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Therapie von Mundgeruch

Die Therapie von Mundgeruch kann von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. Da es sich bei Mundgeruch um ein Symptom handelt, sollte im Idealfall nicht der Mundgeruch selbst, sondern die ihm zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden. Nur so lassen sich langfristige Behandlungserfolge bei Mundgeruch erzielen. Leidet jemand aber unter einem akuten Mundgeruch oder möchte einem chronischen Mundgeruch zumindest kurzfristig entgegenwirken, gibt es verschiedene Hilfsmittel.

Was hilft gegen Mundgeruch?

Kaugummi kauen ist ein Hilfsmittel gegen Mundgeruch. Dabei ist die Geschmacksrichtung unerheblich. Den eigentlichen Effekt bringt nicht die Überdeckung des üblen Geruchs durch andere Geruchsstoffe, sondern die Kaubewegung. Durch sie wird der Speichelfluss angeregt und bis auf das Dreifache verstärkt. Als Folge werden zum einen Bakterien aus der Mundhöhle in den Magen gespült und so aus der Mundhöhle entfernt, zum anderen werden übel riechende Zungenbeläge deutlich reduziert. Dabei sollten zuckerfreie Kaugummivarianten verwendet werden, um die allgemeine Gesundheit der Zähne nicht zu gefährden. Zuckerfreie Pastillen sind eine Alternative.

Ein übermäßiger Konsum sollte jedoch vermieden werden, da es sonst zu einer abführenden Wirkung durch die Zuckeraustauschstoffe kommen kann. Hilfreich ist diese Methode nur dann, wenn die Ursache für den Mundgeruch generell in der Mundhöhle liegt und dort nicht durch Erkrankungen der Zähne oder des Zahnhalteapparates bedingt ist, denn kein Kaugummi oder Bonbon kann den Gang zum Zahnarzt ersetzen.

Weitere Hilfsmittel bei der Therapie von Mundgeruch sind Mundspülungen und Mundwässer. Mundspülungen sind nur dann bewiesenermaßen antibakteriell und/oder entzündungshemmend wirksam, wenn sie auf den folgenden Wirkstoffen basieren:

  • Chlorhexidindigluconat
  • Zinkchlorid
  • Cetyl-Pyridin-Chlorid
  • Wasserstoffperoxid
  • Triclosan
  • Aminfluorid
  • Zinnfluorid

Solche Mundspülungen können bei Zahnfleischentzündungen und einer Parodontitis angewendet werden, jedoch keinesfalls ohne eine medizinische Notwendigkeit und nicht länger als über einen zweiwöchigen Zeitraum. Der dauerhafte Einsatz solcher Mundspülungen als vorbeugende Maßnahme oder anstelle einer ärztlichen Therapie des Mundgeruches führt oft zu einer Verschlimmerung der Symptomatik, da die natürliche Abwehrfunktion der Schleimhaut gestört wird.

Die Mundspülung wirkt gegen Bakterien allgemein und somit auch gegen die unschädlichen Bakterien, die die Schleimhaut vor dem Eindringen schädlicher Arten schützen. Dies kann zur Folge haben, dass sich vermehrt genau die schädlichen Bakterien ansiedeln können, die eigentlich bekämpft werden sollen. Ursache für die Ausbreitung der Bakterien trotz Mundspülung ist die Ausbildung von Resistenzen – die Bakterien werden unempfindlich gegen den jeweils eingesetzten Wirkstoff.

Als wirksam zur kurzfristigen Unterbindung des Mundgeruches haben sich Präparate mit Chlorophyll oder Aktivsauerstoff erwiesen. Sie binden Geruchsstoffe und entfernen so den Mundgeruch – allerdings ist diese Therapie nur kurzfristig, da sie nur am Symptom und nicht an seiner Ursache ansetzen. Auch hier kann es bei einer längeren Anwendung zu einer Zerstörung der schützenden Mundflora kommen.

Therapie eines Foetor ex ore

Die Therapie eines Foetor ex ore hat dann sehr gute Prognosen, wenn die Erkrankung, die den Mundgeruch hervorruft, eindeutig diagnostiziert wurde und entsprechend behandelt wird. Da die häufigste Ursache von Mundgeruch eine übermäßig starke bakterielle Besiedlung der Mundhöhle ist, setzen dort auch die meisten Behandlungen an, die in der Regel vom Zahnarzt durchgeführt werden. Dies kann eine Zahnsanierung bei Zahnproblemen sein, oder eine entsprechende Behandlung bei Erkrankungen des Zahnhalteapparates.

Eine Aufklärung des Patienten über die richtige Mundhygiene ist besonders wichtig, denn eine regelmäßige und sorgfältige Mundpflege mit Zahnbürste, Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürste und Zungenschaber ist unerlässlich, um in der Mundhöhle verursachten Mundgeruch dauerhaft zu beseitigen.

Die Therapie von Grunderkrankungen im Hals- und Nasenbereich unterliegt dem HNO-Arzt. Bei einer chronischen Mandelentzündung ist eine Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie) zur Therapie meist unumgänglich. Bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung reichen die Therapiemöglichkeiten, je nach Schwere der Erkrankung, von einer medikamentös herbeigeführten Verbesserung des Schleimabflusses bis hin zu operativen Eingriffen.

Therapie einer Halitosis

Einer Halitosis können die verschiedensten Ursachen zugrunde liegen, wobei es sich um Erkrankungen des Stoffwechsels, des Verdauungsapparates oder der Atmungsorgane handelt. Daher hängt die Therapie von der Diagnose ab, die vom Internisten oder entsprechenden Spezialisten gestellt wurde. Entsprechend verhält es sich auch bei der Prognose. Ist die den Mundgeruch hervorrufende Krankheit gut therapierbar, wird auch der Mundgeruch abklingen.

Mundgeruch vorbeugen

Ein gesunder Mensch kann der Entstehung von Mundgeruch weitgehend vorbeugen. Liegen keine Grunderkrankungen vor, die einen üblen Geruch der Atemluft entstehen lassen, liegt die Hauptursache dafür in einer mangelhaften Mund- und Zahnhygiene. Wer sich an die folgenden drei Regeln hält, wirkt dem gezielt entgegen:

  • Zähneputzen nach jedem Essen
  • Verwendung von Zahnseide oder einer Zahnzwischenraumbürste einmal täglich
  • Reinigung der Zunge mit einer weichen Zahnbürste oder einem Zungenschaber

Lydia Köper

05.02.15

Therapie

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