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Stoffwechselentgleisungen bei Diabetes vermeiden

Stoffwechselentgleisungen sind bei vielen Menschen mit Diabetes gefürchtete Komplikationen. Der Stoffwechsel kann bei ihnen aus verschiedenen Gründen in Schieflage geraten – möglich ist dabei ein zu hoher Blutzuckerspiegel oder ein zu niedriger. Beides kann gefährliche Konsequenzen haben.

Nach Angaben des Diabetes Ratgebers bezeichnet man als Stoffwechselentgleisungen sowohl schwere Überzuckerungen (Hyperglykämien) als auch Unterzuckerungen (Hypoglykämien). Sie können relativ schnell entstehen: Wer vergisst, Insulin zu spritzen bzw. seine Medikamente zu nehmen, oder eine zu hohe bzw. niedrige Dosis ansetzt, kann innerhalb kurzer Zeit eine schwere Unter- oder Überzuckerung entwickeln. Risikofaktoren sind auch außergewöhnliche Belastungen wie Fieber oder intensive körperliche Anstrengungen.

Hypoglykämien und die möglichen Folgen

Unterzuckerungen gehören zu den häufigsten Komplikationen bei Diabetes und treten vor allem unter Insulintherapie auf, können, wenngleich seltener, aber auch bei medikamentöser Behandlung des Diabetes entstehen, beispielsweise bei Einnahme von Sulfonylharnstoffen. Eine schwere Unterzuckerung kann lebensgefährlich sein und zum hypoglykämischen Schock führen – dann verliert der Betroffene das Bewusstsein. Es gibt jedoch Symptome, die im Vorfeld auf eine Hypoglykämie hinweisen: Warnzeichen einer beginnenden Unterzuckerung sind beispielsweise Schwitzen, Herzrasen, Heißhunger oder Zittern, später kommen Konzentrationsschwächen, Kopfschmerzen, Sprach- und Sehstörungen hinzu. Wenn die Unterzuckerung fortschreitet kommt es z. B. zu Verhaltensstörungen wie Aggressivität sowie zu Bewusstseinsstörungen.

Unterzuckerungen vorbeugen

Allgemein gilt: Um Hypoglykämien vorzubeugen, sollte man seinen Blutzucker regelmäßig messen und die Therapie sehr sorgfältig durchführen. Auch auf die entsprechenden Warnzeichen sollte man achten. Es kann allerdings sein, dass diese wesentlich schwächer ausgeprägt sind, wenn Unterzuckungen häufiger auftreten. Für diese Situationen gibt es spezielle Schulungen, in denen die Betroffenen lernen, ihren Körper und mögliche Warnhinweise achtsam wahrzunehmen und zu erkennen.

Laut diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe ist es vor allem wichtig, aus Hypoglykämien und der spezifischen Situation zu lernen, um der nächsten Unterzuckerung vorzubeugen. Hat der Betroffene Sport getrieben, Alkohol getrunken oder liegt ein fieberhafter Infekt vor? Ein Diabetes-Tagebuch, in dem man solche Situationen festhält und sich Gedanken über die Ursachen der Unterzuckerung macht, kann hier sehr hilfreich sein.

Nächtliche Unterzuckerungen bei Diabetes

Oft treten Hypoglykämien auch in der Nacht auf, der Betroffene merkt dies manchmal daran, dass er Alpträume hat oder verschwitzt aufwacht – was aber nicht sein muss, manchmal stellt man nächtliche Unterzuckungen erst am nächsten Morgen fest, wenn man sich abgeschlagen fühlt oder die Bettwäsche feucht ist. Laut Diabetes Ratgeber ist es sinnvoll, seinen Arzt auf nächtliche Unterzuckerungen anzusprechen, um den Ursachen auf den Grund zu gehen. Auch hier kann Sport am Abend, der Konsum von Alkohol oder das falsche Berechnen der Insulindosis der Grund sein. Es kann auch sinnvoll sein, nachts zwischen zwei und vier Uhr den Blutzucker zu messen, um Unterzuckerungen auf die Spur zu kommen. Ggf. muss dann gemeinsam mit dem Arzt die Therapie angepasst werden.

Wenn der Blutzuckerspiegel zu hoch ist: Diabetische Ketoazidose

Zu den Symptomen einer beginnenden Ketoazidose gehören ein süßlich riechender Atem, Ringen nach Luft, Übelkeit, Müdigkeit, ständiger Harndrang und Durst. Eine Ketoazidose kann unbehandelt zum diabetischen Koma führen, insbesondere bei Menschen mit Diabetes Typ 1. Nach Angaben des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) ist die Ketoazidose lebensgefährlich, wenn sie nicht umgehend behandelt wird. Therapiert wird sie intensivmedizinisch, u. a. durch die Gabe von Insulin, Glukose und vor allem Flüssigkeit.

Um einer Ketoazidose vorzubeugen, sollte man zum einen auf die Warnzeichen achten wie den sog. Azetongeruch im Atem oder starke Bauchschmerzen. Auch anhaltend höhere Blutzuckerwerte über 14 mmol/l (250 mg/dl) sind ein Hinweis. Man sollte dann den sog. Ketongehalt im Urin mittels Keton-Teststreifen testen, so das DDZ. Auch bei Fieber sollte man Blutzucker und Ketone regelmäßig überprüfen, da hierbei der Insulinbedarf im Körper ansteigt. Wenn Ketonkörper im Urin nachgewiesen werden, sollte man auch bei einer leichten Ketonurie körperliche Betätigungen vermeiden und viel trinken. Wenn sich der Zustand nach acht Stunden nicht bessert, sollte man umgehend einen Arzt konsultieren, damit es nicht zu einer Stoffwechselentgleisung kommt.

Quelle: Befund Diabetes 4/2017

23.01.18