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MS-Therapie: Auf dem Weg zur individualisierten Therapie

Für die Behandlung der RRMS steht mittlerweile eine Reihe von Medikamenten zur Auswahl. Alle haben zum Ziel, die Schubrate zu verringern, den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen, den Übergang in die sekundär progrediente Form zu verhindern und die Entstehung von Behinderungen möglichst auszuschließen.

Da die MS von Patient zu Patient unterschiedliche Verläufe nimmt, gilt es, die bestmögliche Therapie für jeden Einzelnen zu finden. Das bedeutet nicht nur, das geeignete Medikament zur Therapie zu finden, der behandelnde Arzt muss auch die jeweiligen Vorlieben seines Patienten kennen. So gibt es MS-Kranke, die sich nicht vorstellen können, sich ein Medikament selbst zu injizieren. Da es mittlerweile auch orale Medikamente zur krankheitsmodifizierenden Behandlung gibt, stellt dies heute in der Regel kein größeres Problem mehr da.

So besagt die auf dem MS-Weltkongress in Paris 2018 beschlossene, erste gemeinsame europäische Leitlinie zur MS-Therapie, dass die Gesamtheit der MS-Therapeutika nur noch in spezialisierten MS-Zentren zur Verfügung stehen soll, um die passende Therapie für jeden einzelnen MS-Patienten zu finden und sofort reagieren zu können, sollte es zu Problemen mit der Behandlung (z. B. zu Nebenwirkungen) kommen.

Frühzeitiger Therapiebeginn

Bei Patienten mit klinisch isoliertem Syndrom (CIS), das als erstes Stadium der MS gilt, sollte möglichst bereits eine Therapie eingeleitet werden – mit erprobten MS-Medikamenten (Interferon-beta und Glatirameracetat, wenn die Patienten bereits eine Läsion aufweisen. Alle anderen MS-Patienten sollten ebenfalls frühzeitig im Krankheitsverlauf behandelt werden. Der Therapieverlauf sollte regelmäßig kontrolliert werden (z. B. durch MRT-Aufnahmen), sodass das Medikament gewechselt werden kann, sollte die Krankheitsaktivität ansteigen.

Daneben bringen Wissenschaftler in aller Welt andere Maßnahmen zur Individualisierung der Therapie auf den Weg. So gibt es bereits Biomarker, die anzeigen, ob eine bestimmte Therapie bei einem bestimmten Patienten vermutlich zum Erfolg führen wirund Auch Untersuchungen vor der Gabe eines bestimmten Medikaments sind Teil einer personalisierten Medizin. Daneben arbeiten Forschungsprojekte daran, Daten von Patienten – u. a. von Krankheitsverläufen und persönlichen Merkmalen – zu sammeln und darauf aufbauend Algorithmen zu entwickeln, anhand derer sie beim späteren Eintragen und Vergleichen der Daten weiterer Patienten ermitteln können, welche Therapie am besten wirksam sein wird. MS-Forscher erhoffen sich zudem, mithilfe solcher Datensammlungen den Krankheitsverlauf der einzelnen Patienten besser vorhersagen zu können.

Quelle: Befund MS 3/2018

01.04.19