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Schön trotz Chemo

Eine Chemotherapie greift nicht nur die Krebszellen im Körper an, sondern ist für viele Patientinnen auch ein Angriff auf ihr Selbstbild. Wenn Haare ausfallen, Augenbrauen und Wimpern verschwinden, kostet der Blick in den Spiegel meist sehr viel Überwindung. Ohne die gewohnte Haarpracht, egal ob kurz oder lang, ob braun oder blond, wirkt das eigene Äußere verändert und fremd. Auch die Haut sieht anders aus als vor der Therapie. Sie ist häufig blasser und strahlt nicht mehr so schön wie vor der Erkrankung.

Diese Veränderung ist oft eine große Belastung. In einer Gesellschaft, in der das äußere Erscheinungsbild eine große Bedeutung hat, wiegt diese Veränderung umso schwerer.

Doch auch ohne eigene Haare, ohne Wimpern und Augenbrauen kann es gelingen, sich schön und weiblich zu fühlen. Der erste Schritt ist die Akzeptanz des eigenen Körpers. Eine schwere Erkrankung und die damit einhergehende Therapie bringen zwangsläufig auch äußerliche Veränderungen mit sich. Um sich darauf vorzubereiten und diesen Prozess auch bewältigen zu können, können Gespräche mit einem Psychoonkologen helfen, das eigene Selbstvertrauen zu stärken und so die Nebenwirkungen der Chemotherapie besser zu akzeptieren. Gleiches gilt auch für den Austausch mit anderen Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe.

Darüber hinaus gibt es viele kleine Tipps und Tricks, die Patientinnen den Gang in die Öffentlichkeit oder auch das Treffen mit Freunden erleichtern, weil sie wissen, dass die Krankheit nicht gleich für jeden sichtbar ist.

Zweithaarspezialisten informieren über Perücke

Um nach dem Ausfall der Haare nicht mit einer Glatze vor die Tür gehen zu müssen, können Patientinnen sich bereits vor Beginn der Chemotherapie eine Perücke anfertigen lassen. Steht die Diagnose fest, können Frauen sich bei einem Zweithaarspezialisten eine zweite Haarpracht aussuchen. Die Spezialisten können Betroffene dann auch beraten, welche Frisur und welche Haarqualität am besten geeignet sind – und wie die Perücke richtig zu pflegen ist.

Viele Frauen entscheiden sich für eine Perücke, die ihrer ursprünglichen Frisur gleicht. Doch es gibt auch Patientinnen, die Krankheit und Therapie als Chance zur Veränderung begreifen und sich ein Zweithaar aussuchen, das sich in Farbe und Schnitt deutlich von ihrer bisherigen Frisur unterscheidet. Egal, welche Perücke Frauen wählen, wichtig ist, sich vor der Therapie darum zu kümmern, da während der Chemotherapie häufig die körperliche Kraft dafür fehlt, aber auch die Ruhe, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Die Kosten für eine Perücke werden häufig – zumindest teilweise – von der Krankenkasse übernommen. Deshalb empfiehlt es sich, nach einem ersten Besuch beim Zweithaarspezialisten die Kostenübernahmen mit der Krankenkasse zu klären.

Mützen und Tücher

Eine unkomplizierte Möglichkeit, den kahlen Kopf zu bedecken, bieten Mützen, Tücher und Turbane. Sie gibt es in zahlreichen unterschiedlichen Farben und Formen und können eine Alternative zum Tragen einer Perücke sein. Viele Betroffene entscheiden sich auch je nach Anlass für eine Perücke oder eine dieser alternativen Kopfbedeckungen. Da es viele verschiedene Modelle gibt, können Turban und Co. immer an das eigene Outfit angepasst werden.

Fehlende Wimpern

Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, falsche Wimpern an das Lid wieder anzukleben. Damit die Augenpartie dann nicht zu künstlich wirkt, sollten hier keine unnatürlich dichten oder langen Wimpern gewählt werden, sondern Wimpern, die den eigenen möglichst gleichen. Auch hier gibt es, wie beim Zweithaar auch, Wimpern aus Echthaar und künstlich hergestellte Wimpern. Grundsätzlich kann ein ganzer Wimpernkranz aufgeklebt werden. Sind die Wimpern lediglich ausgedünnt, besteht die Möglichkeit, einzelne, kleine Wimpernbüsche an die fehlenden Stellen zu kleben.

Wer sich keine Wimpern ankleben möchte, kann das Fehlen der Wimpern auch mit einem Lidstrich kaschieren. In diesem Fall wird auf dem Augenlid am Rand entlang ein Strich gezogen. Am besten eignet sich dafür Lidschatten in der Farbe braun oder grau, der mit einem flachen Lidschattenpinsel aufgetragen wird. Wer die Augen noch etwas mehr betonten möchte, kann außerdem am unteren Lid einen Strich hinzufügen.

Rouge und Concealer für den Teint

Um der blassen Haut ein wenig auf die Sprünge zu helfen, können Rouge und Concealer helfen. Die Farbe von Rouge und Concealer sollte an den Hauttyp angepasst werden. Dann sieht ein geschminktes Gesicht nicht unnatürlich aus.

Wer mit einem Concealer Schatten unter den Augen überschminken möchte, sollte am besten einen flüssigen dafür verwenden, der ein wenig heller ist, als die eigene Haut. Dieser wird dann unter dem Auge dünn auf die dunklen Stellen getupft, idealerweise mit dem Finger. Auch hier gilt: Um die Natürlichkeit zu erhalten, ist es wichtig, nicht zu viel vom Concealer aufzutragen und diese auch nicht auf den Tränensäcken (sofern vorhanden) zu verteilen. Dies betont die problematischen Stellen unter den Augen zusätzlich. Anschließend kann ein wenig Fixierpuder aufgetragen werden.

Beim Rouge eignen sich am besten Rosenholztöne. Das Rouge wird mit einem Pinsel am Wangenknochen entlang bis zum Ohr aufgetragen. Anschließend werden die Übergänge ein wenig mit der Hand verwischt.

Kostenlose Schminkkurse

Wem das Schminken schwerfällt oder wer gerne noch detailliertere Tipps zur Verschönerung des Gesichts hätte, der kann Workshops mit Make-up-Spezialisten besuchen, z. B. von der DKMS.

Quelle: Leben? Leben! 2/2018

14.11.18