- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Hauterkrankungen - Neurodermitis - Hautpflege bei Neurodermitis

Hautpflege bei Neurodermitis

Viele Neurodermitispatienten leiden unter den Symptomen ihrer Erkrankung. Die Haut ist trocken, gerötet, sie juckt, es entstehen Ekzeme. Um Beschwerden in den Griff zu bekommen, gibt es unterschiedliche Therapieansätze.

Welche Behandlung in Betracht kommt, hängt vor allem von der Schwere der Erkrankung ab. Grundsätzlich kann Neurodermitis in drei verschiedene Stadien eingeteilt werden.

Patienten im Stadium 1 haben i. d. R. trockene Haut, sind aber symptomfrei. Bei Patienten in Stadium 2 ist die Haut außerdem gerötet und leicht entzündet. Im Stadium 3 ist die Haut i. d. R. aufgekratzt, es bilden sich Knötchen und Bläschen, die Haut ist sehr rot und juckt. Meist wechseln sich akute Schübe, bei denen sich die Haut verschlimmert, mit schubfreien Phasen, in denen Patienten beschwerdefrei sind, ab.

Für alle Stadien gilt: Das Wichtigste bei der ganzheitlichen Behandlung der Neurodermitis ist die Wiederherstellung der Hautbarriere – oder der Erhalt der Hautbarriere (in schubfreien Phasen). Die sog. Basistherapie steht deshalb im Mittelpunkt jeder Behandlung. Patienten sollten die Haut mindestens zweimal am Tag eincremen, unabhängig davon, ob Symptome gerade sichtbar sind oder nicht.

Da die Haut von Neurodermitis-Patienten i. d. R. mehr Feuchtigkeit verliert, sollten die zur Basistherapie eingesetzten Produkte darauf abzielen, das Wasser in der Haut zu binden.

Welche Produkte dafür im Detail verwendet werden, ist abhängig vom Alter der Patienten, der Jahreszeit und der betroffenen Körperregion. Grundsätzlich gilt, im Winter sollten Betroffene eher fetthaltige Salben und Cremes (Wasser-in-Öl-Emulsionen) verwenden, im Sommer eher eine Emulsion mit weniger Fett (Öl-in-Wasser-Emulsionen), da sie allein aufgrund der Jahreszeit ohnehin häufiger schwitzen und sehr fetthaltige Produkte dann häufig nicht vertragen werden.

Bewährt haben sich bei einigen Patienten zudem Produkte mit Harnstoff (nicht für Kinder unter drei Jahren) und Glyzerin. Diese Stoffe besitzen eine hohe Wasserbindungsfähigkeit und helfen so, das Austrocknen der Haut zu verhindern. Produkte mit Wollwachsalkohol, Konservierungs-, Duftstoffen oder Emulgatoren sollten Betroffene meiden, da sie können ein sog. Kontaktekzem auf diese Stoffe auslösen können. Stoffe, die ein Kontaktekzem auslösen, sollten nicht in den zur Basistherapie verwendeten Produkten enthalten sein.

Für Betroffene, deren Erkrankung sich im Stadium 1 befindet, ist die Basistherapie ausreichend.

Entzündung der Haut eindämmen

Bei Patienten, deren Neurodermitis sich in Stadium 2 befindet, ist die Haut gerötet und leicht entzündet. Dann sollten zusätzlich zur Basistherapie topische (=örtlich/äußerlich angewendete) Glukokortikoide und/oder Calcineurininhibitoren angewendet werden. Eine eine Phototherapie (auch UV-Therapie genannt) kann
ergänzend sinnvoll sein.

Im Stadium 3 erhalten Betroffene die Basistherapie sowie eine höhere Dosierung topischer Glukokortikoide oder Calcineurininhibitoren. Zusätzlich ist eine UV-Therapie angezeigt.

Die Therapie von Betroffenen im Stadium 4, die sich durch persistierende, schwer ausgeprägte Ekzeme äußert, kombiniert alle Therapien der Stadien 1 bis 3. Sie kann zusätzlich eine orale immunmodulierende Therapie mit Kortison, Ciclosporin, bei nichtansprechen oder Gegenanzeige alternativ Azathioprin oder Methotrexat beinhalten. Kontraindikationen dieser Therapie wie Bluthochdruck (Hypertonie) sowie Nieren- oder Lebererkrankungen sind zu beachten. Die UV-Therapie kann auch auf der Stufe 4 ergänzend eingesetzt werden, darf jedoch nicht in Verbindung mit immunmodulierenden Therapien angewendet werden.

Haut zusätzlich kühlen

Wichtig ist auch, dass im akuten Schub die Hautpflege weniger fetthaltig ist. Verwendete Cremes oder Lotionen sollten vor dem Auftragen im Kühlschrank gelagert werden, um einen zusätzlichen kühlenden Effekt zu erreichen. Feuchte Umschläge kühlen die Haut und können zusätzlich Linderung bringen.

Darüber hinaus gehören Maßnahmen zur Reduktion von Stress und der richtige Umgang bei Juckreiz zu den Behandlungsmaßnahmen dazu. Patientenschulungen können Betroffene hilfreiche Tipps vermitteln.

Lichttherapie

Die Lichttherapie (i. d. R. ab 18 Jahren) kann helfen, die Beschwerden zu lindern. Mithilfe des eingesetzten UV-Licht kann die Entzündung in der Haut reduziert werden. Etwa zehn bis 15 Behandlungen sind nötig, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

In Kombination mit einer UV-Licht-Behandlung können auch Bäder mit Meersalz eingesetzt werden. Das Meersalz kann den Effekt des Lichtes verstärken. Diese Therapie wird Balneophototherapie genannt.

Quelle: Patient und Haut 1/2018

23.07.18

Weiterführende Informationen zur Hautpflege bei Neurodermitis