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Hormonumstellung in den Wechseljahren kann Krebs der Gebärmutter auslösen

Jedes Jahr erkranken etwa 10.600 Frauen an Gebärmutterkörperkrebs. I. d. R. bilden sich die Tumoren in der Schleimhaut der Gebärmutter, weshalb er auch als Endometriumkarzinom bezeichnet wird. Im Durchschnitt sind Patientinnen knapp 70 Jahre alt, wenn der Tumor entdeckt wird.

Grundsätzlich sind zwei Hormone für den Zyklus einer Frau verantwortlich: Östrogen und das Gelbkörperhormon Progesteron. Diese beiden Hormone ermöglichen, dass sich eine Eizelle über die Eileiter auf den Weg in die Gebärmutter macht und auf diesem Weg befruchtet werden kann. In dieser Zeit baut sich auch die Schleimhaut der Gebärmutter auf, damit sich hier u. U. eine befruchtete Eizelle einnisten kann. Entsteht keine Schwangerschaft, wird die Gebärmutterschleimhaut zum Großteil wieder abgestoßen und im nächsten Zyklus neu gebildet. Für die Abstoßung der Schleimhaut ist in erster Linie das Progesteron, das zu den sog. Gestagenen gehört, verantwortlich.

Hormonhaushalt nicht mehr im Gleichgewicht

Mit dem Eintritt in die Wechseljahre verändert sich der Hormonhaushalt im Körper der Frau. Zunächst verringert sich die Menge des Progesterons, später auch des Östrogens. Da jedoch das Östrogen i. d. R. noch länger seine Wirkung entfaltet – also für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut sorgt – kann die Schleimhaut in der Gebärmutter übermäßig wachsen. Denn: Der Gegenspieler Progesteron, der dies verhindern würde, da er die Abstoßung in Gang setzt, fehlt. Dieses übermäßige Wachstum kann dazu führen, dass Zellen in der Schleimhaut entarten, also zu Krebszellen werden und sich ein Tumor bildet.

Aus diesem Grund sind vor allem Frauen nach den Wechseljahren betroffen. Eine besondere Gefahr an Gebärmutterkörperkrebs zu erkranken, besteht dann, wenn Frauen in dieser Zeit zudem im Rahmen einer Hormonersatztherapie Östrogene zu sich nehmen, um die Nebenwirkungen der Wechseljahre abzumildern.

Gebärmutter wird entfernt

Die Therapie der Wahl beim Endometriumkarzinom ist die Entnahme des Tumors. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Krebszellen auch entfernt werden. Zu diesem Zweck wird i. d. R. die Gebärmutter entfernt, ebenso die Eierstöcke und die Eileiter, da sich hier häufig Metastasen bilden. U. u. müssen zudem Lymphknoten entfernt werden. Dies hängt davon ab, ob sich dort bereits erste Krebszellen finden lassen. Wie viele Lymphknoten entfernt werden müssen, ist von dem Ausmaß der Verbreitung der Krebszellen abhängig. Sind weitere Organe betroffen, etwa der Darm, dann müssen auch Tumoren dort entfernt werden.

Wird der Tumor früh entdeckt und es haben sich noch keine Metastasen gebildet, sind die Heilungschancen sehr gut. Deshalb ist es wichtig, bei unklaren Beschwerden den Arzt aufzusuchen. Dazu gehören z. B. Blutungen nach den Wechseljahren, starke Monats- oder Zwischenblutungen, häufige Schmierblutungen sowie starke Schmerzen im Unterleib sowie eine ungewollte und anhaltende Gewichtsabnahme.

U. u. folgt nach der Operation Bestrahlung oder auch Chemotherapie. Dies hängt davon ab, in welchem Stadium die Krankheit diagnostiziert wurde und ob die Gefahr für einen Rückfall besonders hoch ist. Dann zielen diese beiden Therapien darauf ab, noch nicht sichtbare Krebszellen zu zerstören, wobei die Chemotherapie systemisch, also auf den ganzen Körper wirkt, und die Strahlentherapie lokal auf einen bestimmten Bereich begrenzt ist.

Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, den Krebs der Gebärmutter mit Hormonen zu behandeln. Allerdings kann eine solche Behandlung i. d. R. das Wachstum des Tumors lediglich verlangsamen. Deshalb ist die Behandlung ggf. eine Option für jüngere Frauen, die noch schwanger werden möchten. Sie können das Wachstum der Krebszellen so verlangsamen und sich dann nach der Schwangerschaft die Gebärmutter entfernen lassen. Dies ist aber nur möglich, wenn der Tumor in einem sehr frühen Stadium entdeckt wurde. Außerdem müssen sich Frauen bewusst sein, dass immer ein erhöhtes Risiko für einen Rückfall besteht, wenn die Entfernung des Tumors hinausgeschoben wird.

Tumoren in der Gebärmutter entstehen vermehrt bei Frauen, die sehr früh ihre erste Periode bekommen haben, die im Laufe der Jahre immer wieder lange Zyklen ohne einen Eisprung hatten, die erst spät ihre letzte Regelblutung hatten und die kinderlos geblieben sind.

Quelle: Leben? Leben! 2/2018

11.10.18