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Schwangerschaftsdermatose: Formen und ihre Behandlung

Dermatose ist der medizinische Begriff für Hautkrankheit. Unter einer Schwangerschaftsdermatose ist also eine Hautkrankheit zu verstehen, die während der Schwangerschaft auftritt. Die meisten Schwangerschaftsdermatosen äußern sich durch Juckreiz, Hautveränderungen wie Rötungen können dazukommen.

Zwar sind die wenigsten Schwangerschaftsdermatosen für die Mutter oder ihr ungeborenes Kind gefährlich und bilden sich nach der Geburt von selbst zurück. Da es jedoch einige seltene Hauterkrankungen gibt, die ein Risiko für das Kind darstellen können, sollten Schwangere mit neu auftretendem Juckreiz ihren Arzt aufsuchen.

Atopische Schwangerschaftsdermatose

Die häufigste Hauterkrankung während der Schwangerschaft ist die sogenannte atopische Schwangerschaftsdermatose. Sie geht mit juckenden Ekzemen und der Bildung von Papeln einher und tritt häufig im zweiten, manchmal bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel auf. Ursache ist eine erbliche Veranlagung für sogenannte atopische Erkrankungen wie Neurodermitis – viele Frauen waren schon vor der Schwangerschaft von Hautproblemen betroffen. Gegen die Beschwerden verordnen Ärzte häufig glukokortikoidhaltige Cremes und sogenannte Basistherapeutika, die den Feuchtigkeitsgehalt der Haut regulieren. Auch Harnstoff sowie das juckreizlindernde Polidocanol können in Form von Cremes oder Salben auf die Haut aufgetragen werden. In schweren Fällen gibt es auch die Möglichkeit, dass der Arzt ein Antihistaminikum oder ein Glukokortikoid zum Einnehmen verordnet. Für das ungeborene Kind stellt die atopische Schwangerschaftsdermatose kein Risiko dar.

Polymorphe Schwangerschaftsdermatose, kurz PEP

Die polymorphe Schwangerschaftsdermatose äußert sich durch das Auftreten von Juckreiz, Quaddeln, Papeln und Plaques und betrifft zunächst in der Regel den Bauch, spart jedoch die Region rund um den Bauchnabel aus. Oft sind später zudem die Oberarme, die Oberschenkel und der Po betroffen. Auch diese Dermatose ist für das ungeborene Kind ungefährlich und lässt sich meist problemlos durch glukortikoidhaltige Cremes in den Griff bekommen.

Pemphigoid gestationis

Pemphigoid gestationis ist eine Erkrankung, bei der ebenfalls vor allem in der Bauchregion Quaddeln auftreten – meist im zweiten Schwangerschaftsdrittel. Auch in der Region rund um den Nabel bilden sich hierbei oft sehr pralle Bläschen. Da diese ausgesprochen seltene Erkrankung durchaus Auswirkungen auf das ungeborene Kind haben kann (z. B. verringertes Geburtsgewicht, Frühgeburt), sollte möglichst rasch eine Therapie begonnen werden. Zur Behandlung verordnet der Arzt in der Regel sowohl äußerlich angewandte Glukokortikoide als auch Glukokortikoide zum Einnehmen sowie Antihistaminika, die den Juckreiz lindern.

Intrahepatische Schwangerschaftscholestase

Diese Dermatose, die sich zunächst nur durch sehr heftigen Juckreiz, später eventuell durch das Auftreten von Knötchen auf der Haut äußert, bedarf der raschen Behandlung, da die Gefahr für Früh- und Totgeburten sowie einer mangelnden Sauerstoffversorgung des ungeborenen Kindes besteht. Ursache ist eine Stauung der Gallenflüssigkeit infolge von hormonellen Veränderungen. Diagnostiziert wird die Krankheit mithilfe einer Blutuntersuchung – überschreiten die Gallensäurewerte ein bestimmtes Maß, ist immer an eine intrahepatische Schwangerschaftscholestase zu denken. Die Behandlung besteht in der Gabe von Ursodesoxycholsäure, wodurch sich die Gallensäurewerte und gleichzeitig die Risiken für das ungeborene Kind verringern.

Quelle: Patient und Haut 1/2019

13.08.19

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