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Hilfsmittel für Allergiker

Menschen mit Allergien müssen Stoffe meiden, auf die sie allergisch reagieren. Das ist manchmal leichter gesagt als getan, etwa wenn das Allergen an vielen Orten in der Luft vorkommt – darunter auch in den eigenen vier Wänden, wie es etwa beim Hausstaub der Fall ist. Da mittlerweile laut Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS-Studie) bei rund einem Drittel aller Erwachsenen in Deutschland bereits einmal eine allergische Erkrankung diagnostiziert wurde, gewinnen Hilfsmittel an Bedeutung, die dazu beitragen, die Allergenbelastung für die jeweilige Allergie zu reduzieren.

Auch Hilfsmittel für die Behandlung von allergischen Symptomen, etwa Inhalatoren oder Augentropfen, spielen eine immer wichtigere Rolle. Denn sie erleichtern Betroffenen das Leben zum Teil immens.

Kostenerstattung bei Hilfsmitteln

Zu den Hilfsmitteln zählen medizinische Produkte, die den Erfolg einer medizinischen Therapie gewährleisten oder die erkrankten, behinderten und/oder pflegebedürftigen Menschen helfen sollen, ihre krankheitsbedingten Einschränkungen auszugleichen bzw. ihre Lebenssituation zu erleichtern. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) legt in seinem Hilfsmittelverzeichnis fest, welche medizinischen Produkte zu den Hilfsmitteln zählen, deren Kosten die gesetzlichen Krankenkassen erstatten.

Das GKV-Hilfsmittelverzeichnis wird ständig aktualisiert und erweitert. Die Krankenkassen übernehmen daher u. U. auf Antrag auch die Kosten für ein nicht gelistetes Hilfsmittel – verpflichtet sind sie dazu aber nicht. Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens zählen nicht zu den erstattungsfähigen Hilfsmitteln – so bezahlen die Krankenkassen z. B. keine Sportkleidung, obwohl Ärzte Sport bei bestimmten Krankheiten als Therapie empfehlen. An den Kosten für die jeweiligen Hilfsmittel müssen sich gesetzlich Versicherte beteiligen, sofern sie nicht von der Zuzahlung befreit sind. Pro Hilfsmittel wird ein Betrag von 10 % der Kosten fällig, wenigstens jedoch fünf Euro, maximal zehn Euro.

Die Kassen erstatten i. d. R. nur die Kosten für medizinisch verordnete Hilfsmittel in Standardausführung, bei medizinischer Notwendigkeit übernehmen sie u. U. auch die Kosten für eine darüber hinausgehende Variante, vorausgesetzt der behandelnde Arzt begründet, warum diese erforderlich ist. Daraufhin prüft die zuständige Krankenkasse den Antrag. Kommt sie zu dem Schluss, dass ein Hilfsmittel in der Standardversion ausreicht, muss der Versicherte den Restbetrag selbst tragen, wählt er ein teureres Hilfsmittel.

Inhalations- und Atemtherapiegeräte

Zu den von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlten Hilfsmitteln für Allergiker zählen insbesondere Inhalations- und Atemtherapiegeräte. Dazu gehören u. a. Medikamentenvernebler für die unteren Atemwege. Kinder mit allergischem Asthma, die inhalative Arzneimittel benötigen, können oft noch nicht mit sog. Pulver- oder anderen Inhalatoren umgehen – sie sind daher bei der Inhalation der benötigten Medikamente auf Inhalationsgeräte angewiesen. Auch Inhalationshilfen wie Spacer gehören zu den Hilfsmitteln.

Messgeräte zur selbstständigen Lungenfunktionsmessung (Peak-Flow-Meter), die Patienten mit allergischem Asthma u. a. benötigen, um zu überprüfen, ob die verordnete Therapie dafür ausreicht das Asthma unter Kontrolle zu bringen, erkennen die Krankenkassen ebenfalls als erstattungsfähiges Hilfsmittel an.

Andere Hilfsmittel

Auch die Kosten für milbendichte Schutzbezüge für Matratzen, Bettdecke und Kopfkissen (sog. Encasings) übernehmen manche Krankenkassen nach medizinischer Verordnung auf Antrag. Einige Krankenkassen lehnen die Kostenübernahme jedoch mit der Begründung ab, dass es im Handel mittlerweile zahlreiche Bettdecken gibt, die für Allergiker geeignet und damit Alltagsgegenstände des täglichen Bedarfs sind. In jedem Fall sollten Betroffene mit Hausstaubmilbenallergie vor der Anschaffung von Encasings ihre Krankenkasse nach einer Kostenübernahme fragen. Pollenschutzgitter sind i. d. R. nicht erstattungsfähig, doch bei jeder Regel gibt es Ausnahmen, weshalb sich die Nachfrage bei der Krankenkasse u. U. lohnen kann.

