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Stufentherapie beim chronischen Handekzem

Rissige und trockene Haut, Bläschen, die sich öffnen und nässen, entzündete, schuppende Hautstellen, Einrisse und Schmerzen bei ganz alltäglichen Verrichtungen – diese Merkmale kennzeichnen das chronische Handekzem. Für die Diagnose reicht i. d. R. bereits eines der Symptome.

In vielen Fällen ist das chronische Handekzem die Folge von beruflichen Belastungen. So sind etwa Friseure, Bäcker, Fliesenleger, Maler und Reinigungskräfte besonders häufig betroffen, weil sie mit Stoffen arbeiten, die die Haut der Hände reizt. Das chronische Handekzem wird daher oft auch als Berufskrankheit anerkannt. Unbehandelt kann es dazu führen, dass Betroffene ihren Beruf nicht länger ausüben können. Aus diesem Grund ist es wichtig, bei Bedarf den Arzt aufzusuchen.

Stoffe, die die Hände reizen

Zu den Substanzen, die bei häufigem Kontakt die Entstehung eines chronischen Handekzems begünstigen, gehören u. a. Mehl, Chemikalien, Reinigungsmittel, Konservierungsstoffe, Farben, Klebstoffe, Zement, aber auch Metalle und Latex- oder Gummihandschuhe, werden diese täglich über einen längeren Zeitraum getragen. Denn in Gummihandschuhen sammelt sich Schweiß, weicht die Hände auf und macht sie dadurch anfälliger für Hautveränderungen. In manchen Fällen gesellt sich eine Kontaktallergie zu den Hautveränderungen hinzu, die Beschwerden verstärkt. Nach einiger Zeit fällt es vielen Betroffenen schwer, berufliche und andere Tätigkeiten ohne Schmerzen auszuüben.

Schnelle Behandlung erforderlich

Schmerzende Hände erschweren es Betroffenen, ihr gewohntes Leben weiterzuführen. Da sich das chronische Handekzem nicht von selbst zurückbildet. Wenn die auslösenden Faktoren bestehen bleiben, sollten Betroffene rasch zum Arzt gehen, damit dieser eine Therapie einleiten kann und sich die Beschwerden nicht weiter verschlimmern. Die Behandlung des chronischen Handekzems fußt i. d. R. auf mehreren Säulen. Zunächst müssen auslösende Faktoren gemieden werden. Das bedeutet u. U., dass Betroffene ihren Beruf für einige Zeit nicht ausüben können. In manchen Fällen reicht es jedoch bereits aus, Schutzvorkehrungen zu treffen, um Auslöser des chronischen Handekzems zu meiden. In anderen Fällen können Betroffene ihrer Arbeit zwar nachgehen, müssen bestimmte Tätigkeiten jedoch Kollegen überlassen.

Die Behandlung selbst erfolgt als Stufentherapie, abhängig vom Schweregrad des chronischen Handekzems. Die Therapien der einzelnen Stufen werden in schweren Fällen miteinander kombiniert, in leichteren Fällen reichen u. U. die Basistherapie sowie die Behandlung der ersten Stufe aus.

  • Grundlage der Behandlung bildet die sog. Basistherapie. Die Hände werden mehrfach täglich mit rückfettenden Cremes und Salben eingerieben, die keine Duft- oder Konservierungsstoffe enthalten. Zum Schutz der Hände können Betroffene zudem Baumwollhandschuhe tragen, sie sollten jedoch aufpassen, dass sich in den Handschuhen kein Schweißfilm bildet, der die Haut aufweicht.
  • In Stufe 1 der Therapie werden auf die betroffenen Hautstellen Cremes oder Salben aufgetragen, die eine entzündungshemmende Wirkung besitzen und bei Bedarf auch den Juckreiz reduzieren. Besonders häufig verordnen Ärzte harnstoff- oder salizylhaltige Salben.
  • Stufe 2 der Behandlung ist für Patienten mit einem mittelschweren chronischen Handekzem geeignet. Hier kommen glukortikoidhaltige Salben für die Hände zum Einsatz, die den Entzündungen entgegenwirken. Auch Salben mit Calcineurininhibitoren verordnet der Arzt im Bedarfsfall. Zudem kommt u. U. eine PUVA-Therapie infrage, bei der die Hände mit dem Wirkstoff Psoralen behandelt werden, der die Haut lichtempfindlich macht. Im Anschluss werden die Hände mit UV-A-Licht bestrahlt.
  • In Stufe 3 wird das chronische Handekzem auch systemisch behandelt, d. h. Betroffene erhalten Medikamente, die sich auf die Tätigkeit des Immunsystems auswirken und auf diese Weise die Hautbeschwerden lindern. Zu den ebenfalls verordneten Mitteln gehören Glukokortikoide sowie Ciclosporin.

Bei der Behandlung des chronischen Handekzems ist es wichtig, sich gewissenhaft an die verordnete Therapie zu halten, vor allem aber auch, sich nicht durch den Druck des Arbeitgebers oder der Kollegen zu Tätigkeiten verleiten zu lassen, die der Arzt vorläufig untersagt hat.

Quelle: allergikus 2/2018

28.01.19