- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Allergien - Allergie - Allergiefreies Wohnen - Renovieren und Bauen mit Allergien

Renovieren und Bauen mit Allergien

Sowohl beim Hausbau als auch beim Renovieren müssen Menschen mit Allergien darauf achten, Baustoffe zu verwenden, die keine oder nur selten Allergien auslösen. Menschen mit Pollen- und Hausstauballergie können vor allem beim Hausbau Vorkehrungen treffen, die allergische Reaktionen mindern. So lässt sich durch die Auswahl des Grundstücks die Allergenbelastung für Betroffene verringern. Wer z. B. von einer Gräserpollenallergie betroffen ist, sollte möglichst in einer Gegend mit wenigen Wiesen und Feldern bauen, Menschen mit einer Baumpollenallergie sollten den Kauf von Grundstücken in der Nähe von bewaldeten Gegenden von vornherein ausschließen. Zudem lässt sich eine Lüftungsanlage in ein neues Haus einbauen, die einen Großteil der Pollen aus der Luft filtert.

Obwohl es beim Neubau eines Hauses oder einer Wohnung einfacher ist, die Allergenbelastung in den Innenräumen zu reduzieren, können Menschen mit Allergien auch beim Renovieren einiges dafür tun, dass die Wohnung möglichst allergenarm bleibt bzw. wird. Wer selbst renoviert, sollte einige Vorkehrungen treffen, um sich bei der Arbeit möglichst wenig potenziellen Allergenen auszusetzen. Nicht nur für Menschen mit Hausstauballergie ist es z. B. sinnvoll, eine Atemmaske zu tragen. Denn bei Renovierungsarbeiten ist die Raumluft stets stärker mit Staub belastet.

Maßnahmen an Allergie anpassen

Vollkommen allergenfrei zu bauen oder zu renovieren ist nahezu unmöglich, denn theoretisch können fast alle Stoffe Allergien auslösen. Jedoch ist es insbesondere beim Haus- oder Wohnungsbau wichtig, allergiereduzierende Maßnahmen an bereits bestehende Allergien anzupassen. Das bedeutet z. B. für Menschen mit Hausstauballergie die Heiztechnik so auszuwählen, dass die Heizung möglichst wenig Staub aufwirbelt. Eine Flächenheizung – eine Fußboden- oder Wandheizung – ist für sie besonders günstig. Auch bei einer Altbausanierung ist es möglich, eine Flächenheizung nachträglich einbauen zu lassen, die als Fußbodenheizung mit einem für Betroffene günstigen Fußbodenbelag (z. B. Fliesen, Parkett, Laminat) kombiniert werden kann. Der Einbau einer zentralen Staubsauganlage kann ebenfalls sinnvoll sein. Eine solche Anlage sammelt den Hausstaub zentral und bläst die hausstaubbelastete Luft nach draußen.

Materialien sorgfältig auswählen

Sowohl beim Hausbau als auch bei einer Renovierung sollten Baumaterialien sorgfältig ausgesucht werden. So sind Häuser in Fertigbauweise i. d. R. für Menschen mit Allergien weniger geeignet als Häuser in Massivbauweise. Denn in Fertigbauteilen werden u. U. Materialien verwendet, die Allergene (z. B. bestimmte Kleb- oder Konservierungsstoffe) enthalten können. Auch Holz als hauptsächlicher Baustoff ist weniger geeignet, da in vielen Fällen potenziell allergenwirkende Holzschutzmittel verwendet werden müssen, um das Holz witterungsbeständig zu machen.

Bei der Auswahl von Baumaterialien für Innenräume (z. B. Farben, Bodenbeläge, Tapeten) ist auf Gütesiegel speziell für Menschen mit Allergien zu achten. So vergibt die Stiftung ECARF ein Siegel für Produkte, die Inhaltsstoffe enthalten, bei denen eine allergische Reaktion sehr unwahrscheinlich ist. Bei der Verwendung von Tapeten eignen sich insbesondere Raufasertapeten, die atmungsaktiv sind und die Regulierung des Raumklimas unterstützen können. Tapeten, die das Siegel des Blauen Engels tragen, sind zudem auf Schadstoffe und Schwermetalle geprüft und arm an Formaldehyd, das in höhen Konzentrationen Reizungen der Augen und Nase und Kontaktallergien hervorrufen kann.

Naturbelassene oder natürliche Produkte sind u. U. unbedingt, denn auch natürliche Stoffe (z. B. Öle) können Allergene enthalten. Vor allem beim Hausbau kann es sinnvoll sein, sich vor der Auswahl der Materialien eingehend beraten zu lassen, am besten von einer unabhängigen Organisation. Denn Änderungen im Nachhinein sind nicht nur ärgerlich und u. U. schwieriger durchzuführen, sondern vor allem teuer.

Renovieren, aber wie?

Am günstigsten ist es, wenn Betroffene Renovierungsarbeiten Handwerkern oder anderen Haushaltsmitgliedern überlassen, da die Raumluft i. d. R. stark belastet wird – etwa mit Staub oder Schimmelsporen. Da das jedoch nicht immer möglich ist, sollten Menschen mit Allergien beim Renovieren einige Sicherheitsvorkehrungen treffen. Eine Atemmaske ist in jedem Fall sinnvoll. Eine Alternative sind sog. Nasenfilter. Diese bestehen aus einer hypoallergenen Membran, die Staub oder Schimmelsporen aus der Atemluft filtert. Somit können Allergene nicht über die Nase in den Körper gelangen und allergische Reaktionen hervorrufen.

Um die Haut vor dem Kontakt mit potenziellen Allergenen zu schützen, ist das Tragen von geeigneten Arbeitshandschuhen wichtig. Auch Kopf und Körper sollten bedeckt sein, insbesondere wenn bereits eine Kontaktallergie besteht. Bei Arbeiten wie dem Abschleifen von Böden oder Wänden ist das Tragen einer Schutzbrille Pflicht, schon um Augen vor abgeschliffenen Holz- oder Farbresten zu schützen.

Beim Herunterreißen von Tapeten, beim Schleifen, Bohren oder anderen Arbeiten, bei denen größere Mengen Staub anfallen, sollte möglichst eine andere Person mit einem Staubsauger bereitstehen, um den Staub aufzufangen und wegzusaugen. Manche Arbeitsgeräte (z. B. Schleifmaschinen) sind u. U. bereits mit Staubfangbeuteln ausgestattet. Bei der Auswahl der Geräte sollten diese bevorzugt werden.

Wer nur einen Raum der Wohnung renoviert, sollte darauf achten, dass der Baudreck in diesem Zimmer bleibt. Das bedeutet u. U. die Türöffnungen mit feuchten Tüchern zu verhängen, die Staub auffangen. Schuhe, die bei der Renovierung getragen werden, sollten im Raum bleiben und nach den Arbeiten gründlich gereinigt werden. Das Gleiche gilt am Ende des Tages für die getragene Kleidung. Nach getaner Arbeit heißt es für Betroffene, gründlich zu duschen, um alle Staub- oder Schimmelreste aus den Haaren oder vom Körper zu entfernen. Außerdem sollten sie den renovierten Raum sowie den Rest der Wohnung gründlich lüften.

Quelle: allergikus 2/2018

30.10.18