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Malignes Melanom: neue und bewährte Ansätze der Behandlung

Am malignen Melanom, dem sogenannten schwarzen Hautkrebs, erkranken in Deutschland jährlich etwa 21.000 Menschen. Die Zahl steigt kontinuierlich an, u. a., weil es jahrelang als schön galt, wenn die Haut gebräunt war. Sonnenbrände wurden dabei oft in Kauf genommen. Jeder Sonnenbrand aber schädigt die Haut und erhöht das Risiko für die Entstehung von schwarzem Hautkrebs.

Das maligne Melanom ist gefährlich, weil es im Vergleich zum weißen Hautkrebs (z. B. dem Basalzellkarzinom) schnell Metastasen (Tochtergeschwülste) in anderen Regionen des Körpers bildet und deshalb häufig schwer behandelbar ist. Die Therapie richtet sich danach, in welchem Stadium das maligne Melanom erkannt wird. Das Stadium bestimmt in der Regel das sogenannte Tumorboard anhand verschiedener Parameter wie der Dicke des Tumors und damit der Eindringtiefe in die Haut sowie der Metastasenbildung – z. B. ob bislang ausschließlich Lymphknotenmetastasen entdeckt wurden oder sich bereits in weiter entfernten Organen Metastasen gebildet haben (Fernmetastasierung).

Notwendig: die Operation

Damit sich schwarzer Hautkrebs nicht auf weitere Organe ausdehnt, muss das maligne Melanom operativ entfernt werden. Abhängig davon, wie dick das Melanom ist und wie tief es bereits in die Haut eingedrungen ist, wird unter Umständen auch der erste benachbarte Lymphknoten im Abflussbereich der Lymphgefäße entfernt, die den betroffenen Hautbezirk versorgen. Dieser Lymphknoten wird als Sentinel Lymph Node bezeichnet. Manchmal müssen auch weitere Lymphknoten entnommen werden. Der Grund: Über die Lymphflüssigkeit können sich Tumorzellen im Körper verteilen und Metastasen bilden. In der Regel wird der behandelnde Chirurg nicht nur das Melanom, sondern auch das umliegende Gewebe abtragen, um sicherzustellen, dass der schwarze Hautkrebs komplett entfernt ist. Die entnommenen Lymphknoten werden im Anschluss auf das Vorhandensein von Tumorzellen untersucht.

Ist das maligne Melanom bei der Diagnose bereits zwei Millimeter in die Haut eingedrungen, wurden aber noch keine Metastasen festgestellt, kommt neben der Operation eine weitere Therapieoption zum Tragen: die sogenannte adjuvante, also unterstützende Therapie mit einem Wirkstoff namens Interferon-alpha. Dieser Wirkstoff beeinflusst die Tätigkeit des Immunsystems und sorgt dafür, dass die Abwehrzellen des Körpers vermehrt Tumorzellen aufspüren und unschädlich machen.

Therapie bei Metastasenbildung

Haben sich beim malignen Melanom bereits sogenannte Fernmetastasen (z. B. in der Lunge oder der Leber) gebildet, reicht die Operation nicht aus. Auch mithilfe einer operativen Entfernung der Metastasen wäre es nicht getan, denn es befinden sich bereits weitere Tumorzellen im Körper, die jederzeit die Bildung weiterer Metastasen auslösen könnten, wenn sie sich in einem Organ ansiedeln. Aus diesem Grund ist – neben einer evtl. Strahlentherapie – eine systemische Therapie notwendig, also eine Therapie, die von innen wirkt und den gesamten Körper einbezieht. Beim malignen Melanom ist eine Chemotherapie, also die Behandlung mit Wirkstoffen, die sowohl kranke als auch gesunde Körperzellen abtöten, in der Regel nur wenig erfolgreich. Sie kommt daher immer seltener zum Einsatz. In den meisten Fällen leiten Mediziner daher eine Immuntherapie oder eine sogenannte Targeted Therapy, also eine zielgerichtete Therapie, ein.

Unter einer Immuntherapie versteht man die Gabe von Medikamenten, die das körpereigene Abwehrsystem anregen, gegen Krebszellen im Körper anzugehen. Normalerweise erkennt das Immunsystem von allein Krankheitserreger oder Krebszellen, doch manche Tumore umgehen die Körperabwehr, indem sie bestimmte Proteine ausschalten oder verändern, die die Immunzellen, welche die Tumorzellen abtöten, auf die Krebszellen aufmerksam machen. Die beim malignen Melanom eingesetzten Wirkstoffe (z. B. Pembrolizumab oder Nivolumab) hemmen die Tätigkeit dieser veränderten Proteine, sodass die Körperabwehr auf die bösartig veränderten Zellen aufmerksam wird und sie unschädlich machen kann. Auch im Labor veränderte Viren werden in der Therapie eingesetzt, die an die Krebszellen beim malignen Melanom andocken und damit das Immunsystem „auffordern“, gegen die mit dem Virus infizierten Zellen vorzugehen.

Die Targeted Therapy arbeitet auf andere Weise: In etwa der Hälfte aller Schwarzen-Hautkrebs-Erkrankungen weisen Melanomzellen eine genetische Mutation auf (sogenannte B-RAF-Mutation). Wirkstoffe wie Vemurafenib wirken genau auf die Zellen mit dieser Mutation und lassen sie absterben – die Folge: eine Verkleinerung der Metastasen. Bei der Targeted Therapy des malignen Melanoms können verschiedene Medikamente kombiniert werden, die unterschiedliche Signalwege hemmen, welche wiederum das Wachstum von Metastasen vorantreiben.

Patienten mit metastasiertem malignem Melanom sollten zudem darüber nachdenken, ob sie an einer klinischen Studie teilnehmen, bei der neue Wirkstoffe oder die Kombination mehrerer Wirkstoffe erprobt werden. Denn was die Therapie des malignen Melanoms betrifft, gibt es zahlreiche vielversprechende Behandlungsansätze. Wer an einer solchen klinischen Studie teilnimmt, profitiert als Erster von den Therapiechancen. Ein Ausstieg aus einer Studie ist dabei jederzeit möglich.

Quelle: Patient und Haut 2/2019

04.05.20

Therapie eines malignen Melanoms