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Pollenallergie: Auswirkungen des Klimawandels

Der Klimawandel wirkt sich auf die Beschwerden von Menschen mit einer Pollenallergie aus: Die Temperaturen steigen, Pflanzen beginnen früher zu blühen und blühen länger, die Pollenflugzeiten verlängern sich, es gibt weniger Phasen, in denen keine oder nur wenig Pollen in der Luft zu finden sind. Zudem siedeln sich in Deutschland Pflanzen an, die aufgrund der klimatischen Bedingungen noch vor Jahren keine Chance hatten zu wachsen und neue Allergien hervorrufen können.

Zu diesen Pflanzen gehört etwa das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia), das sich immer weiter ausbreitet und bei einem erhöhten Kohlendioxidgehalt der Luft mehr Pollen produziert. Hinzukommt, dass bei einem höheren Grad der Luftverschmutzung wissenschaftlichen Studien zufolge auch die Zahl der Allergien zunimmt. Denn die Atemwege werden durch Luftschadstoffe (z. B. Feinstaub) geschädigt und reagieren empfindlicher. Auch Pollen scheinen sich wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge durch den Kontakt mit Luftschadstoffen zu verändern und ein höheres Allergiepotenzial zu entwickeln.

Je länger die Pollenflugzeit dauert, umso länger dauern meist auch die Beschwerden bei einer Pollenallergie an. Das bedeutet für Betroffene zudem, dass sie länger Medikamente gegen die Allergie einnehmen und das Risiko für einen Etagenwechsel steigt. Menschen mit einer Pollenallergie können sich weniger im Freien aufhalten und insbesondere bei warmen Temperaturen seltener am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

Auch die Gefahr für die Zunahme allergischer Erkrankungen steigt – vor allem durch die Einwanderung und Ausbreitung hoch allergener Pflanzen wie Ambrosia. Wer Ambrosia-Pflanzen in der Natur sichtet, ist daher aufgerufen, sich von ihnen fernzuhalten und die örtlichen Behörden zu informieren. Diese entfernen die Pflanzen, damit sich das Traubenkraut nicht weiterverbreitet und heimische Arten verdrängt.

In Monaten wie November, Dezember und Januar, in denen vor einigen Jahren noch keine Pollen in der Luft zu finden waren, sind jetzt bereits Hasel- und Erlenpollen unterwegs. Die Erlenpollen stammen häufig von einer in Deutschland nicht ursprünglich heimischen Art, der sogenannten Purpurerle. Die verlängerte Vegetationsphase der heimischen Erlen, hervorgerufen durch die steigenden Temperaturen, und das häufigere Vorkommen der Pflanze machen Menschen mit einer Erlenpollenallergie zu schaffen.

Die verkürzten beschwerdefreien Zeiten führen zudem dazu, dass es schwieriger wird, eine Hyposensibilisierungsbehandlung zu starten. Denn eine solche Therapie, bei der sich das Immunsystem der Betroffenen allmählich an die Allergene gewöhnt, sollte möglichst zu einem Zeitpunkt beginnen, zu dem keine Allergiesymptome auftreten.

Mit steigenden Temperaturen breiten sich auch Tiere wie der Eichenprozessionsspinner aus. Dessen Raupen tragen Haare, die starke Hautreaktionen und beim Einatmen auch Atemwegsprobleme auslösen können. Je öfter diese Tiere anzutreffen sind, umso mehr häufen sich die allergischen Erkrankungen.

Quelle: allergikus 4/2019

24.03.20

Klimawandel