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Lungensport bei Asthma

Spaß am Sport trotz schlechter Lunge

Sowohl Ärzte als auch Patienten kennen das Problem: Lungenpatienten leiden oft schon bei geringer körperlicher Anstrengung unter Atemnot. Die Folge ist, dass viele Betroffene jede Form von Bewegung meiden. Doch dieses Schonverhalten führt in einen Teufelskreis: Je weniger der Patient sich bewegt, desto häufiger gerät er in Atemnot. Lungensportgruppen bringen Betroffene wieder auf Trab. Die Hamburger Arbeitsgemeinschaft Lungensport e. V. erklärt, wie und vermittelt Gruppen und Ansprechpartner in Norddeutschland.

In einer Lungensportgruppe treffen sich bis zu 15 Teilnehmer. Ein sowohl sportlich als auch medizinisch qualifizierter Fachübungsleiter für Lungensport leitet die Gruppe. Ein betreuender Arzt ist in Rufbereitschaft. Mitmachen können Patienten mit Asthma bronchiale, chronischer Bronchitis, COPD, Lungenemphysem, Lungenfibrose und Patienten in gutem Zustand nach Lungenoperationen.

Eine Lungensportstunde dauert 60 Minuten. Dabei orientieren sich die Übungsauswahl und Belastungen an der Fitness der Patienten. Zu Beginn und am Ende der Stunde werden Peak-Flow-Messungen durchgeführt und protokolliert. Jede Stunde beginnt mit einem langsamen Aufwärmen mit Koordinationsübungen und Dehnungen. Es folgt ein Ausdauertraining. Die meiste Zeit wird dann der Kräftigung des Muskelaufbaus gewidmet. In das gesamte Programm fließen atemtherapeutische Übungen ein. Ihren Ausklang findet jede Übungseinheit mit Entspannungsübungen, Dehnlagerungen oder kleinen Spielen.

Die regelmäßige Bewegung steigert Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit der Betroffenen. Sie vermindert die Atemnot und stabilisiert den Krankheitsverlauf. Lungensport verbessert den Allgemeinzustand des Patienten und erhöht dadurch die Lebensqualität. Wer in eine Lungensportgruppe eingebunden ist, kommt außerdem mit anderen Betroffenen leichter ins Gespräch und knüpft neue Kontakte. Darüber hinaus stärkt Sport in der Gemeinschaft das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Voraussetzungen zur Teilnahme ist ein FEV über 60 % des Sollwertes, eine Mindestbelastbarkeit von 50 Watt. Der arterielle Sauerstoffdruck sollte unter einer Belastung von 50 Watt über 55 mmHg liegen. Der systolische Blutdruck darf 220 mmHg, der diastolische Blutdruck 20 mmHg unter Belastung nicht überschreiten. Außerdem darf der Patient keine bedrohlichen Rhythmusstörungen während körperlicher Bewegung zeigen.

Die Teilnahme am Lungensport kann vom Haus- oder Lungenfacharzt verordnet werden. Bei leichten Lungenerkrankungen werden bis zu 50 Übungseinheiten angesetzt, das entspricht etwa 18 Monaten. Bei schweren Lungenerkrankungen kommen bis zu 120 Übungseinheiten in 36 Monaten infrage. Lungensport ist eine gesetzliche Leistung der Krankenkassen sowie der Renten- und Unfallversicherungsträger.

Quelle: Allergikus 2/2012

05.11.12