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Keuchhusten

Keuchhusten (medizinisch Pertussis) ist nicht nur eine Kinderkrankheit: 60 % der Betroffenen sind älter als 19 Jahre. Doch häufig wird der Keuchhusten als hartnäckige Erkältung oder Bronchitis verkannt. Bis zur richtigen Diagnose vergeht so oftmals zu viel Zeit.

Keuchhusten ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Bordetella pertussis verursacht wird. Der Erreger bildet Giftstoffe wie z. B. das Pertussis-Toxin, die die Schleimhäute der Atemwege zerstört. Einige der Giftstoffe reduzieren zudem die lokalen Abwehrkräfte. Infektionen mit den Bakterien Bordetella parapertussis oder Bordetella holmesii sind seltener. Die Betroffenen zeigen zwar ein dem Keuchhusten ähnliches Krankheitsbild, allerdings verlaufen die Erkrankungen häufig leichter und die Erkrankungsphasen sind kürzer.

Ansteckung

Keuchhusten kommt weltweit vor und ist hochansteckend. Übertragen wird es durch sogenannte Tröpfcheninfektion, bei der Krankheitserreger durch Niesen, Husten oder Sprechen von der infizierten Person in die Luft gelangen. Menschen, die sich innerhalb eines Abstandes von etwa einem Meter zu dem Infizierten befinden, können die kleinen Krankheitserreger einatmen und sich dadurch ebenfalls anstecken.

Der Verlauf einer Keuchhusten-Erkrankung bei Erwachsenen

Die ersten Krankheitszeichen treten etwa eine Woche nach Ansteckung auf. Für ein bis zwei Wochen leiden Betroffene dann unter typischen Erkältungs-Beschwerden wie Schnupfen, uncharakteristischem Husten, Schwächegefühl und leichtem bis mäßigem Fieber (Stadium catarrahle). Danach beginnen die eigentlichen, krampfartigen Hustenanfälle. Kennzeichen dieses Stakkato-Hustens ist das Einziehen der Luft durch den geschlossenen, stimmbildenden Apparat, der Glottis. In der Regel würgen Betroffene bei den Hustenattacken zähen Schleim hervor und sie müssen sich anschließend übergeben. Diese Hustenattacken dauern etwa vier bis sechs Wochen an. In der anschließenden sechs- bis zehnwöchigen Erholungsphase klingen die krampfartigen Anfälle langsam ab.

Nicht immer wird eine Keuchhusten-Erkrankung bei Erwachsenen sofort erkannt. Erschwert wird die Diagnose, da der Stakkato-Husten auftreten kann, aber nicht muss. Oft verläuft die Erkrankung eher wie eine Bronchitis. Daher sollte man bei einem Husten, der lange anhält, auf Keuchhusten testen.

Folgen einer Keuchhusten-Erkrankung

Besonders gefährlich ist der Keuchhusten für Neugeborene: Mehr als die Hälfte müssen im Krankenhaus behandelt werden. Aber auch für erwachsene Betroffene kann eine Keuchhusten-Infektion erhebliche Konsequenzen haben. Bei etwa einem von vier Erwachsenen mit Keuchhusten treten Komplikationen wie Gewichtsverlust, Rippenbrüche, Inkontinenz oder – seltener – Hirnblutungen auf. Einer bis vier von 100 erkrankten Erwachsenen muss im Krankenhaus behandelt werden – meist sind es ältere Menschen. Langzeitfolgen können allergische Erkrankungen oder Asthma bronchiale sein.

Komplikation: Lungenentzündung

Die häufigste Komplikation bei einer Keuchhusten-Infektion ist die Lungenentzündung, die bei etwa 10 % der erkrankten Säuglinge und älteren Betroffenen auftritt. Jugendliche oder junge Erwachsene sind hiervon seltener betroffen. Ausgelöst wird sie meist durch eine Infektion (Superinfektion) mit anderen Bakterien wie z. B. Pneumokokken.

Fälle nehmen zu

Seit Jahren steigt die Zahl der Keuchhusten-Fälle. Im Jahr 2017 zählte das Robert Koch-Institut 16.000 Keuchhusten-Erkrankungen – 2.500 bzw. 7.000 mehr als im Vorjahr bzw. 2015. Dabei sind keinesfalls hauptsichtlich Kinder betroffen. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt zwischen 35 und 42 Jahre. Grund hierfür ist, dass jüngere Kinder ausreichend geimpft sind, bei den Erwachsenen jedoch nur jeder fünfte oder zehnte.

Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher für Erwachsene, die nächste Tetanus- und Diphtherie-Impfung einmalig als Kombination mit einer Keuchhusten-Impfung durchführen zu lassen. Nach einer Erkrankung ist man in der Regel sieben bis 20 Jahre, nach einer Impfung etwa drei bis 12 Jahre geschützt. Danach kann man sich erneut mit Keuchhusten anstecken.

Die Impfung wird meist gut vertragen. Mögliche Impfreaktionen einer Keuchhusten-Impfung sind:

  • eine gerötete oder geschwollene Einstichstelle
  • selten schwillt die Gliedmaße komplett an
  • Manchmal treten in den ersten drei Tagen Frösteln, Müdigkeit, Muskelschmerzen oder Magen-Darm-Probleme auf, die jedoch nach fünf Tagen wieder abklingen.

Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen sind selten. Nachteil des Impfstoffes ist jedoch, dass er einen Wirkungsgrad von nur 85 % besitzt, d. h. einer von sechs Geimpften ist nicht geschützt.

Was sollten Erwachsene bei einer Erkrankung beachten?

  • Kontakt zu Säuglingen, Kleinkindern und älteren Leuten meiden
  • Bei schweren Grunderkrankungen muss eine Keuchhusten-Infektion in der Regel im Krankenhaus behandelt werden.
  • Viel trinken, kleine Mahlzeiten zu sich nehmen (Würgereiz)
  • Vor einem Arztbesuch sollte man die Praxis informieren. So kann der Arzt Maßnahmen ergreifen, um andere Patienten vor einer Ansteckung zu schützen.
  • Bevor man Medikamente einnimmt, sollte man die Einnahme mit einem Arzt besprechen. Manchmal verschreibt der Arzt ein Antibiotikum. Dieses kann – rechtzeitig eingenommen – die Dauer der Erkrankung verkürzen.
  • Leute, die an einem Keuchhusten leiden, dürfen unter anderem keine Lehr-, Erziehungs-, Pflege-, Aufsichts- oder sonstige Tätigkeiten ausüben.

Quelle: COPD und Asthma 4/2018

27.03.19

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