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Therapie des nächtlichen Bettnässens

Wenn die Ursachen für das nächtliche Bettnässen diagnostiziert wurden, kann der Arzt eine passende Therapieform anordnen. Diese Empfehlungen der Therapie beim nächtlichen Bettnässen richten sich nach den internationalen Therapierichtungen von den Gesellschaften European Association of Urology (EAU) und der European Society for Paediatric Urology (ESPU). Die Experten der internationalen Gremien geben folgende Therapieempfehlungen beim nächtlichen Bettnässen heraus:

  • 1. Wenn beim nächtlichen Bettnässen ein ADH-Mangel die Ursache ist, erfolgt die Gabe eines Arzneiwirkstoffs. Bei Bedarf wird dann noch eine Alarmtherapie zusätzlich angeordnet.
  • 2. Bei einem nächtlichen Bettnässen verursacht durch eine geringe Blasenkapazität wird zum einen die Alarmtherapie und zum anderen die Urotherapie empfohlen.
  • 3. Wenn bei einem nächtlichen Bettnässen eine normale Urinmenge und Blasenkapazität vorliegt, wird eine Alarmtherapie oder die Gabe von Medikamenten empfohlen.
  • 4. Bei einer fehlerhaften Trinkgewohnheit wird die Urotherapie beim nächtlichen Bettnässen empfohlen.

Urotherapie beim nächtlichen Bettnässen

Die Urotherapie ist eine verhaltenstherapeutische Behandlungsmethode, um dem Kind bzw. Jugendlichen eine bessere Körperwahrnehmung zu ermöglichen. Bei dieser speziellen Form der Therapiefür das nächtliche Bettnässen wird zuerst eine „Entmystifikation“ des nächtlichen Bettnässens vorgenommen. Dem Kind bzw. Jugendlichen wird altersgerecht die funktionellen Abläufe seines Körpers und insbesondere der Urinausscheidung erläutert. Danach wird unter Zuhilfenahme eines Blasentagebuchs, eines Plans für Trinken und Toilettengang und einer programmierten Uhr versucht, die Signale der Blase wahrzunehmen und dann diese kontrolliert zu entleeren.

Besonders wichtig dabei ist, dass es eine feste Routine gibt: Alle 2 bis 2,5 Stunden muss das Kind bzw. der Jugendliche trinken und mindestens 75 % seines täglichen Flüssigkeitsbedarfs bis 17 Uhr getrunken haben. Eine Stunde vor dem Schlafengehen sollte nicht mehr getrunken werden, um das nächtliche Bettnässen zu verhindern. Zudem ist bei dieser Therapie beim nächtlichen Bettnässen vorgesehen, dass das Kind bzw. der Jugendliche alle 2 bis 2,5 Stunden zur Toilette geht und somit lernt, sich kontrolliert zu erleichtern.

Hilfreich dabei kann eine programmierte Uhr sein, die durch ein akustisches Signal an den Toilettengang erinnert. Auch sollte morgens Zeit für einen Toilettengang vor dem Kindergarten bzw. der Schule in den Tagesablauf integriert werden. Diese Therapie beim nächtlichen Bettnässen sieht weiterhin vor, dass das Kind bzw. der Jugendliche erlernt, richtig und entspannt auf der Toilette zu sitzen.

Alarmtherapie beim nächtlichen Bettnässen

Die Alarmtherapie ist eine lerntheoretische Behandlungsmethode, um dem Kind bzw. Jugendlichen zu ermöglichen, beim nächtlichen Bettnässen eine Verhaltensänderung anzustreben. Diese Therapie beim nächtlichen Bettnässen arbeitet mit der Hilfe von elektronischen Weckgeräten wie beispielsweise einer Klingelhose oder einer Klingelmatte. Feuchtigkeitssensoren nehmen die ersten Tropfen von Urin beim nächtlichen Bettnässen wahr und lösen dann ein akustisches Signal aus.

Durch dieses Signal soll das Kind bzw. der Jugendliche geweckt werden und dann eigenständig auf die Toilette gehen. Durch dieses Aufwecken soll eine verbesserte Wahrnehmung der vollen Blase erlernt werden. Diese Therapie für die Verhinderung des nächtlichen Bettnässens sollte keine 4 Monate überschreiten und dem Kind trotzdem die Möglichkeit geben, einen gesunden Schlaf zu entwickeln.

Als Nachteil wird von den Eltern empfunden, dass sie mit wach werden und nachsehen müssen, ob das Kind eigenständig auf die Toilette geht. Das erfordert von den Eltern ein langes Durchhaltevermögen und einige Störungen in ihrem eigenen Schlafrhythmus. Studien haben ergeben, dass der Behandlungserfolg bei 70 % (14 trockene Nächte in Folge nach maximal 16 Wochen) und die Rückfallquote bei 80 % liegen.

Medikamente gegen das nächtliche Bettnässen

Der Arzneiwirkstoff Desmopressin ist dem körpereigenen Hormon Adiuretin (ADH) ähnlich und kann die gleiche Wirkung erzielen wie das ADH. Dieses synthetisch hergestellte Arzneimittel kann aus diesem Grund bei der Therapie vom nächtlichen Bettnässen eingesetzt werden. Bei Kindern und Jugendlichen, die unter nächtlichem Bettnässen leiden, besteht eine Störung bei der nächtlichen Blasensteuerung. Für die Bildung des Urins ist das Hormon Adiuretin (ADH) wichtig. Adiuretin wird in der Hirnanhangsdrüse gebildet und signalisiert den Nieren, dass es weniger Urin bilden soll.

Da die Konzentration des Hormons Adiuretin in der Nacht höher sein kann als am Tage, könnte es für einen kaum vorhandenen nächtlichen Harndrang verantwortlich sein. Leiden nun Kinder und Jugendlichen unter dem nächtlichen Bettnässen könnte eine zu geringe Konzentration von ADH zum nächtlichen Bettnässen führen. Die Therapie mit Desmopressin beim nächtlichen Bettnässen unterstützt die natürliche Reduktion der Urinmenge und kann damit beitragen, dass das Kind bzw. der Jugendliche nachts trocken bleibt. Durch die Einnahme des Wirkstoffs kann eine schnelle Wirkung des Trockenbleibens eintreten.

Darüber hinaus ist es für den Therapieerfolg beim nächtlichen Bettnässen wichtig, dass keine Bestrafung eingesetzt wird, wenn es zum nächtlichen Bettnässen kommt oder sich das nächtliche Bettnässen wieder einstellen sollte. Positive Verstärker wie Belohnungen oder ein Smiley-Plan, bei dem nur die guten Tage abgebildet werden, sollten stattdessen angewendet werden.

Daniela Bah

09.10.12

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