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Komplementäre Behandlungsmethoden bei Krebs

Operation, Chemotherapie und Bestrahlung sind die drei wichtigsten Säulen bei der Behandlung einer Krebserkrankung. Welche Therapien im Einzelnen angewandt werden, hängt u. a. von Art und Schwere der Erkrankung ab. Leitlinien geben Behandlungsabläufe vor, deren Wirksamkeit durch langjährige Erfahrung und wissenschaftliche Forschung belegt ist.

Ergänzt werden im Rahmen der sog. integrativen Medizin komplementäre Behandlungsmethoden. Diese müssen klar von alternativen Methoden abgegrenzt werden.

Komplementär und alternativ klar unterscheiden

Die Begrifflichkeiten alternative Medizin bzw. komplementäre Medizin müssen klar getrennt werden. Als alternative Medizin werden i. d. R. Praktiken bezeichnet, die nicht evidenzbasiert (Patientenversorgung auf Basis der besten zur Verfügung stehenden Daten) sind, d. h. auf der Grundlage von empirisch nachgewiesener Wirksamkeit. Häufig sind alternative Methoden umstritten. Gerade bei alleiniger Anwendung können sie besonders bei Krebserkrankungen u. U. gefährlich sein. Sie wird anstatt (alternativ) einer Standardbehandlung durchgeführt.

Anders sieht dies bei komplementären Behandlungsmethoden aus. Komplementäre Methoden werden in Ergänzung zur konventionellen Schulmedizin eingesetzt. Komplementäre Therapien können Symptome von Erkrankungen und Nebenwirkungen von schulmedizinischen Therapien lindern und die Lebensqualität verbessern.

Zu den komplementären Behandlungsmethoden gehören unterschiedliche Maßnahmen und Anwendungen, angefangen bei der Ernährung, über die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oder pflanzlichen Arzneimitteln, bis hin zu Entspannungstechniken und Bewegung. Erkrankte probieren hier häufig einiges aus. Sie möchten selbst aktiv werden, selbst alles Mögliche tun, um ihre Beschwerden zu lindern und ihre Heilung zu fördern.

Grundsätzlich können viele dieser Maßnahmen bedenkenlos angewandt werden, wenn betroffene Frauen einige wichtige Hinweise beachten. Gerade deshalb sollten Patientinnen die Anwendung und Einnahme, die sie als Ergänzung zur Standardtherapie anstreben, mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Ernährung

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen ist grundsätzlich immer wichtig, um den Körper ausreichend mit Energie zu versorgen. Krebspatientinnen sollten deshalb darauf achten, dass sie genügend Obst und Gemüse zu sich nehmen. Auch eiweißreiche Kost kann hilfreich sein, um einer Mangelernährung und einem damit einhergehenden ungewollten Abbau von Muskel- und Fettmasse entgegenzuwirken. Gerade während einer Chemotherapie kann das Essen schwerfallen, ausgelöst durch Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit.

Nahrungsergänzungsmittel

Grundsätzlich werden wichtige Nährstoffe am besten über die Nahrung aufgenommen. Fällt dies schwer oder ist dies nicht umsetzbar, können Nahrungsergänzungsmittel den Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Wer seinen Körper so unterstützen möchte, sollte sich vorher von seinem Arzt beraten lassen. Von einer Einnahme in Eigenregie sollten Betroffene absehen. Wichtig ist die richtige Dosierung, da eine zu hohe Dosierung von Nahrungsergänzungsmitteln negative Folgen haben kann.

Selentherapie

Bei der Selentherapie wird Selen dem Körper im Form von Na-Selenit, eine Verbindung von Selen und Natrium, zugeführt. Selen spielt in unserem Körper eine Rolle bei der Bekämpfung der sog. freien Radikale, die die Zellen schädigen können und bei der Chemo- und Strahlentherapie vermehrt entstehen. Selen zeigt in Untersuchungen eine schützende Wirkung auf gesunde Körperzellen – nicht jedoch auf die Tumorzellen, die auch bei erhöhter Selenzufuhr weiter von den Therapien angegriffen werden. In Studien konnte man laut des Online-Portals Komplementäre Behandlungsmethoden bei Krebserkrankungen sogar feststellen, dass die Wirkung der Chemo- und Strahlentherapie unter der Einnahme von Na-Selenit stärker war. Auch die Nebenwirkungen der Standardbehandlung waren geringer, wie andere klinische Untersuchungen zeigten.

Na-Selenit Präparate sollte man nicht mit Vitamin-C-haltigen Arzneimitteln, Getränken oder Speisen einnehmen, da Selen sonst nicht mehr für den Körper verwertbar ist. Die Selentherapie gehört zu den wirksamkeitsgeprüften komplementären Maßnahmen.

Misteltherapie

Die Misteltherapie ist ein häufiges Verfahren in der Komplementärmedizin. Die Mistelextrakte stammen aus verschiedenen Wirtsbäumen. Die eigentliche Misteltherapie wird dann individuell nach Krebsart und Geschlecht abgestimmt und angewendet. Klinische Studien zeigen, dass die komplementäre Misteltherapie Nebenwirkungen der Krebsstandardtherapien wie Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsabnahme, Müdigkeit oder depressive Verstimmungen mindern kann. Beobachtungen an Krebspatienten weisen auch auf ein stabilisiertes Immunsystem durch die Misteltherapie hin. Versuche im Reagenzglas zeigen die zellabtötende und immunaktivierende Wirkung der Mistel, auch bei Versuchen an Tieren wurden vielversprechende Effekte gegen Tumoren, Metastasen und Infektionen festgestellt.

