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Diagnose eines Leistenbruchs

Wer Beschwerden im Leistenbereich hat, sollte in jedem Fall zur genauen Abklärung der Ursache einen Arzt aufsuchen. Stellt ein Betroffener an sich die Ausbildung eines Bruchsacks fest, so ist ein Leistenbruch sehr wahrscheinlich – und dieser bedarf unbedingt einer Behandlung.

Körperliche Untersuchungen

Bei einem Arztbesuch wird nach dem Patientengespräch (Anamnese), in dem der Patient seine Beschwerden schildert und der Arzt durch gezielte Fragen die Erkrankung möglichst weit eingrenzt, eine körperliche Untersuchung zur genauen Diagnose durchgeführt. Liegt bereits die Ausbildung eines Bruchsacks vor, was aufgrund der überwiegenden Schmerzlosigkeit eines Leistenbruches häufig der Fall ist, so kann dieser vom Arzt beim stehenden oder liegenden Patienten leicht erkannt werden.

Der Arzt begutachtet zudem die Leistenregion des Betroffenen und wird diese genau abtasten. Der Patient kann dazu aufgefordert werden, zu husten oder zu pressen. Dadurch wird kurzzeitig der Druck im Bauchraum erhöht, was zur Ausbildung eines Bruchsackes führen kann, falls dieser nicht zuvor schon sichtbar war. Auch wenn noch kein Bruchsack beim Patienten aufgetreten ist, so kann ein Bruch in der Leiste auch ertastet werden. Auch in diesem Fall kann ein Husten oder Pressen die Diagnose durch eine Druckerhöhung im Bauchraum erleichtern.

Durch eine rein körperliche Untersuchung kann in vielen Fällen der Leistenbruch sicher diagnostiziert werden. In seltenen Fällen können andere Krankheiten Lymphknotenvergrößerungen im Bereich der Leiste hervorrufen, die ähnlich aussehen und von einem Leistenbruch während der Diagnose abgegrenzt werden müssen.

Ultraschalluntersuchung

In manchen Fällen kann eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) zur genauen Diagnose notwendig sein. Eine Sonografie ist insbesondere dann zur präzisen Diagnose angezeigt, wenn in der körperlichen Untersuchung keine eindeutige Diagnose gestellt werden konnte. Dies ist insbesondere bei der Diagnose von kleinen Brüchen der Fall. Aber auch bei stark übergewichtigen Menschen und Personen mit einer sehr straffen Bauchdecke ist die Diagnose eines Leistenbruches oft schwierig, da ein Bruchsack weniger stark ins Auge fällt bzw. weniger stark ausgeprägt ist.

In sehr seltenen Fällen tritt ein direkter Leistenbruch auch bei kleinen Kindern auf. Als Symptom zeigt sich meist eine kleine Schwellung direkt über dem Schambein, die allerdings auch von einer Wasseransammlung im Hodensack (Hydrozele), stammen kann. In so einem Fall ist ebenfalls eine Ultraschalluntersuchung zur eindeutigen Diagnose angezeigt, da mit der Ultraschalluntersuchung diese beiden Erkrankungen voneinander unterschieden werden können.

Einordnung des Leistenbruchs

Wurde ein Leistenbruch diagnostiziert, muss dieser im nächsten Schritt vom Arzt näher eingeordnet werden, um über die Therapie entscheiden zu können. Es werden dazu reponible und irreponible Leistenbrüche unterschieden.

Bei einem reponiblen Bruch kann der durch den Leistenspalt hindurch getretene Bauchhöhleninhalt wieder zurückgeschoben werden. Dies wird vom Arzt ausgeführt, indem im Zuge der körperlichen Untersuchung der Inhalt des Bruchsacks mit der Hand von außen zurück durch den Leistenspalt geschoben wird. Solche reponiblen Brüche sind die häufigste Form der Leistenbrüche und gehen in der Regel mit sehr wenigen Beschwerden einher.

Die irreponiblen Brüche hingegen, bei denen der Bruchinhalt also nicht zurück in den Bauchraum geschoben werden kann, können starke Beschwerden auslösen und sind sofort zu behandeln. Sie sind meist mit Verwachsungen verbunden und bergen eine große Gefahr für die Einklemmung eines Teils der Bauchorgane. Medizinisch spricht man dann von einer Inkarzeration. Ist eine Inkarzeration bereits erfolgt, handelt es sich um einen medizinischen Notfall. Eingeklemmte Organteile müssen sofort befreit werden.

Indirekter Leistenbruch

Bei kleinen Kindern kann die Ausbildung eines Bruchsacks ebenfalls beobachtet werden, in der Regel dann, wenn das Kind schreit und deshalb seinen Bauch anspannt. Ist der Leistenbruch schmerzhaft für das Kind, so treten oft unspezifische Anzeichen wie eine generelle Unruhe und ein häufiges Schreien auf. Die Schmerzen verstärken sich, wenn der Druck im Bauchraum durch Husten oder Schreien erhöht wird.

Weitere Symptome können Erbrechen und, bei älteren Kindern, eine verminderte Leistungsfähigkeit sein. Werden solche Anzeichen für einen Leistenbruch erkannt, muss auf jeden Fall ein Arztbesuch erfolgen. Insbesondere bei kleinen Kindern sollte nicht unnötig gewartet werden. Je jünger das Kind, desto größer die Gefahr der Einklemmung von Teilen der Bauchorgane.

Der Arzt wird entsprechend in einer körperlichen Untersuchung eine Diagnose stellen. Möglicherweise kann auch hier eine Ultraschalluntersuchung zur Absicherung der Diagnose eingesetzt werden.

Wichtig ist in jedem Fall, dass Eltern, wenn sie am Kind einen harten oder violett gefärbten Bruchsack feststellen, das Kind scheinbar Schmerzen hat oder erbricht, unverzüglich einen Arzt oder eine Klinik aufsuchen, da in einem solchen Fall meist Teile der Bauchorgane eingeklemmt sind (Inkarzeration).

Lydia Köper

13.02.15

Diagnose