- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Krebs - Krebs allgemein - Nebenwirkungen|Folgen der Therapie - Supportivtherapie lindert Nebenwirkungen

Supportivtherapie lindert Nebenwirkungen

Die Krebsbehandlung wird immer individueller, neue Therapiekonzepte erhöhen die Heilungschancen. Leider können Nebenwirkungen nicht vermieden werden.

Patienten leiden z. B. unter Übelkeit, Erbrechen, Nervenschäden, Taubheitsgefühle in Fingern und Zehen oder Haarausfall. Diese Nebenwirkungen können die Lebensqualität erheblich einschränken.

Die Supportivtherapie zielt darauf ab, die durch Erkrankung und Therapie entstandenen Einschränkungen so gut wie möglich abzumildern. Hier ermöglicht eine Supportivtherapie unter Umständen die Behandlung, wenn diese ohne unterstützende Maßnahmen aufgrund der Nebenwirkungen und Komplikationen abgebrochen werden müsste. Die Grunderkrankung selbst, also der Krebs, kann mit Maßnahmen der Supportivtherapie nicht behandelt werden.

Welche Maßnahmen die Nebenwirkungen einzelner Therapien am besten lindern und damit das Allgemeinbefinden der Betroffenen verbessern können, ist in der S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“ zusammengefasst. Über 80 Experten haben rund vier Jahre an der Erstellung dieser Leitlinie gearbeitet, die den behandelnden Ärzten und den Patientinnen eine Hilfestellung sein soll.

Unterstützende Maßnahmen

Patienten sollten ihren Arzt deshalb auch gezielt nach möglichen unterstützenden Maßnahmen fragen. Gegen Haarausfall bei einer Chemotherapie können unter Umständen spezielle Kühlkappen eingesetzt werden. Hautschäden bei einer Bestrahlung werden mit einer guten Hautpflege bestmöglich verhindert. Gleiches gilt für Hautausschläge (Exanthem) oder das Hand-Fuß-Syndrom. Die Pflege mit harnstoffhaltigen Cremes und pH-neutralen Duschölen kann das Auftreten verhindern oder die Beschwerden abmildern. Auch mechanische Reize, wie enge Kleidung oder enge Schuhe, sowie Sonneneinstrahlung sollten vermieden werden.

Einer Mundschleimhautentzündung, die während einer Chemotherapie auftreten kann, wird bestmöglich durch eine gute Mundhygiene vorgebeugt. Die Zähne sollten nach jeder Mahlzeit mit einer weichen Zahnbürste (unter Umständen zusätzlich mit einer Munddusche) gereinigt werden. Außerdem sollten Betroffene lieber häufiger essen, dafür aber kleine Mahlzeiten. Weiche und flüssige Kost ist besonders geeignet.

Bei Nervenschädigungen (Polyneuropathien), die durch eine Chemotherapie entstehen können, empfiehlt die Leitlinie ein regelmäßiges Funktionstraining. Außerdem sollte vor Beginn der Therapie eine neurologische Untersuchung durchgeführt werden, die dann im Verlauf der Therapie wiederholt wird. So können Nervenschäden erfasst werden. Eine medikamentöse Prophylaxe der chemotherapie-induzierten Polyneuropathie gibt es bisher nicht.

Quelle: Leben? Leben! 1/2019

15.07.19

Nebenwirkungen|Folgen der Therapie