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Stoffwechselentgleisungen bei Diabetes vermeiden

Bei Menschen mit Diabetes kann es zu Stoffwechselentgleisungen wie Hyper- oder Hypoglykämien, aber auch diabetischer Ketoazidose oder einem ketoazidotischen Koma kommen. Vorbeugende Maßnahmen können Abhilfe schaffen.

Unter Stoffwechselentgleisungen versteht man etwa eine Hyperglykämie (Überzucker), Hypoglykämie (Unterzucker), die diabetische Ketoazidose und im schlimmsten Fall das ketoazidotisches Koma, besser bekannt als diabetisches Koma.

Dabei tritt laut gesundheit.gv.at eine Unterzuckerung v. a. bei Patienten mit Typ-1-Diabetes auf. Doch kann die Hypoglykämie auch bei Menschen mit Diabetes Typ 2 vorkommen, die mit Insulin oder insulinotropen Medikamenten behandelt werden, wenn z. B. zu viel Insulin gespritzt oder auch besonders intensiv Sport betrieben wird.

Alkohol kann zur Unterzuckerung führen

Auch das Konsumieren von Alkohol in großen Mengen kann zu einer Unterzuckerung führen, denn Alkohol hemmt die Neubildung von Zucker in der Leber. Fällt der Blutzucker dann stark ab, wird das Gehirn nicht mehr mit genug Energie versorgt. Behandelt werden kann eine Hypoglykämie laut diabetes-austria.com durch das Zuführen kohlenhydrathaltiger Lebensmittel wie etwa Traubenzucker oder Säfte.

Bemerkbar macht sich eine Unterzuckerung durch Schwitzen, Hungergefühl, Herzjagen und Unruhe. Vorbeugen kann man einer Unterzuckerung, indem man regelmäßig den Blutzucker misst, mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nimmt, wenig Alkohol trinkt, die Insulindosis vor dem Sport anpasst sowie u. U. auch nachts den Blutzucker misst.

Gründe für eine Überzuckerung

Eine Hyperglykämie, also eine Überzuckerung, entsteht häufig durch zu niedrig dosiertes Insulin, Infekte, oder Stress. Auch zu viel und falsches Essen oder das Weglassen von Insulin kann zu einer Überzuckerung führen. Behandelt werden kann diese Stoffwechselentgleisung durch eine zusätzliche Dosis Insulin.

Erkennen kann man eine Hyperglykämie an Kraftlosigkeit, Müdigkeit, Niedergeschlagenheit, vermehrtem Durst, trockenem Mund und vermehrtem Wasserlassen. Bei diabetischer Ketoazidose kommt es zudem zu Übelkeit und Erbrechen, Verwirrung, tiefer Atmung mit Azetongeruch bis hin zur Bewusstlosigkeit. Betroffene können einer Überzuckerung entgegenwirken, indem sie Stress und Aufregung vermeiden, sich regelmäßig bewegen, auf die Ernährung achten und den Blutzucker regelmäßig messen.

Bei Ketoazidose besteht Lebensgefahr

Der stark erhöhte Blutzuckerspiegel ist auch Auslöser für eine diabetische Ketoazidose. In diesem Fall muss eine Behandlung durch den Arzt erfolgen. Die diabetische Ketoazidose tritt oft in Verbindung mit akuten Infektionen auf. Aber auch zu niedrig dosierte Insulininjektionen oder Probleme bei der Therapie mit der Insulinpumpe können Auslöser für eine Ketoazidose sein.

Im Falle einer Ketoazidose ist sofort der Notarzt zu rufen, da akute Lebensgefahr besteht. Vermeiden kann man den Ernstfall, indem man regelmäßig den Blutzucker kontrolliert, besonders während eines Infekts, und die Insulinzufuhr entsprechend anpasst. Zudem kann der Ketongehalt im Harn mit einem Teststreifen bestimmt werden.

Verhalten im Notfall

Unterzuckerung: Zu erkennen ist eine Hypoglykämie an blasser Haut, Schweißausbrüchen, Zittern, Pulsrasen, Unruhe, Sehstörungen, Schwindelgefühlen sowie unangemessenem oder aggressivem Verhalten. Sofortmaßnahmen sind die Gabe von Zucker, sofern die betroffene Person bei Bewusstsein ist.

Überzuckerung: Eine Hyperglykämie erkennt man an starkem Durst, verstärkter Atmung, Bauchschmerzen, Erbrechen, Hautjucken, Benommenheit, häufigem Wasserlassen, beschleunigtem Puls, taumelndem Gang und an nach Azeton riechendem Atem. Als Sofortmaßnahme sollte Insulin gespritzt werden. Ebenso sollte der Arzt informiert, viel Wasser getrunken und körperliche Anstrengung vermieden werden. Darüber hinaus sollte der Blutzucker alle zwei Stunden kontrolliert werden. Bei Erbrechen ist der Betroffene sofort ins Krankenhaus zu bringen.

Bewusstlosigkeit: Ist der Betroffene aufgrund einer Hyper- oder Hypoglykämie bewusstlos, ist der Notarzt zu informieren. Bis zu dessen Eintreffen sollten Atmung und Herzschlag kontrolliert, beengende Kleidung geöffnet und für frische Luft gesorgt werden. Wichtig ist auch, den Betroffenen in die stabile Seitenlage zu bringen.

Quelle: Befund Diabetes Österreich 1/2018

23.08.18