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MS im Alltag: Um Hilfe bitten, Hilfe bekommen, Hilfe zur Selbsthilfe

MS und ihre körperlichen und psychischen Folgen sorgen in vielen Fällen dafür, dass Betroffene zeitweilig auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Etwa weil sie bestimmte Bewegungsabläufe erst wieder erlernen müssen, nicht mehr so belastungs- und leistungsfähig oder aber seelisch nicht in der Lage sind, den Alltag allein zu meistern. Viele MS-Patienten sehen sich erstmals in der Situation, andere Menschen um Hilfe bitten zu müssen. Für die meisten stellt dies einen großen Einschnitt ins Leben dar. Denn festzustellen, dass manches nicht länger aus eigener Kraft möglich ist, schmälert Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein.

In einer solch belastenden Situation zusätzlich um Hilfe bitten zu müssen, fällt einigen Betroffenen schwer. Viele müssen erst lernen, dass es kein Zeichen von Schwäche ist, um Hilfe zu bitten und Hilfe anzunehmen, u. U. mit der Unterstützung von Ärzten und Therapeuten.

Die Position des Helfenden einnehmen

Die meisten Menschen helfen gern, wenn sie gefragt werden. Von MS Betroffene sollten deshalb darüber nachdenken, wie sie sich fühlen würden, wenn sie um Hilfe gebeten werden. Wahrscheinlich würden sie es nicht ablehnen, Hilfe zu gewähren, sondern sich – im Gegenteil – gebraucht und vielleicht sogar geschmeichelt fühlen, dass gerade sie gefragt werden. Andere Personen wiederum könnten es sogar als Affront empfinden, nicht um Hilfe gebeten zu werden, weil sie sich dem Patienten so nahe fühlen, dass es für sie eine Selbstverständlichkeit darstellt, Hilfestellung zu leisten. Oft fragen diese Menschen auch, ob sie helfen können. In einem solchen Fall ist es für Betroffene i. d. R. leichter, Hilfe anzunehmen. Aus diesem Grund sollten Angehörige und gute Freunde ruhig immer wieder nachfragen, was sie tun können.

Hilfe von anderen Stellen

Praktische Hilfe bekommen MS-Patienten auf Antrag auch über die gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen, falls dies erforderlich ist. So gewähren die Krankenkassen über einen Zeitraum von vier Wochen häusliche Krankenpflege und bei Bedarf auch eine Haushaltshilfe, falls niemand im Haushalt die Pflege übernehmen kann (z. B. wegen Berufstätigkeit). Sollte eine Pflege- und Haushaltshilfe länger nötig sein, muss bei der Pflegeversicherung ein Antrag auf Leistungen gestellt werden. Daraufhin ergibt ein Pflegegutachten, ob der Antragsteller in einen Pflegegrad eingestuft wird, aus dem Ansprüche erwachsen.

Auch der zuständige Landesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) hilft MS-Patienten in schwierigen Situationen weiter. Hierbei handelt es sich i. d. R. vor allem um Tipps, an welche Stellen sich Betroffene wenden können, um weitere Hilfen zu bekommen. Ihren Mitgliedern helfen die DMSG-Landesverbände auch ganz praktisch, z. B. durch Besuchsdienste ehrenamtlicher Helfer.

Hilfe zur Selbsthilfe

Besonders wichtig ist für viele von MS-Betroffene, möglichst eigenständig zu bleiben bzw. wieder zu werden. Hierbei können Selbsthilfegruppen Unterstützung bieten. In einer solchen Gruppe erhalten Betroffene zahlreiche in der Praxis erprobte Tipps, mit denen die Rückkehr zu einem weitgehend selbstständigen Leben oft schneller gelingt. Zudem unterstützen sich die Mitglieder von Selbsthilfegruppen oft gegenseitig. Hilfe von gleichfalls Betroffenen anzunehmen, fällt vielen Menschen mit MS zudem leichter.

Quelle: Befund MS 1/2018

31.10.18

Ich habe Multiple Sklerose