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Diagnose eines Schleudertraumas

Zumeist klingen die ersten Symptome eines Schleudertraumas, wie Kopfschmerzen, Nacken- und Schulterschmerzen sowie Rückenschmerzen, bereits wenige Stunden nach dem Unfall wieder ab. Sollten diese allerdings anhalten, nicht besser werden oder sich gar verschlimmern, ist ein Arztbesuch nicht ausgeschlossen. Vor allem bei Symptomen, die auf ein Schleudertrauma hindeuten, wie akute Bewusstlosigkeit, anhaltendem Schwindel, starken Kopf- und Nackenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Lähmungserscheinungen und Gedächtnisschwund wäre ein Arztbesuch ratsam.

Der Facharzt wird diagnostizieren können, wie schwerwiegend die Verletzungen beim Schleudertrauma sind und welche Therapieform angemessen ist. Die Diagnose eines Schleudertraumas erfolgt z. T. durch die mündliche Schilderung des Unfalls durch den Betroffenen, z. T. durch die körperliche manuelle Untersuchung durch den behandelnden Arzt. Es ist wichtig, die genauen Begebenheiten möglichst detailliert wiederzugeben, damit der Arzt weiß, was passiert ist und wo mögliche Schäden bei einem Schleudertrauma zu erwarten und wie diese zu behandeln sind.

Krankengeschichte beim Schleudertrauma

Die Krankheitsgeschichte, oder wie der Mediziner es ausdrückt die Anamnese, bietet dem Arzt den ersten Überblick über die Lage des Patienten. Diese sollte möglichst genau beschrieben werden, um dem Arzt bei seiner Arbeit helfen zu können und somit eine schnellstmögliche Heilung des Patienten zu fördern. Zunächst folgt eine genaue Beschreibung der aufgetretenen Symptome. Auf jeden Fall erwähnt werden sollten schwerwiegende Symptome, wie Taubheitsgefühl bestimmter Körperstellen, jede Art von Prickeln, Schwäche, Übelkeit, Schwindel sowie Dopplung von dem Gesehenen.

Bei der Beschreibung des Unfallgeschehens wird es den Arzt höchstwahrscheinlich interessieren, welche Art von Unfall es war. Wenn es sich um einen Autounfall handeln sollte, sollte bei der Schilderung erwähnt werden, ob es z. B. ein frontaler oder seitlicher Aufprall gewesen ist. Nicht unwichtig bei der Diagnose eines Schleudertraumas ist auch, ob der Sicherheitsgurt anlag und die Airbags ausgelöst wurden. Falls es Verletzungen durch eine Brille, ein in der Brusttasche liegendes Handy oder durch herumfliegende Gegenstände gibt, wird der Arzt dies auch wissen wollen.

Wichtig zu erwähnen ist u. a. auch die Aufprallgeschwindigkeit und wie die Kopfstützen zur Zeit des Aufpralls eingestellt waren. Weiterhin ist es möglich, dass der behandelnde Arzt nach einer Begutachtung durch den Unfallarzt und nach eventuell vorhandenen Untersuchungsbefunden, Röntgenbildern, Magnetresonanztomografie-Aufnahmen (MRT) u. Ä. fragt.

Untersuchung durch den Arzt beim Schleudertrauma

Nach der Anamnese bei einem möglichen Schleudertrauma wird sich der Arzt schon ein bestimmtes Bild von der Situation und den Auswirkungen des Schleudertraumas machen können. Da dies aber bei einem möglichen Schleudertrauma nicht vollkommen ausreicht, folgt in der Regel eine manuelle Untersuchung durch den Arzt. Durch das Abtasten der betroffenen Körperstellen versucht der Arzt bei der Diagnose eines Schleudertraumas herauszufinden, wo sich die Schmerzen hauptsächlich lokalisieren und ob Bewegungsbeeinträchtigungen vorliegen. Ergänzend wird versucht herauszustellen, wie stark die Schmerzen bedingt durch ein Schleudertrauma sind und ob sie in andere Körperteile ausstrahlen. Hierbei werden bei der Diagnose eines Schleudertraumas der Kopf und seine Bewegungsfunktion näher betrachtet. Dem folgt eine Untersuchung des Kiefergelenkes.

Weiterhin wird der Patient abgetastet und erfragt, welche Bewegungen den Schmerz erleichtern und welche den Schmerz verschlimmern. Mithilfe dieser Voruntersuchung beim Schleudertrauma kann der Arzt feststellen, ob ein eventueller Krankenhausaufenthalt angebracht wäre, oder ob eine ambulante Therapie ausreichen wird. Außerdem wird der Arzt hiernach beurteilen können, welche weiteren Untersuchungen für die Diagnose eines Schleudertraumas notwendig sind.

Weitere Untersuchungen zur Diagnose eines Schleudertraumas

Meistens wird im Anschluss an eine Anamnese bei einem möglichen Schleudertrauma eine Röntgenaufnahme gemacht, um ausschließen zu können, dass es bei dem Aufprall zu Knochenbrüchen kam. Dabei wird bei der Röntgenaufnahme das knöcherne Skelett durchleuchtet. Mögliche Verletzungen von Bandscheiben, Nerven, Muskeln oder Arterien durch die Dehnung der Halswirbelsäule durch ein Schleudertrauma kann der Röntgenapparat nicht aufzeigen.

Dafür gibt es die sog. Magnetresonanztomografie (MRT), auch als Kernspintomografie bekannt, mit welcher eben diese Verletzungen erkannt werden können. Dies geschieht durch eine vollkommene Durchleuchtung der traumatisierten Körperstellen ohne Röntgenstrahlen. Bei einer MRT sieht der Arzt viel mehr als auf einem Röntgenbild. Denn hier werden nicht nur die Knochen sondern auch die inneren Gewebe und Organe abgebildet. Eine Untersuchung mit der Magnetresonanztomografie ist allerdings bei einem Schleudertrauma meist nicht üblich und wird auch nicht so häufig wie die Röntgenaufnahmen gemacht. Das liegt vor allem daran, dass nur selten schwerwiegende Schäden nach einem Schleudertrauma bleiben, die sich mithilfe einer MRT herausstellen lassen müssen.

Noch seltener wird eine sog. Elektromyografie (EMG) erstellt oder eine Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) gemessen. Bei einer Elektromyografie wird in einem technischen Verfahren die Tätigkeit eines Muskels gemessen und darauf geachtet, ob der Muskel selbst oder der dazugehörige Nerv nicht funktionstüchtig ist. Diese Verfahren dienen zur Feststellung einer korrekten Funktionstüchtigkeit des Nervensystems. Sie werden nur in den Fällen bei einem Schleudertrauma angewandt, wenn der Arzt einen Grund darin sieht, anzunehmen, dass bei dem Patienten Verletzungen von Nervensträngen vorliegen.

Maria Ballau

09.07.15

Diagnose