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Krebs – Eine individuelle Therapie für jeden Patienten

Krebs entsteht, wenn körpereigene Zellen sich krankhaft verändern, sich unkontrolliert vermehren. Krebszellen werden in Blut- und Lymphbahnen ausgesendet, breiten sich im Körper aus. Doch Krebs ist nicht gleich Krebs.

Jeder Tumor hat spezifische Eigenschaften, die dank medizinischer Fortschritte immer besser identifiziert werden können. Eine Voraussetzung für eine (möglichst) spezifizierte, individuelle Behandlung jeder Patientin, eine Voraussetzung für die sogenannte personalisierte Krebsmedizin. Das heißt, eine Krebsmedizin, die die speziellen Eigenschaften des Tumors bei der Behandlung der Erkrankung berücksichtigt.

Fortschritte bei Diagnose und Behandlung

Wenn die Eigenschaften des Tumors bestimmt – also diagnostiziert – werden können, kann die Therapie darauf abgestimmt werden. So werden genetische Merkmalen und spezifische biologische Eigenschaften des Tumors herausgefiltert, mit denen Aussagen über die Tumorzelle getroffen werden können. Die Therapie wird (nach Möglichkeit) dann entsprechend angepasst.

Ziel der personalisierten Krebsmedizin ist es, auf diese Weise die Wirksamkeit der Therapie erhöhen. Die Krebszellen sollen genau an der Stelle angegriffen werden, an der man ihnen den größtmöglichen Schaden zufügen kann. Ziel ist, eine Therapie (z. B. Chemotherapie) nur bei Patientinnen einzusetzen, die von dieser Therapie tatsächlich profitieren. So soll Patientinnen mit einer individuell auf sie zugeschnittenen Behandlung eine Übertherapie erspart bleiben – ebenso wie damit verbundenen Nebenwirkungen. Eine Patientin erhält im Idealfall also einen Therapieplan, der die Eigenschaften ihres Tumors berücksichtigt und die Therapien enthält, für sie infrage kommt.

Bei der Behandlung von Brustkrebs kommt personalisierte Therapie schon länger zum Einsatz, da bereits viele Arten von Brustkrebs voneinander unterschieden werden können. Es geht dabei, in erster Linie um eine Behandlung einzelner Patientinnengruppen, deren Tumoren gleiche Eigenschaften aufweisen.

In der personalisierten Medizin nehmen sogenannte zielgerichtete Therapien eine besondere Rolle ein. Anders als systemische, also auf den ganzen Körper wirkende Therapien, können mit zielgerichteten Therapien die zuvor bestimmten spezifischen Eigenschaften des Tumors genauer angegriffen werden. Bei einer Systemtherapie, etwa der Chemotherapie, werden auch gesunde Zellen unter Umständen geschädigt. Sichtbar wird dies bei einer Chemotherapie etwa durch den Ausfall der Haare, da diese auch die in den Haaren vorhandenen schnell wachsenden Zellen zerstört – und nicht nur die schnell wachsenden Krebszellen.

Zielgerichtete Therapien

Zielgerichtete Therapien können u. a. das Immunsystem aktivieren, damit Krebszellen selbst besser bekämpfen kann, dem Tumor seine Nahrung entziehen oder Wachstumssignale in den Tumorzellen gezielt unterdrücken.

Trotz der großen Fortschritte in den vergangenen Jahren erzielt werden konnten, steht nicht für alle Krebsarten eine spezifische Therapie zur Verfügung. Voraussetzung dafür ist, dass es möglich ist, die Eigenschaften des Tumors zu bestimmen und, dass es für die für eine Behandlung identifizierten Eigenschaften auch eine Therapie (z. B. einen konkreten Wirkstoff) gibt. Patientinnen können sich nach der Diagnose in einem auf die Behandlung der Krebsart spezialisierten Zentrum nach diagnostischen Möglichkeiten und speziellen Therapien für ihre Erkrankung erkundigen.

Quelle: Leben? Leben! 1/2019

08.07.19