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Kinderwunsch bei Diabetes

Wenn Frauen mit Diabetes schwanger werden möchten, müssen sie auf zahlreiche Punkte achten, die wesentlich für die Gesundheit des Kindes sind. Die optimale Blutzuckereinstellung ist nur ein Kriterium.

Schwanger mit Diabetes? Geht das überhaupt? Und wenn ja, mit welchen Komplikationen ist zu rechnen? Laut gesundheit.gv.at ist eine Schwangerschaft bei Frauen mit Diabetes mit einigen Risiken verbunden. Daher ist eine der wichtigsten Voraussetzungen die gute Einstellung des Diabetes, dadurch können sowohl Komplikationen während der Schwangerschaft als auch Schädigungen des Babys verhindert werden.

Entschließt sich eine Frau, die bereits an Diabetes leidet, schwanger zu werden, muss sie sich darüber im Klaren sein, dass sie zum Verlauf der Schwangerschaft und der Gesundheit des Kindes wesentlich beitragen kann. Einerseits sollte die Schwangerschaft gut geplant sein, andererseits der Blutzucker schon vor der Empfängnis unter Kontrolle gebracht werden.

Insulinbedarf verändert sich während Schwangerschaft

Ab der zweiten Schwangerschaftswoche kommt es im Körper der Mutter zu vielen Stoffwechselumstellungen, wodurch die Insulinempfindlichkeit herabgesetzt wird, heißt es im Österreichischen Diabetesbericht. Dadurch sprechen die Zellen der Mutter schlechter auf Insulin an, wodurch der Blutzucker nach dem Essen länger erhöht bleibt. Dadurch ist eine größere Menge an Insulin nötig, um den Spiegel zu normalisieren.

Der Insulinbedarf muss also während der Schwangerschaft individuell angepasst werden. Während manche Mütter im ersten Drittel der Schwangerschaft weniger Insulin benötigen, kommt es durch den Anstieg der von der Plazenta gebildeten Hormone in der zweiten Schwangerschaftshälfte zur Abnahme der Insulinempfindlichkeit und der Bedarf steigt an. Gegen Ende der Schwangerschaft und während der Entbindung sinkt der Bedarf wieder. Unmittelbar nach der Entbindung fällt der Insulinbedarf ab. Daher muss die Insulinmenge einige Tage nach der Geburt wieder neu angepasst werden.

Mögliche Schädigungen des Babys

Ein erhöhter Blutzuckerspiegel der Mutter kann zu Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen des Kindes führen. Das Risiko dafür ist allerdings abhängig von der Höhe des Blutzuckers der Mutter zum Zeitpunkt der Empfängnis und während der Schwangerschaft. Hohe Insulinwerte können beim Kind zu übermäßigem Wachstum und Fetteinlagerungen führen. Das stellt auch ein Problem bei der Geburt dar – die Rate der Komplikationen sowie die Anzahl von Kaiserschnitten sind bei Frauen mit Diabetes deutlich höher. Auch die Fehlbildungsrate ist etwa viermal so hoch wie bei Frauen ohne Diabetes und abhängig von der Blutzuckereinstellung. Zudem besteht ein höheres Risiko für Fehlgeburten.

Vorsorge bei geplanter Schwangerschaft

Schon vor der Empfängnis sollte der Blutzucker optimal eingestellt und eine Schulung vorgenommen werden. Im besten Fall sollte die Stoffwechsellage bereits drei Monate vor der Konzeption annähernd normal sein. Bei so geplanten Schwangerschaften ist das Fehlbildungsrisiko für das Kind geringer als bei ungeplanten Schwangerschaften. Und wenn eine Frau diätetisch beraten wird und weiß, worauf es bei der Schwangerschaft ankommt, kann die Problematik und Gefährdung für das Baby reduziert werden.

Während der Schwangerschaft müssen dann die Blutzuckerzielwerte und der Insulinbedarf ständig neu angepasst werden. Zudem sind regelmäßige Blutzuckerselbstkontrollen, Kontrollen des Urins auf Zucker und die Erstellung von Blutzuckertagesprofilen wesentlich, um die Werte zu überwachen und zu kontrollieren. Zusätzlich zu den Untersuchungen, die im Mutter-Kind-Pass vorgesehen sind, sollte eine Schwangere mit Diabetes auch monatliche Ultraschalluntersuchungen durchführen lassen, um Hinweise auf Störungen beim Fötus rechtzeitig zu erkennen. Gegen Ende der Schwangerschaft sind zudem regelmäßige Kardiotokografien ratsam. Für die Entbindung sollte dann ein Krankenhaus mit diabetologischer Erfahrung und angeschlossener Neonatologie ausgewählt werden.

Quelle: Befund Diabetes Österreich 1/2018

10.10.18