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Insulinpumpe: Was muss man beim Sport beachten?

Wer Sport treibt, muss seinen Blutzuckerspiegel besonders im Auge behalten. Viele Leistungssportler tragen beispielsweise eine Insulinpumpe – diese erleichtert ihnen die Anpassung der Insulindosis. Doch was müssen Pumpenträger beim Sport beachten?

Nüchtern vor dem Training

Oft wünschen sich Sportler mit Diabetes beispielsweise, vor dem Training nichts essen zu müssen. Dies ist prinzipiell möglich: Laut einem Bericht der Ärztezeitung sollten Menschen mit Diabetes und Insulinpumpe vor einem aeroben Ausdauertraining nüchtern sein und keinen Bolus geben. Die Basalrate sollte anderthalb Stunden vor dem Training auf 70 % gesenkt werden. So erklärte es der Diabetesberater Heiko Müller, Wiesbaden, auf dem Diabetes-Kongress 2017 in Hamburg. Auf diese Weise bleibe auch bei einem Ausdauertraining von einer Stunde der Nüchternblutzucker stabil. Diese Methode lässt sich auch vor Ausdauerwettkämpfen anwenden: Der letzte Bolus sollte viereinhalb Stunden vor dem Start erfolgen, die Basalrate anderthalb Stunden vorher auf 70 % heruntergefahren werden.

Beim Start sollte man darauf achten, dass der Nüchternblutzucker im richtigen Bereich ist. Wichtig ist es, beim Wettkampf ausreichend Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Dies entspreche beim Fahrradfahren etwa 30 Gramm pro Stunde, so Müller.

Stresshormone beachten

Die Basalrate vor dem Wettkampf sollte in Abhängigkeit davon erfolgen, wann der letzte Bolus gegeben wurde. So wirkten kurz wirksame Analoginsuline oft länger als angenommen, mindestens vier Stunden. Weiterhin sollte man vor einem Wettkampf die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin beachten, welche eine Insulinresistenz zur Folge haben kann. Laut Diabetes Ratgeber kann es auch nach dem Training passieren, dass der Blutzuckerspiegel durch die Ausschüttung von Stresshormonen plötzlich ansteigt und einige Extra-Einheiten Insulin gegeben werden müssen.

Diabetes und Sport: Das passiert im Körper

Was passiert im Körper beim Sport? Laut Diabetes Ratgeber verbrennen die Muskeln einerseits mehr Zucker und füllen ihre Depots u. a. aus dem Blutzucker auf, andererseits wirkt das Insulin besser, da durch den Sport die Insulinempfindlichkeit der Zellen steigt.

Dadurch steigt das Risiko für Unterzuckerungen und zwar auch für die Stunden nach dem Sport. Es ist dabei eine individuelle Entscheidung, wie man diese vermeiden kann – ob durch weniger Insulin oder die Aufnahme von mehr Kohlenhydraten oder eine Kombination aus beidem.

Für die erste Mahlzeit nach dem Sport wird oft weniger Insulin als sonst benötigt. Damit es nicht in der Nacht zu Unterzuckerungen kommt, kann es notwendig sein, die Basalrate der Insulinpumpe zu reduzieren.

Quelle: Befund Diabetes 1/2018

23.07.18