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Meeting der Amerikanischen Academy of Neurology (AAN)

Die American Acadamy of Neurology (AAN) hat auf ihrem jährlichen Treffen neue Leitlinien für die Behandlung von MS festgelegt, die in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht wurden. Demnach ist es für die meisten MS-Erkrankten besser, bereits in einem frühen Stadium der Krankheit mit einer verlaufsmodifizierenden Behandlung zu beginnen, als der Krankheit ihren Lauf zu lassen. „Die Behandlung für Menschen mit MS hat sich in den letzten zehn Jahren dramatisch verändert“, sagt Dr. Alexander D. Rae-Grant, Hauptautor der AAN-Leitlinien. „Wir haben mittlerweile eine Reihe von verlaufsmodifizierenden Therapien zur Auswahl, die dazu beitragen, die Begleiterscheinungen der MS abzumildern, indem sie den Krankheitsprozess verlangsamen.“

Die neuen AAN-Leitlinien geben insgesamt 30 Empfehlungen zur Behandlung mit verlaufsmodifizierenden Medikamenten: 17 Empfehlungen, welche Patienten wann und mit welcher verlaufsmodifizierenden Therapie beginnen sollten, zehn Empfehlungen, wann die verlaufsmodifizierende Therapie geändert oder angepasst werden sollte, und drei, wann sie abgebrochen werden sollte. „Diese Leitlinien für die Praxis spiegeln die Komplexität der Entscheidungsfindung wider, vor der Mediziner stehen, wenn sie eine verlaufsmodifizierende Therapie einleiten, ändern oder beenden“, so die AAN-Forscher. Die Autoren der Leitlinien geben zudem an, für welche Medikamente es, durch Studien empirisch belegt, einen starken, moderaten oder geringen Nachweis gibt, dass sie den Krankheitsverlauf verlangsamen.

Außerdem präsentierten Wissenschaftler auf dem AAN-Meeting eine Studie, nach der eine Ausweitung des Behandlungsintervalls von vier auf 12 Wochen bei der standardmäßigen Verabreichung von Natalizumab das Risiko für eine progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML) signifikant reduziert. Die PML ist eine gefürchtete Nebenwirkung bei der Gabe von Natalizumab, die zu einem fortschreitenden Abbau des die Nervenzellen ummantelnden Myelins führt und dann auftritt, wenn Betroffene das sog. JC-Virus in ihrem Körper haben. Letzteres ist bei 40 bis 60 % der deutschen Bevölkerung der Fall.

Weitere Forscher stellten eine Untersuchung vor, nach der eine autologe hämatopoetische Stammzelltransplantation bei Personen mit hochaggressiver MS eine sichere sowie hocheffektive Behandlung darstellt. Diese Stammzelltransplantation wurde an 19 Patienten durchgeführt und erbrachte wesentliche Verbesserungen für die Patienten, u. a. was den Grad der Behinderung anging.

Daneben wurden auf dem AAN-Meeting weitere Studien vorgestellt, die Hoffnung darauf machen, dass in absehbarer Zeit ein neues Medikament zur Behandlung der SPMS (sekundär progressiven MS) auf den Markt kommen könnte, welches das Risiko für das Auftreten von Behinderungen verringert.

Quelle: Befund MS 2/2018

18.12.18