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Gegen Schluckstörungen bei MS vorgehen

Schluckstörungen, auch Dysphagie genannt, kommen bei MS-Patienten häufig vor. Schlucken ist ein komplexer Vorgang, an dem zahlreiche Muskeln beteiligt sind. Kommt es aufgrund von Nervenschädigungen durch MS zu Mängeln in der Informationsübertragung zwischen dem Nervensystem und nur einigen dieser Muskeln, kann das Schlucken zum Problem werden.

Dass der Schluckvorgang gestört ist, macht sich u. a. durch häufiges Verschlucken und durch Husten bemerkbar. In vielen Fällen gelangen Nahrung und Flüssigkeiten in die Luftröhre, wodurch sich die Gefahr für Lungenentzündungen erhöht – häufig auftretendes Fieber, häufige Infekte können deshalb durchaus ein Indiz für Schluckstörungen sein. Eine Dysphagie kann sich jedoch auch dadurch äußern, dass Speisebrei zurück in die Nase fließt. In vielen Fällen werden Essen und Trinken zur Qual. Das wiederum führt oft zur Verweigerung der Nahrungsaufnahme und als Folge zur Gewichtsabnahme. Betroffene ziehen sich z. T. auch aus dem sozialen Leben zurück, weil ihnen die Schluckstörungen unangenehm sind.

Das Schlucken wieder erlernen

Damit Schluckstörungen behandelt werden können, ist es wichtig zu wissen, wo genau die Probleme liegen, d.h., welcher Abschnitt des Schluckvorgangs gestört ist. Denn daran muss die Therapie angepasst werden. Diese besteht in der Regel in einer Behandlung durch Logopäden, die auf Schluckstörungen spezialisiert sind. Mit ihrer Hilfe trainieren Betroffene z. B. gezielt Bewegungen von Lippen und Zunge, um den Speisebrei in die Speiseröhre zu transportieren, ohne sich zu verschlucken. Sollte der Schluckreflex gestört sein, gibt es Möglichkeiten, diesen extern auszulösen, z. B. durch Kältereize. Auch diese erlernen Betroffene in der Dysphagie-Behandlung. In jedem Fall ist eine Behandlung von Schluckstörungen stets höchst individuell.

Kompensationsmöglichkeiten

Daneben erlernen Betroffene Haltungen, die ihnen das Schlucken erleichtern. Sie sollten z. B. darauf achten, beim Essen aufrechter zu sitzen als sonst. Das Schlucken fällt zudem leichter, wenn sich Betroffene darauf konzentrieren und nicht abgelenkt sind. Das bedeutet z. B., während des Essens nicht fernzusehen oder zu lesen. Außerdem wird bei Bedarf die Konsistenz der Nahrung angepasst. Wenn es leichter fällt, Brei zu schlucken, lässt sich das Essen pürieren. Das Wichtigste ist, dass die Betroffenen wieder Spaß am Essen bekommen und nicht an Gewicht verlieren.

Für den Fall, dass der Schluckprozess anhaltend gestört ist und das Gewicht der Betroffenen stark sinkt, gibt es noch die Möglichkeit, eine Magensonde zu legen, über die die Ernährung stattfindet. Zudem wird weiter daran gearbeitet, eine Ernährung auf normalem Wege wieder zu ermöglichen.

Quelle: Befund MS 3/2018

22.05.19

Ich habe Multiple Sklerose