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Welche Maßnahmen müssen bei einem Asthmaanfall ergriffen werden?

Wie die Lungenärzte im Netz informieren, äußert sich ein Asthmaanfall u. a. durch pfeifende Atmung, Kurzatmigkeit und Husten. Es kann zu einer Kurzatmigkeit kommen. Wichtig ist, dass der Betroffene ruhig bleibt, um die Atemnot nicht zu verschlimmern. Er sollte, wenn möglich, Atemübungen durchführen und die vorgesehenen Medikamente einnehmen. Wenn es nötig werden sollte, muss der Notarzt gerufen werden.

Laut Nationaler VersorgungsLeitlinie Asthma wird ein Asthmaanfall in verschiedene Schweregrade eingeteilt. Um den Schweregrad zu bestimmen, muss mindestens ein Kriterium zutreffend sein. Je nach Ausprägung müssen unterschiedliche Maßnahmen eingeleitet werden.

Leichter bis mittelschwerer Asthmaanfall

Bei einem leichten bis mittelschweren Anfall ist i. d. R. das Sprechen des Betroffenen nicht eingeschränkt. Die Atemfrequenz liegt < 25 Atemzüge/Min. und die Herzfrequenz < 110/Min. Der exspiratorische Spitzenfluss (Peak-Expiratory-Flow) ist > 50 % des Soll-/Bestwertes. Bei diesem Grad des Anfalls kann der Betroffene zwei bis vier Hübe eines kurz wirkendem Beta-2-Sympathomimetikum und ggf. ein Steroid selbst inhalieren. Dies kann er ggf. nach zehn bis 15 Minuten wiederholen. Zur Unterstützung sollte der Betroffene Übungen zur Atemerleichterung, z. B. die Lippenbremse oder den Kutschersitz, durchführen. Nach 30 bis 60 Minuten muss überprüft werden, ob die Maßnahmen erfolgreich waren. Dies ist der Fall, wenn sich Herzfrequenz und Atemfrequenz normalisiert haben und wenn der exspiratorische Spitzenfluss bei > 70 % des Soll-/Bestwertes liegt. Die VersorgungsLeitlinie empfiehlt, dass der Asthmatiker seinen behandelnden Arzt kontaktiert, falls dies nicht schon geschehen ist, damit dieser die Therapiemaßnahmen und die Werte, wenn es erforderlich sein sollte, überprüfen kann. Sollten die Maßnahmen nicht greifen, muss eine Einweisung in eine Klinik erfolgen.

Schwerer Asthmaanfall

Ein schwerer Anfall kann sich in folgenden Merkmalen äußern: Die Atemfrequenz ist ≥ 25 Atemzüge/Min.; die Herzfrequenz ist ≥ 110/Min. Darüber hinaus kann der exspiratorische Spitzenfluss < 50 % des Soll-/Bestwertes betragen. Die Peak-Flow-Messung kann aber in diesem Stadium ggf. schon nicht mehr vom Betroffenen durchgeführt werden. Der Betroffene leidet unter starker bis hin zu bedrohlicher Atemnot und kann ggf. aufgrund der Kurzatmigkeit Probleme mit dem Aussprechen von längeren Sätzen haben. Es wird zusätzlich zum kurz wirkendem Beta-2-Sympathomimetikum und zum Steroid auch Sauerstoff über eine Nasensonde verabreicht. Des Weiteren wird ggf. zusätzlich ein Anticholinergikum inhaliert. Der Betroffene sollte ggf. eine atemerleichternde Körperposition einnehmen. In diesem Stadium muss eine Einweisung ins Krankenhaus erwogen werden, wenn die vorgenommenen Maßnahmen nicht erfolgreich waren.

Welche Maßnahmen erfolgen bei einem lebensbedrohlichen Asthmaanfall?

Die Lungenärzte in Netz beschreiben einen lebensbedrohlichen Anfall wie folgt: exspiratorische Spitzenfluss < 33 % vom Sollwert (zu beachten ist hierbei, dass der Betroffene i. d. R. die Peak-Flow-Messung gar nicht mehr durchführen kann); körperliche Symptome wie Atemgeräusche vorhanden; flaches Atmen; bläulich verfärbte Fingernägel und Lippen; Herz-Rhythmusstörungen; Erschöpfung, Verwirrtheit, Benommenheit oder Koma. Der Kohlendioxid-Partialdruck ist normal oder erhöht und die Sauerstoffsättigung ist < 92 %. Bei einem lebensbedrohlichen Anfall muss sofort der Notarzt gerufen werden und die Einweisung in eine Klinik erfolgen. Vor oder während der Einlieferung erfolgt die Sauerstoffgabe, wird ein Beta-2-Sympathomimetikum verabreicht, ein Anticholinergikum durch Verneblung zugeführt und ein Steroid gespritzt. Darüber hinaus soll in der Klinik eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme gesichert werden und zusätzlich kann auch Magnesiumsulfat appliziert werden. Sollte keine Besserung eintreten, muss die Verlegung auf die Intensivstation und ggf. eine Beatmung durch Maschinen erfolgen.

Quelle: COPD und Asthma 3/2014

19.02.15