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Sex nach der Geburt: Hormone schwächen Lustempfinden

Frisch gebackene Mütter brauchen gerade in der ersten Zeit nach der Geburt ihre Kräfte, um das Baby zu versorgen. Dass die sexuelle Lust dabei zunächst auf der Strecke bleibt, ist ganz normal. Frauen sollten sich auf dem Weg zurück zu einem erfüllten Sexualleben nicht unter Druck setzen lassen – durch die eigenen Ansprüche oder den Partner.

Ein vermindertes Lustempfinden kann mehrere Ursachen haben. So erfolgt nach der Schwangerschaft und mit Beginn der Stillzeit eine Hormonumstellung. Es wird vermehrt Prolaktin ausgeschüttet. Dieses Hormon ist für die Milchbildung zuständig und hemmt gleichzeitig das sexuelle Verlangen. Außerdem ist der Östrogenspiegel in dieser Zeit niedriger. Dies hat zur Folge, dass die Schleimhäute der Scheide trockener sind und es deshalb zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen kann.

Körperliche Veränderungen akzeptieren

Der ganze Körper ist nach einer Schwangerschaft verändert. Die Brüste können in der Stillzeit schwer und berührungsempfindlich sein. Mögliche Verletzungen durch die Geburt müssen zunächst abheilen, da sie Schmerzen beim Sex verursachen können. Hinzu kommt der Wochenfluss, mit dem das Wundsekret der Gebärmutter abgestoßen wird. Diese Phase dauert etwa sechs Wochen. Grundsätzlich ist in dieser Zeit Geschlechtsverkehr möglich.

Neben den Folgen der Geburt müssen Frauen mit einer veränderten Form ihres Körpers zurechtkommen. Diese Veränderungen zu akzeptieren, fällt manchen Müttern schwer. Die Haut am Bauch ist schlaffer, vielleicht haben sie (noch) ein höheres Gewicht als vor der Schwangerschaft und die Brüste haben (nach dem Stillen) ihre Form verändert. Eine Rückbildungsgymnastik kann das Körpergefühl verbessern. Außerdem wird dabei der Beckenboden trainiert, der für das Empfinden sexueller Lust mit verantwortlich ist.

Der Beckenbodenmuskel ist durch Schwangerschaft und Geburt geschwächt. Regelmäßige Kräftigungsübungen stärken ihn. Dies ist wichtig, um Blasenschwäche zu vermeiden, und führt gleichzeitig dazu, dass der Beckenboden sich auch während des Geschlechtsverkehrs besser anspannen kann.

Verhütung in der Stillzeit

Kehrt die Lust langsam zurück und Frauen möchten wieder Sex mit ihrem Partner haben, sollten sie sich rechtzeitig Gedanken um Verhütung machen und sich von ihrem Frauenarzt beraten lassen. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass Stillende schwanger werden, aber nicht unmöglich.

Mütter, die stillen, sollten auf hormonelle Verhütungsmittel verzichten, da die Hormone über die Muttermilch an das Baby weitergegeben werden können. Darüber hinaus reduziert Östrogen die Milchbildung. Stillende können mit Kondom, Minipille (enthält nur Gestagen), Spirale oder Hormonspirale (enthält nur Gestagen) verhüten.

Quelle: Deutsches Magazin für Frauengesundheit 1/2020

06.07.20

Schwangerschaft und Geburt