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Entstehung eines Schleudertraumas

Die Halswirbelsäule ist nicht nur dafür zuständig den verhältnismäßig schweren Kopf zu tragen und für seine Beweglichkeit zu sorgen. Sie ist außerdem mit Nervensträngen ausgestattet, die wiederum mit vielen Rezeptoren versehen sind, die auf bestimmte Reize auf eine entsprechende Art und Weise reagieren. So kann z. B. ein Reiz ein Anstoß für bestimmte motorische Bewegungen, für Schmerzverarbeitung oder verschiedene Gehirnaktivitäten sein. Eine Verletzung der Halswirbelsäule durch ein Schleudertrauma kann sich folglich als sehr belastend erweisen.

Die Ursache für die Entstehung eines Schleudertraumas liegt in dem Schleudervorgang, bei dem die Halswirbelsäule (HWS) verletzt wird. Hierbei wird der Oberkörper plötzlich nach vorne geschleudert, der Kopf, der dieser Bewegung zunächst nicht folgen kann, wird nach hinten gezogen. Es entsteht eine sog. Relativbewegung zwischen dem Oberkörper und dem Kopf. Wird nun bei einem Aufprall die Halswirbelsäule durch das plötzliche und unerwartete Vor- und Zurückschnellen des Kopfes überdehnt und gezerrt wird, kommt es zu einem Schleudertrauma.

Chiropraktiker gehen davon aus, dass sich die Wirbelsäulegelenke bei dem Aufprall verschieben können. Dies kann zu Entzündungen in den Gelenken, Bändern und den Bandscheiben führen, was eine Fehlfunktion der Wirbelkörper und somit Schmerzen zur Konsequenz haben kann. Ein Schleudertrauma kann durch einen Auffahrunfall, durch Unfälle in verschiedenen Sportarten, bei Freizeitaktivitäten oder durch Arbeitsunfälle entstehen. Das Ausmaß des Schleudertraumas ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Entscheidend bei der Entstehung eines Schleudertraumas kann insbesondere die Aufprallgeschwindigkeit und somit die Schwere des Stoßes sein.

Symptome eines Schleudertraumas

Dadurch, dass der Betroffene mit dem zum Schleudertrauma führenden Unfall unerwartet konfrontiert wird, kann auch schon eine geringe Aufprallgeschwindigkeit zu Schäden an der Halswirbelsäule führen. Das liegt daran, dass man sich im Falle des Unfalls und der Entstehung eines Schleudertraumas nicht darauf konzentrieren kann, den Körper den Bewegungsabläufen anzupassen, um dieses Schleudern, welches die Überdehnung der Halswirbelsäule verursacht, zu entgehen. So kann z. B. ein beim Aufprall zur Seite gedrehter Kopf die Ursache für stärkere Beschwerden sein.

Bei einem Schleudertrauma können nicht nur die Weichteile der Wirbelsäule, zu denen Nervenbänder, Muskeln, Sehnen und Blutgefässe gehören, sondern auch Knochen verletzt werden. Es sind demnach innere Verletzungen der Halswirbelsäule, die ein Schleudertrauma hervorrufen. Bei einem Schleudertrauma kann es zu vielen möglichen Symptomen kommen. Diese können sowohl physischer als auch psychischer Natur sein.

Mögliche Symptome bei einem Schleudertrauma sind Kopfschmerzen, Nackenschmerzen und Schulterschmerzen. Des Weiteren können bei einem Schleudertrauma Rückenschmerzen, Einschränkungen der Beweglichkeit der Halswirbelsäule, Schwindel und Störungen des Gleichgewichts auftreten. Zusätzlich können visuelle Wahrnehmungsstörungen, Übelkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Lähmungserscheinungen auf ein Schleudertrauma hinweisen. Und auch mögliche psychische Störungen, wie z. B. Depressionen, Müdigkeit, Reizbarkeit könnten ein Hinweis auf ein Schleudertrauma sein.

So können z. B. bei einem Schleudertrauma Nackenschmerzen durch Muskelverspannungen ausgelöst werden. Diese Nackenschmerzen können wiederum zu Kopfschmerzen und Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule sowie Schulter- und Rückenschmerzen, Müdigkeit und Sehstörungen führen. Viele Symptome, die auf ein Schleudertrauma hinweisen, können gleichzeitig oder auch vereinzelt auftreten.

Schwindel beim Schleudertrauma

Zudem gibt es oft verschiedene Arten und Formen der einzelnen Symptome. So z. B. beim Symptom Schwindel. Schwindel ist eine häufige Belastung nach Nacken- und Kopfschmerzen nach einem Schleudertrauma. Man unterscheidet beim Schleudertrauma zwischen einigen Formen des Schwindels. So gibt es beim Schleudertrauma den „Benigner peripherer paroxysmaler Lagerungsschwindel“ (BPPV), bei dem es zu Drehschwindelattacken kommen kann, die dann entstehen, wenn der Betroffene die Kopf- oder Körperlage ändert. Eine weitere Form des Schwindels beim Schleudertrauma kann der „akute einseitige Labyrinthausfall“ sein, bei dem es einem Betroffenen so vorkommt, seine Umgebung würde sich bewegen und er müsse gleich stürzen. Der „Otolithenschwindel“ äußert sich im Schwankschwindel und der Unsicherheit beim Gehen. Bei der sog. „Perilymphfistel“ kommt es zu Schwindelattacken durch eine Druckveränderung, wie z. B. durch Husten.

Psychische Symptome, die nach einem Schleudertrauma auftreten können, sind zumeist auf den posttraumatischen Schrecken zurückzuführen. Meistens gehen die Symptome schon einige Stunden nach dem Unfall zurück. Schwerwiegendere Verletzungen können jedoch länger anhalten. Aber auch diese Symptome können nach einer angemessenen Therapie des Schleudertraumas wieder abklingen. Allerdings gibt es Forschungsstudien, die besagen, dass ca. 10 % der Betroffenen unter chronischen Schmerzen leiden. Als chronisch gilt ein Schmerz, der länger als drei Monate andauert.

Schweregrade eines Schleudertraumas

Die Verletzungen werden in verschiedene Schweregrade aufgeteilt, um feststellen zu können, wie gravierend das Schleudertrauma ausfällt. Hierzu benutzt man die sog. Quebec-Klassifikation, bei welcher der Schweregrad des Schleudertraumas mit einer Zahl festgelegt wird. Die Zahl null beschreibt den geringsten, die Zahl vier den höchsten Schweregrad, mit den dazugehörenden Symptomen:

  • Schleudertrauma Schweregrad 0: keine Symptome, weder physische noch psychische Beschwerden
  • Schleudertrauma Schweregrad 1: Nackenschmerzen und Nackensteifheit, Schulterschmerzen
  • Schleudertrauma Schweregrad 2: Nackenbeschwerden, Verspannungen der Muskeln, Bewegungseinschränkung
  • Schleudertrauma Schweregrad 3: Nackenbeschwerden mit neurologischen Anzeichen
  • Schleudertrauma Schweregrad 4: Nackenbeschwerden und Frakturen oder Dislokationen

Maria Ballau

09.07.15

Entstehung