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Therapie von Besenreiser

Medizinisch ist eine Therapie von Besenreiser nicht erforderlich. Es handelt sich um ein kosmetisches Problem, das i. d. R. keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zur Folge hat. Allerdings werden Besenreiser von den meisten Betroffenen als großes ästhetisches Problem angesehen, das die Lebensqualität mehr oder weniger stark einschränkt.

Auch wenn Krankenkassen nicht für eine Therapie aufkommen, da medizinisch keine Notwendigkeit für eine Therapie besteht, so können die störenden Äderchen dennoch entfernt werden. Standard bei der Therapie von Besenreisern sind im Wesentlichen drei Methoden:

  • die Verödung
  • die Lichtbehandlung
  • die elektroakustische Therapie

Verödung von Besenreisern

In der medizinischen Fachsprache wird eine Verödung als Sklerosierung bezeichnet. Um Gefäße wie die Besenreiser veröden zu können, wird in der sogenannten Sklerosierungstherapie gezielt Sklerosierungsmittel in die störenden Äderchen eingespritzt. Das Mittel verursacht eine chemische Schädigung der Gefäßinnenwand (Endothel) oder der gesamten Gefäßwand. Dies führt zur Ausbildung eines kleinen Thrombus (Blutpfropf) und einer Entzündungsreaktion an der Gefäßwand.

Nach einiger Zeit wandelt sich in Folge dessen das Gefäß in Bindegewebe um. Im Gegensatz zu den ursprünglichen Mini-Krampfadern ist das Bindegewebe nicht durch die Haut sichtbar und die Besenreiser sind verschwunden.

Im Falle der kleinen Gefäße, die die Besenreiser ausbilden, wird von einer Mikrosklerosierung gesprochen, die ambulant und schnittfrei durchgeführt werden kann. Eine örtliche Betäubung wird in der Regel nicht durchgeführt, da das Verfahren nahezu schmerzfrei ist. Meistens sind mehrere Behandlungen notwendig, dann können Besserungen der Problematik von 80 bis 90 % erzielt werden. Auch wenn die Sklerosierung als risikoarme Behandlungsmethode gilt, so können dennoch, wenn auch eher selten, Nebenwirkungen auftreten. Dies sind:

  • die Entstehung langsam heilender Hautgeschwüre bei einer Einspritzung des Sklerosierungsmittels ins umliegende Gewebe
  • allergische Reaktion auf das Sklerosierungsmittel
  • Kollaps durch den Einspritzschmerz oder starke Aufregung
  • Nervenschädigungen kleinerer Hautnerven
  • Neubildung von Äderchen im Behandlungsareal
  • starke Beinvenenthrombose (stärkere Thrombose als durch die Behandlung erwünscht)
  • Hautveränderungen
  • Einspritzschmerzen

Bei Besenreisern gilt die Mikrosklerosierung als Therapie der Wahl, bei bestimmten Formen können jedoch mit einer Lichtbehandlung ähnlich gute Ergebnisse erzielt werden.

Lichtbehandlung bei Besenreiser

Zur Lichtbehandlung können eine Reihe verschiedener Laser- und Blitzlampengeräte eingesetzt werden, mit denen Besenreiser gezielt unter örtlicher Betäubung verdampft werden können. Das Spektrum reicht von Argonlasern über Diodenlaser, Farbstofflaser, Nd-Yag Laser und Blitzlampen bis hin zu IPL-Geräte. Während mit solchen Verfahren bei einer Couperose gute Ergebnisse erzielt werden, ist der Therapieerfolg an den Beinen schlechter. Der Einsatz einer Lichtbehandlung ist in erster Linie bei sehr kleinen Besenreiser gegeben.

Die Gefäße der Besenreiser können sehr unterschiedlich sein, was die Lage, Wandstärke, den Durchmesser und den Sauerstoffgehalt angeht. Das generelle Problem einer Lichtbehandlung im Vergleich zur Verödung ist, dass diese Parameter für die Auswahl der Lichttherapie entscheidend sind. Nicht alle Besenreiser sind für eine Therapieform gleich gut geeignet, denn die Standardbesenreiser, auf die die Behandlung abgestimmt ist, gibt es in der Realität nicht.

Ob eine Lichtbehandlung als Alternative zur Verödung eingesetzt werden kann und welche Therapie im individuellen Fall die Geeignete ist, muss von einem erfahrenen Dermatologen entschieden werden. Lichtbehandlungen können zeitaufwendig und schmerzhaft sein, es besteht das Risiko von Verletzungen mit Narbenbildungen und Hautveränderungen.

Elektroakustische Therapie bei Besenreiser

Eine weitere Möglichkeit zur Entfernung von Besenreiser ist der Einsatz einer elektroakustischen Therapie. Dabei werden Schwachstromgeräte eingesetzt, an denen sich zum gezielten Einsatz eine Kugel oder Nadel befindet. Die betroffenen Blutgefäße werden unter örtlicher Betäubung Punkt für Punkt behandelt, indem sie durch von Schwachstrom erzeugte Hitze zerstört werden. Der Kontakt dauert nur wenige Zehntelsekunden, die Wirkung ist stark lokal begrenzt, sodass jedes Gefäß an mehreren Stellen behandelt werden muss. Deshalb ist das Verfahren generell nur für kleine Besenreiser anwendbar. Die elektroakustische Therapie ist schmerzhaft und kann zu einer Narbenbildung führen.

Behandlungserfolg

Für die Verödung von Besenreiser ist bekannt, dass die Therapie im Regelfall eine Besserung von 80 bis 90 % bringt. Unabhängig davon, welches Verfahren eingesetzt wird, um die störenden Äderchen loszuwerden, besteht jedoch vor allem bei einer erblichen Veranlagung für eine Bindegewebsschwäche immer das Risiko einer Neubildung. Man kann jedoch selbst etwas gegen die Besenreiser tun:

  • Bewegung durch Sport wie Joggen, Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking, da jedes Training der Wadenmuskulatur die Venenfunktion unterstützt
  • Kneippanwendungen wie Wechselduschen
  • gesunde Ernährung
  • kein übermäßiger Alkoholgenuss und Rauchen, da sich beides schädigend auf die Gefäße auswirkt
  • eine starke Erweiterung der Blutgefäße an den Beinen vermeiden, die durch zu heiße Bäder, lange Sonnenbestrahlung oder lange Saunagänge ausgelöst wird

Lydia Köper

11.02.15

Therapie