängliche Bewegungseinschränkung um 20-25 % der ursprünglichen Bewegungsfreiheit vor. Da ein Hallux rigidus häufig einseitig auftritt, ist der gesunde Fuß der Maßstab für das Fortschreiten der Versteifung. Auf einer Röntgenaufnahme zeigen sich erste kleinere knöcherne Auswüchse, der Gelenkspalt ist noch weitgehend erhalten. Bei einer Bewegungseinschränkung bis zu 50 % geht man von Grad II des Hallux rigidus aus, die Einschränkung der Gelenkfunktion ist ebenso fortgeschritten wie die Degeneration des Gelenks. Bei Grad III des Hallux rigidus sind auf dem Röntgenbild eine rosendornartige Knochenwucherung zu erkennen und während des gesamten Bewegungsablaufs verspürt der Patient Schmerzen. Der Gelenkspalt ist als solcher nicht mehr erkennbar. Grad IV des Hallux rigidus schließlich beschreibt das Vollbild eines Hallux rigidus, also eines versteiften großen Zehs (Ankylose).

Anhand der Beschreibung der Beschwerden des Patienten, den Ergebnissen der Sicht- und Tastuntersuchung sowie einer Röntgenaufnahme kann der Arzt das Stadium der Erkrankung und den Grad der arthritischen Veränderungen eines Hallux rigidus bestimmen. Diese Daten aus der Diagnose sind ausschlaggebend für die anschließende Therapie des Hallux rigidus.

Pia-Susan Berger-Bügel

30.07.12

Diagnose