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Medizinische Rehabilitation bei Atemwegserkrankungen

Bei chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD kann es sinnvoll sein, eine medizinische Rehabilitation zu beantragen. Eine Rehabilitation ist vor allem dann angezeigt, wenn mit ihrer Hilfe Krankheitsfolgen abgemildert oder behoben werden können, die Patienten so stark beeinträchtigen, dass sie ihrer beruflichen Tätigkeit nicht mehr nachkommen können oder in ihrem Alltag eingeschränkt sind. Der behandelnde Arzt muss die Notwendigkeit einer medizinischen Reha bestätigen.

Ist die Reha notwendig, um die Berufs- oder Arbeitsfähigkeit des Patienten wiederherzustellen, ist i. d. R. die gesetzliche Rentenversicherung der Kostenträger. Das bedeutet: Der Reha-Antrag muss bei der Rentenversicherung gestellt werden. Bei Patienten, die nicht oder nicht länger berufstätig sind, übernimmt in den meisten Fällen die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für die Reha. Sollte der Antrag an den falschen Kostenträger gerichtet sein, ist das jedoch kein Problem. Die Institution, an die der Antrag gegangen ist, ist verpflichtet, den Antrag an den wahrscheinlichsten nächsten Kostenträger weiterzuleiten. Allerdings kann sich dadurch der Beginn der Reha verzögern.

Wann hat ein Reha-Antrag den größten Erfolg?

Bei Atemwegserkrankungen bestehen in vielen Fällen gute Aussichten, dass eine Reha bewilligt wird. So ist nach einem Klinikaufenthalt oft eine sog. Anschlussrehabilitation (AHB) sinnvoll, um die im Krankenhaus begonnene Behandlung weiterzuführen. Auch wenn die ambulante Behandlung nicht ausreicht, um die Krankheit in den Griff zu bekommen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass eine medizinische Reha bewilligt wird. Das Gleiche gilt, sollte ohne die Reha das Risiko der Pflegebedürftigkeit bestehen oder vor Ort nicht alle notwendigen Behandlungen durchgeführt werden können, um eine Besserung der Beschwerden zu bewirken. Auch das Argument, dass eine Besserung der Erkrankung durch einen Ortswechsel (z. B. einem Aufenthalt am Meer) begünstigt wird, kann maßgeblich für den Erfolg des Reha-Antrags sein. Doch nicht nur die Erkrankung selbst, sondern auch ihre psychischen Folgen (z. B. eine Depression) können eine Reha notwendig machen.

Im Reha-Antrag sollten bereits alle Argumente aufgezählt werden, die für eine Reha sprechen. Diese sollte auch der behandelnde Arzt bescheinigen. Falls der Kostenträger den Reha-Antrag ablehnt, besteht innerhalb von vier Wochen die Möglichkeit des Widerspruchs. In diesem Widerspruch sollten Patienten erneut sehr detailliert begründen, warum die Reha nicht nur sinnvoll, sondern notwendig ist.

Sinnvoll ist es auch, im Reha-Antrag einen Wunschort bzw. eine Wunschklinik anzugeben. Denn es ist selbstverständlich wichtig, dass die Klinik auf die jeweilige Krankheit spezialisiert ist. Zugleich spielt bei Atemwegserkrankungen auch der Ort der Reha eine wichtige Rolle. So können bestimmte Therapien z. B. nur am Meer stattfinden. Ohnehin ist das Reizklima an Nord- und Ostsee für Menschen mit Atemwegserkrankungen günstig.

Was passiert in der Reha?

Eine medizinische Rehabilitation besteht aus vielen Bausteinen, die abhängig von den Beschwerden verordnet werden. Zu Beginn einer Reha findet stets die ärztliche Untersuchung statt, anhand deren Ergebnisse die einzelnen Bausteine zu einem individuellen Therapieplan zusammengesetzt werden. Zu diesen Bausteinen gehören:

  • Patientenschulung
  • medikamentöse Einstellung des Patienten
  • psychotherapeutische Behandlung
  • Physio- und Atemtherapie
  • Sport, angepasst an die individuellen Möglichkeiten
  • Ergotherapie
  • Klimatherapie (z. B. am Meer)
  • Inhalationen
  • Beratung zu verschiedenen sozialen Themen sowie zu Hilfsmitteln
  • bei Bedarf auch Raucherentwöhnung und Ernährungsberatung

Der Therapieplan ist meist so getaktet, dass zwischendurch nur wenig Zeit für andere Aktivitäten bleibt. Sollte das Programm zu anstrengend sein, müssen Patienten dies dem behandelnden Arzt mitteilen. Dann werden die Behandlungen an die Bedürfnisse und Möglichkeiten des Patienten angepasst. Wichtig ist jedoch, offen für die einzelnen Therapiebausteine zu sein. So ist insbesondere die Sport- und Trainingstherapie bei Atemwegserkrankungen von großer Bedeutung, denn sie sorgt dafür, die körperliche Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten bzw. zu verbessern. Und die körperliche Leistungsfähigkeit ist wichtig, um möglichst lange ein eigenständiges Leben zu führen.

Quelle: allergikus 2/2018

16.01.19