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Wird MS vererbt oder gibt es eine genetische Veranlagung für die Krankheit?

MS ist keine Erbkrankheit – nach bisherigen Informationen gibt es kein defektes Gen, durch das MS vererbt wird. Auch die Daten des deutschen MS-Registers geben keine Hinweise darauf, dass MS erblich sein könnte. Denn in rund 90 % aller MS-Fälle, so die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), sind keine Verwandten bekannt, die ebenfalls an MS erkrankt sind.

Eine gewisse Veranlagung wird jedoch vermutlich vererbt. Während nur bis zu 0,2 % der Bevölkerung von MS betroffen sind, liegt das Risiko, für ein an MS erkranktes Elternteil ein Kind zu bekommen, das ebenfalls an MS erkranken wird, zwischen 2 und 3 %. Dieses Risiko ist jedoch vergleichsweise gering, sodass Paaren mit Kinderwunsch, von denen ein Partner MS hat, nicht davon abgeraten wird, ein Kind zu bekommen. Wenn ein eineiiger Zwilling an MS erkrankt, besteht eine 25 %-ige Wahrscheinlichkeit, dass der andere ebenfalls betroffen ist. Geschwister von MS-Patienten haben ein siebenfach erhöhtes Risiko, selbst MS zu bekommen.

Die genauen Ursachen für die Entstehung von MS sind bislang noch nicht ermittelt. Wissenschaftler vermuten, dass eine Reihe von Faktoren an der Entstehung von MS beteiligt ist. Dazu zählen z. B. noch nicht vollständig bekannte Umwelteinflüsse. Vermutet wird u. a., dass ein Mangel an Vitamin D die Entstehung der Krankheit begünstigen könnte. Ebenso können Viruserkrankungen, z. B. das Pfeiffersche Drüsenfieber, ausgelöst durch das Epstein-Barr-Virus, an der Entwicklung der MS beteiligt sein. Ernährung, Rauchen und andere Lebensumstände könnten ebenfalls dazu beitragen, MS auszulösen. Da es sich aller Voraussicht nach um ein multifaktorielles Geschehen handelt, ist es nicht einfach herauszufinden, welche Umstände für die Entstehung der MS wesentlich sind.

Quelle: Befund MS 2/2018

20.12.18