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Diagnose von Mundgeruch

Betroffene sind häufig nicht in der Lage, selbst ihren Mundgeruch festzustellen, weil der Geruchssinn nur auf Veränderungen der Konzentration eines riechenden Stoffes anspricht. Entsprechend sind sie darauf angewiesen, dass Menschen aus dem näheren Umfeld oder beispielsweise der Zahnarzt bei einer Kontrolluntersuchung sie höflich darauf aufmerksam machen.

Die Diagnose von Mundgeruch durch einen Arzt erfolgt meistens als organoleptische Prüfung. Dieser Begriff beschreibt nichts weiter, als die Bewertung eines Objektes anhand seiner Eigenschaften durch eine dazu befähigte Person. Dies ist in diesem Fall die Bewertung der Atemluft anhand ihres Geruchs durch den Arzt. Dabei kann von geübten Personen nicht nur bestimmt werden, ob Mundgeruch vorliegt, sondern dieser auch in seinem Schweregrad auf einer Skala von 0 bis 5 charakterisiert werden. Da diese Methode zur Diagnose von Mundgeruch jedoch sehr subjektiv ist und einige Übung erfordert, gibt es mittlerweile Geräte für die Messung von flüchtigen Schwefelverbindungen in der Atemluft. Diese sind die häufigste Ursache für den Mundgeruch der Betroffenen. Die verwendeten Geräte heißen Sulfidmonitore.

Für die Messung wird die Öffnung eines auswechselbaren Mundstücks (in der Regel ein einfacher Trinkhalm aus Kunststoff) ca. vier Zentimeter weit in den Mund des Patienten eingeführt und dieser aufgefordert, ruhig durch die Nase weiter zu atmen. Durch eine im Gerät integrierte Pumpe wird die Atemluft einem elektrochemischen Sensor zugeführt. Das Gerät bestimmt die Gesamtkonzentration flüchtiger Schwefelverbindungen und stellt diese auf einer digitalen Anzeige dar.

Da Mundgeruch ein Symptom ist, muss zunächst die Form des Mundgeruchs und dann die ihm zugrunde liegende Erkrankung diagnostiziert werden. Mehr als 90 % der Fälle von Mundgeruch fallen in die Kategorie Foetor ex ore. Es ist somit zunächst davon auszugehen, dass diese Form des Mundgeruchs vorliegt, insbesondere dann, wenn die Betroffenen keine weiteren Symptome aufweisen, die auf eine Erkrankung des Stoffwechsels, des Verdauungsapparates oder der Atmungsorgane – und damit auf eine Halitosis – hinweisen.

Diagnose von Foetor ex ore

Leiden Betroffene untem einer faulig-ranzig riechendem Mundgeruch, so ist es wahrscheinlich, dass es ich um einen Foetor ex ore handelt. Viele durch Mundgeruch hervorrufende Faktoren stehen in Zusammenhang mit der Mundhöhle (ca. 86 %). Wenn außer dem Mundgeruch keine weiteren Beschwerden bei den Betroffenen auftreten oder aber diese Beschwerden ebenfalls im Bereich der Mundhöhle liegen (z. B. häufiges Zahnfleischbluten), sollte zunächst ein Zahnarzt aufgesucht werden.

Der Zahnarzt kann bei einer Routineuntersuchung sowohl eine mangelnde Mund- oder Zungenhygiene erkennen als auch Zahnprobleme, Entzündungen der Mundschleimhaut oder des Zahnfleisches, Entzündungen des Zahnhalteapparates oder andere Infektionen der Mundhöhle diagnostizieren.

Kann der Zahnarzt nicht weiterhelfen, so kann es sinnvoll sein, einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) hinzuzuziehen. Ein HNO-Arzt kann durch eingehende Untersuchung mögliche Infektionen im Hals- oder Nasenbereich wie beispielsweise Mandelentzündungen diagnostizieren, die häufig Mundgeruch entstehen lassen. Auch ein Tumor kann durch einen Besuch beim HNO-Arzt möglicherweise entdeckt werden, wenngleich dieser als Ursache des Mundgeruchs sehr selten ist. Von allen im Hals- oder Nasenbereich entstehenden Mundgerüchen ist die chronische Tonisillitis die häufigste Ursache (Mandelentzündung, 71 %), gefolgt von der chronischen Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung, 19 %).

Diagnose einer Halitosis

Im Vergleich zum Foetor ex ore ist eine Halitosis sehr selten, in einer Studie mit 406 unter Mundgeruch leidenden Personen konnte nur bei 2 Patienten eine systemische Erkrankung oder eine Erkrankung des Verdauungsapparates diagnostiziert werden. Solche Erkrankungen sind häufig mit weiteren, deutlich heftigeren Symptomen verbunden, sodass Betroffene eher selten explizit aufgrund des Mundgeruchs einen Arzt aufsuchen.

Treten neben dem Mundgeruch weitere Symptome auf, die nicht dem Hals-, Nasen- oder Rachenraum zuzuordnen sind oder konnte dort keine Ursache für den Mundgeruch gefunden werden, sollte ein Internist (Facharzt für Innere Medizin) hinzugezogen werden. Dieser wird in einer Untersuchung feststellen, ob Organprobleme für die Entstehung des Mundgeruchs verantwortlich sind. So lassen sich beispielsweise die verschiedenen möglichen Ursachen im Verdauungstrakt ausschließen oder diagnostizieren.

In Abhängigkeit von der Diagnose eines Internisten kann es notwendig sein, die Meinung weiterer Spezialisten einzuholen. Dies kann beispielsweise ein Facharzt für Lungenheilkunde bei einer Lungenerkrankung, ein Gastroenterologe bei einer Erkrankung des Verdauungstraktes oder ein Spezialist für Diabetes mellitus bei einem entsprechenden Verdacht sein.

Lydia Köper

05.02.15

Diagnose

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