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Therapie von Osteoporose

Die Behandlung der Osteoporose hat zum Ziel, schwerwiegende Komplikationen durch vermeidbare, osteoporosebedingte Frakturen vorzubeugen. Zunächst setzt man dabei auf eine Kombination verschiedener Basismaßnahmen, die das Fortschreiten der Erkrankung vermindern und das Frakturrisiko senken sollen. Stellt sich im Laufe der Untersuchungen heraus, dass ein erhöhtes Risiko von Knochenbrüchen durch die Osteoporose gegeben ist, kann darüber hinaus eine medikamentöse Therapie angewandt werden.

Umstellung der Lebensweise zur Osteoporoseprophylaxe und -behandlung

Durch eine Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten kann im Grunde jeder – auch wenn er nicht an einer therapiebedürftigen Osteoporose leidet – etwas für gesunde, starke Knochen bis ins hohe Alter tun. Zu empfehlen ist ausreichend körperliche Aktivität zwei- bis dreimal pro Woche. Geeignet sind beispielsweise Krafttraining, Wandern, Tanzen oder Gymnastik. Außerdem sollte nach Möglichkeit auf Nikotin verzichtet werden.

Kalzium, das in die Knochen eingelagert wird, um sie stark zu machen, muss dem Körper über die Nahrung zugeführt werden. Wichtig ist daher eine kalziumreiche Ernährung (ca. 1.000 mg pro Tag). Der Anteil an Kalzium ist in Milchprodukten besonders hoch: In 100 ml Milch sind ca. 120 mg Kalzium, in 100 g Hartkäse sind rund 800 mg Kalzium enthalten. Damit der Körper das Kalzium in die Knochen einlagern kann, benötigt er Vitamin D. Der Körper ist in der Lage, Vitamin D selbst zu produzieren, wenn die Haut mit genügend UV-Licht bestrahlt wird. Dafür genügt ein Aufenthalt von bis zu 25 Minuten im Freien mit unbedecktem Gesicht und unbedeckten Armen. Ist dies nicht möglich, kann Vitamin D zugeführt werden.

Da das Frakturrisiko steigt, wenn das Körpergewicht zu gering ist, sollte auf ein gesundes Gewicht geachtet werden. Der sog. Body-Mass-Index (BMI) sollte nach Möglichkeit nicht unter 20 fallen. Er berechnet sich aus Körpergewicht (in kg) geteilt durch Körpergröße (in m) zum Quadrat. Eine Frau mit einer Körpergröße von 1,65 m sollte also mindestens 55 kg wiegen. Mit dem BMI-Rechner können Sie überprüfen, ob ihr BMI-Wert im Soll liegt.

Medikamentöse Therapie der Osteoporose

In Abhängigkeit von dem bei der Knochendichtemessung ermittelten T-Wert und dem Alter des Patienten kann auch eine medikamentöse Behandlung der Osteoporose durchgeführt werden. Zum Einsatz kommen bei Frauen nach der Menopause Bisphosphonate und selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren, die beide den Abbau von Knochensubstanz vermindern, u. U. Strontiumranelat, das den Knochenabbau hemmt und die Knochenneubildung fördert, sowie Teriparatid, ein biotechnologisch hergestelltes Fragment des Parathormons, das den Knochenaufbau begünstigt und die Bildung neuer Knochenstrukturen anregt. Zusätzlich oder alternativ kann auch mit Östrogenen therapiert werden.

Die Therapieempfehlung für Männer, die an Osteoporose leiden, beschränkt sich laut der derzeit gültigen Leitlinie des Wissenschaftlichen Dachverbands Osteologie e.V. (DVO) auf das Bisphosphonat Alendronat.

Behandlung bei Frakturen

Ist es aufgrund der Osteoporose bereits zu Frakturen gekommen, ist es wichtig, schnell wieder mobil zu werden. Unterstützend werden zu diesem Zweck u. a. schmerzstillende Medikamente gegeben und Gehhilfen angeboten. Rehabilitation z. B. mit Physiotherapie und Funktionstraining kann ebenfalls dazu beitragen, die Lebensqualität zu verbessern. Der Rückhalt in einer Selbsthilfegruppe kann dabei hilfreich sein.

Antje Habekuß

06.08.14