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Entstehung des nächtlichen Bettnässens

Für die Entstehung des nächtlichen Bettnässens gibt es unterschiedliche Ursachen. Es können Störungen in der Entwicklung des Reifeprozesses vorliegen. Z. B. könnte die Blasenkapazität nicht altersgerecht ausgebildet und die Urinspeicherung zu gering sein. Die Blase kann nicht so viel Urin in der Nacht verwahren und der Schließmuskel öffnet sich, es kommt zum nächtlichen Bettnässen. Auch kann ein zu tiefer Schlaf die Entstehung des nächtlichen Bettnässens bedingen. Die Betroffenen sind schwer erweckbar und der Reiz der gefüllten Blase ist nicht ausreichend, um zu wecken. Diese fehlende oder zu späte Weckbarkeit kann bedingt sein durch eine mangelnde Reifung von Nervenbahnen. Die nicht ausreichend entwickelten Nervenbahnen können zur Entstehung von nächtlichen Bettnässen führen.

ADH-Mangel beim nächtlichen Bettnässen

Bei Kindern und Jugendlichen, die unter nächtlichem Bettnässen leiden, kann eine Störung bei der nächtlichen Blasensteuerung vorliegen. Das Hormon Adiuretin (ADH) ist für die Bildung des Urins wichtig. Das Hormon wird in der Hirnanhangsdrüse gebildet. Es signalisiert den Nieren, dass diese weniger Urin bilden sollen. Nachts ist die Konzentration von Adiuretin generell höher als tagsüber. Es könnte so für einen kaum merklichen nächtlichen Harndrang sorgen. Deshalb könnte eine zu geringe Konzentration von ADH bei Kindern und Jugendlichen, die unter dem nächtlichen Bettnässen leiden, Ursache für die Entstehung des nächtlichen Bettnässens sein.

Familiäre Veranlagung beim nächtlichen Bettnässen

Auch eine familiäre Veranlagung kann für die Entstehung des nächtlichen Bettnässens eine Ursache sein. Untersuchungen zum nächtlichen Bettnässen in den unterschiedlichsten Ländern haben ergeben, dass eine erbliche Komponente die Entwicklung des Trockenwerdens beeinflusst. Aus diesem Grund tritt das nächtliche Bettnässen in einigen Familien häufiger auf als in anderen. Bei einer primären Enuresis nocturna (seit der Geburt wird eingenässt) vermuten die Mediziner, dass eine genetisch bedingte Störung des zentralen Nervensystems vorliegt.

Beim nächtlichen Bettnässen, das nach einer bereits 6-monatigen Trockenphase wieder auftritt (sekundäre Enuresis nocturna) kann die Veranlagung zum nächtlichen Bettnässen durch belastende Erlebnisse verursacht werden. Untersuchungen haben im Allgemeinen ergeben, dass etwa 15 % der Kinder in ihrer Familie allein sind mit dem Leiden des nächtlichen Bettnässens. Wenn ein Elternteil selbst unter dem nächtlichen Bettnässen litt bzw. leidet, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 45 %. Hingegen liegt die Wahrscheinlichkeit bei 77 %, wenn beide Elternteile unter dem nächtlichen Bettnässen litten bzw. leiden.

Falsche Trinkgewohnheiten führen zu nächtlichem Bettnässen

Für die Entstehung des nächtlichen Bettnässens können falsche Trinkgewohnheiten verantwortlich sein. Bereits 6-jährige sollten bis zum Mittag einen halben Liter getrunken haben. Häufig trinken Kinder und auch Erwachsene morgens zu wenig und müssen die benötigte Flüssigkeit am späten Nachmittag oder erst am Abend zu sich nehmen. Dadurch wird die Blase tagsüber kaum belastet und es gibt wenige Reize. Dieses kann zu einer zu geringen Blasenkapazität führen, die eine Entstehung des nächtlichen Bettnässens bedingen kann. Um die Blasenkapazität zu erhöhen, sollte man 75 % des täglichen Bedarfs an Flüssigkeit bereits bis zum Nachmittag zu sich nehmen. Da koffeinhaltige Getränke, Kaffee und schwarzer sowie grüner Tee zu einer erhöhten Urinproduktion führen, sollten diese Getränke nachmittags nicht mehr getrunken werden.

ADHS und nächtliches Bettnässen

Das nächtliche Bettnässen kann eine Sekundärerkrankung der Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei einer primären Enuresis nocturna sein. Beim ADHS liegt eine Störung der Reizverarbeitung im Gehirn vor. Beim nächtlichen Bettnässen können die Signale der Blase nicht ausreichend verarbeitet werden. Die Kinder bekommen daher die volle Blase nicht mit, werden nicht wach und nässen ein. Eine amerikanische Studie an der Irvine University hat ergeben, dass ca. 30 % der untersuchten Kinder mit ADHS unter dem nächtlichen Bettnässen litten. Aus diesem Grund könnte die Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung für die Entstehung des nächtlichen Bettnässens mitverantwortlich sein.

Psychosoziale Probleme und nächtliches Bettnässen

Bei einer primären Enuresis nocturna spielen für die Entstehung des nächtlichen Bettnässens psychosoziale Probleme eine geringe Rolle. Sie sind eher mögliche Folgen durch die Belastung des nächtlichen Bettnässens. Die Kinder sind eher unglücklich und traurig über ihr nächtliches Bettnässen. Häufig fühlen sie sich als Versager und es ist ihnen unangenehm mit gleichaltrigen gemeinsam zu übernachten. Auch kann das nächtliche Bettnässen für die Eltern eine Belastung sein, da sie sich häufig für ihr Kind schämen und Ekel oder sogar Wut empfinden. Dadurch fühlt sich das Kind wiederum als Belastung und es kann zu Entwicklungsdefiziten kommen. Bei einer sekundären Enuresis nocturna hingegen ist das nächtliche Bettnässen eine Folge von stark belastenden Ereignissen im Umfeld der Kinder (psychosozialen Problemen). Belastende Ereignisse wie beispielsweise der Verlust eines Familienmitglieds, Scheidung der Eltern oder Schulstress können bei Kindern bzw. Jugendlichen ein nächtliches Bettnässen hervorrufen.

Daniela Bah

09.10.12

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