Vor Pollen schützen

Sich als Betroffene vor Pollen zu schützen, auf deren Kontakt eine allergische Reaktion erfolgt, ist bei einem Aufenthalt im Freien schwierig. Deshalb ist es sinnvoll, zumindest die eigene Wohnung weitgehend pollenfrei zu halten, um einen Rückzugsraum zu haben, in dem die allergischen Symptome nicht auftreten oder zumindest weniger stark sind. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist daher, das Eindringen der Pollen in die Wohnung zu verhindern. Spätestens zu Beginn der Pollenblüte, besser jedoch bereits einige Zeit zuvor, sollten Pollenschutzgitter an Fenstern und Türen (so weit Letzteres möglich ist) angebracht werden. Sie sind so feinmaschig, dass sich rund 90 % der Pollen in ihnen verfangen. Auf diese Weise bleibt die Raumluft zwar nicht völlig pollenfrei, ein Großteil der Allergene wird jedoch abgefangen. Diese Gitter sollten regelmäßig erneuert oder gereinigt werden, denn je besser sie ihre Funktion erfüllen, umso stärker verschmutzen sie und lassen einerseits weniger Licht in die Wohnung, andererseits können sich auch mehr Pollen aus ihnen lösen. Das Abnehmen und die Reinigung sollte eine Person übernehmen, die nicht auf Pollen reagiert. Im Freien hilft unter Umständen auch ein Nasenfilter, der die Pollen aus der Luft filtert.

Auch ein Luftreiniger hilft bei einer Pollenallergie. Diese Geräte saugen die Raumluft an, die anschließend durch einen sehr engmaschigen Filter geleitet wird. Der Filter fängt nicht nur Pollen, sondern auch Hausstaub sowie Schimmelpilzsporen ein. Die wieder ausströmende Luft ist daher nahezu pollen- und hausstaubfrei. Menschen mit einer Allergie, die bereits auf kleinste Mengen „ihres“ Allergens in der Luft reagieren, sollten über die Anschaffung eines Luftreinigers nachdenken.

Hausstaub meiden

Hausstaub lässt sich im Gegensatz zu Pollen nicht aus der Wohnung „aussperren“. Die Hausstaubmilbe lebt in fast jedem Haushalt und ihre Hinterlassenschaften sind es, die die allergischen Symptome hervorrufen. Hausstaubmilbenkot lässt sich daher nur auf ein begrenztes Maß reduzieren, etwa durch Luftreiniger. Da Hausstaubmilben vor allem das feuchtwarme Klima im Schlafzimmer mögen und jeder Mensch einen großen Teil des Lebens im Bett verbringt, muss insbesondere dort der Hausstaub so gut wie möglich reduziert werden. Dabei helfen milbendichte Matratzen-, Bett- und Kissenbezüge, regelmäßiges, gründliches Lüften und das Reinigen von Böden, Bettgestell und Möbeln.

Menschen mit sowohl Pollen- als auch Hausstauballergie sollten über die Anschaffung eines Staubsaugers nachdenken, der mit einem sogenannten HEPA-Filter ausgestattet ist. Dieser Filter fängt selbst kleinste Partikel ein und sorgt dafür, dass sie nicht wieder in die Raumluft gelangen, sondern dortbleiben, wo sie sollen: im Staubsauger. Eine weitere Möglichkeit sind Saugsysteme mit Wasserfilter. Der Hausstaub wird dabei ins Wasser geleitet und kann nicht wieder in die Raumluft gelangen.

Menschen mit einer Allergie, die ein Haus bauen, können zudem darüber nachdenken, einen Zentralstaubsauger einbauen zu lassen. Bei einer solchen Anlage befindet sich ein Zentralgerät mit hoher Saugleistung z. B. im Keller und wird an ein Rohrleitungssystem angeschlossen, das in jede Etage führt. An die dort befindlichen Saugsteckdosen wird bei Bedarf ein Saugrohr angeschlossen, das den Staub/die Pollen zum zentralen Auffanggerät führt. Der Hausstaub lässt sich somit nahezu komplett aus den Räumen entfernen, die Abluft leitet der Zentralsauger ins Freie.

Hilfsmittel, die Symptome lindern

Zu den Hilfsmitteln, die Symptome der Allergie abmildern, gehören z. B. Augentropfen. Insbesondere bei Heuschnupfen tränen und jucken Augen unter Umständen stark. Augentropfen mit Cromoglicinsäure, mit deren Anwendung bereits ein bis zwei Wochen vor Beginn der Pollenflugzeit begonnen werden sollte, sowie Augentropfen mit Antihistaminika sind besonders geeignet. Bei Atemwegsproblemen und allergischem Asthma tragen verschiedene Inhalationshilfen dazu bei, dass die verordneten Medikamente richtig appliziert werden. Manchmal müssen Betroffene ausprobieren, mit welcher Inhalationshilfe (z. B. Dosieraerosol, Spacer, Druckluftvernebler) sie am besten zurechtkommen.

Quellen:
allergikus 4/2018
allergikus 4/2016

09.04.19

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