Nach wissenschaftlichen Kriterien ist die Wirksamkeit nicht bewiesen, da es bei den bisherigen Studien methodische Mängel gibt. Deshalb wird die Misteltherapie als nicht ausreichend wirksamkeitsgeprüft eingestuft. Es ist angeraten, vor der Anwendung den Arzt zu fragen, da die immunstimmulierende Wirkung auch schädigend sein kann, z. B. bei Leukämiepatienten.

Sport

Menschen mit Krebs sollten möglichst in Bewegung bleiben – mittlerweile empfehlen Ärzte Sport und Bewegung in mittlerer Intensität. Sport erhöht die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit und schützt offenbar auch vor Rückfällen. Das haben nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) beispielsweise Untersuchungen an Frauen mit Brustkrebs gezeigt. Daher sollte Sport auch nach Abschluss der Therapie zum Lebensstil dazugehören.

Entspannungsverfahren

Entspannungsverfahren und Methoden zum Stressabbau helfen bei der Verarbeitung der Krebserkrankung und beim Durchstehen der meist sehr kräftezehrenden Krebstherapie. Sie fördern die psychische Gesundheit und stabilisieren das seelische Gleichgewicht – wichtige Voraussetzungen, um die Krebstherapie durchzuhalten und auch in anderen Bereichen ein aktives Leben führen zu können. Zu den anerkannten Entspannungsverfahren gehören beispielsweise Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Meditationsverfahren wie die Achtsamkeitsmeditation oder auch Yoga. Die entsprechenden Methoden können in Rehakliniken oder Kursen erlernt werden – hier gibt es verschiedene Anbieter, von den Landeskrebsgesellschaften und Krankenkassen bis hin zu Volkshochschulen und privaten Lehrern.

Orthomolekulare Therapie

Bei der orthomolekularen Therapie werden dem Körper sog. natürliche Mikronährstoffe zugeführt, wie Vitamine, Enzyme oder Aminosäuren. Krebspatienten haben eine hohen Bedarf an diesen Mikronährstoffen, zum einen wegen ihrer Erkrankung aber auch wegen der Krebsbehandlung – und dieser Bedarf ist mitunter durch eine gesunde Ernährung allein nicht zu decken, informiert das Online-Portal Komplementäre Behandlungsmethoden bei Krebserkrankungen. Deshalb kann es sinnvoll sein, Mikronährstoffe gezielt zuzuführen. In Studien hat sich gezeigt, dass ein Mangel an Vitaminen und Spurenelementen dazu führen kann, dass Patienten schlechter auf die Krebstherapie ansprechen, stärker unter Nebenwirkungen leiden und daher auch eine schlechtere Lebensqualität haben.

Bei manchen Krebspatienten besteht zudem dass Problem, dass sie frisches Obst und Gemüse nur unter Schmerzen verzehren können bzw. sie dagegen allergisch sind oder sie stark unter Gewichtsverlust und Auszehrung leiden – dann kann eine zusätzliche Zufuhr von Mikronährstoffen sinnvoll sein, ebenso, wenn ein Mangel bereits nachgewiesen ist. Das sollte allerdings mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Enzymtherapie

Die Enzymtherapie gehört laut dem Online-Portal Komplementäre Behandlungsmethoden bei Krebserkrankungen zu den wirksamkeitsgeprüften Maßnahmen der Komplementärmedizin. Sog. proteolytische Enzymgemische haben sich in Studien als wirksam erwiesen – z. B. zeigen Patienten mit Brustkrebs, Darmkrebs oder einem Plasmozytom eine bessere Lebensqualität da die Nebenwirkungen gelindert werden. So haben sie seltener Schleimhautschäden, leiden weniger unter Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, haben einen geringen Gewichtsverlust und weniger starke Hautreaktionen. Empfehlenswert sind i. d. R. insbesondere Kombinationen aus Natriumselenit (Selen), pflanzlichen Enzymen sowie Linsenlektingemisch, die insbesondere Haut und Schleimhäute schützen können, heißt es weiter.

Pflanzliche Arzneimittel und Homöopathie

Wer mit pflanzlichen Arzneimitteln Nebenwirkungen der Therapie lindern möchte, sollte sich vorab über mögliche Wechselwirkungen mit den Medikamenten und Maßnahmen der schulmedizinischen Behandlung informieren. Nur so können unerwünschte Nebeneffekte vermieden werden. So können beispielsweise sog. Phytoöstrogene (Pflanzenstoffe, die z. T. ähnlich wirken wie Hormone) das Tumorwachstum verstärken. Der beste Ansprechpartner hierfür ist der behandelnde Onkologe.

Selten ist die Wirksamkeit pflanzlicher Mittel durch Studien bewiesen. Dennoch können diese Medikamente Frauen im Einzelfall helfen, Beschwerden zu lindern. So hilft z. B. Traubensilberkerze gegen Wechseljahresbeschwerden, Ginseng gegen Erschöpfungszustände (nicht für Patientinnen mit einem hormonabhängigen Tumor), Salbeiextrakt gegen Hitzewallungen, Calendula-Salbe bei empfindlichen Hautstellen nach einer Bestrahlung oder Ingwerextrakt gegen Übelkeit und Erbrechen.

Darüber hinaus wird auch Homöopathie als komplementäre Maßnahme während einer Krebstherapie eingesetzt. Auch sie kann helfen, Nebenwirkungen zu lindern. Beweise gibt es hierfür allerdings nicht.

Quelle: Leben? Leben! 2/2018
Befund Krebs 1/2017

04.12.18

Komplementäre Behandlungsmethoden