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Therapie von Psoriasis

Zur Therapie von Psoriasis (Schuppenflechte) stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Diese lassen sich grob in äußerliche (topische) und innerliche (systemische) Therapie der Psoriasis unterteilen. Während die systemische Therapie nur wenige Differenzierungsmöglichkeiten zulässt, ist die Auswahl bei den äußeren Therapien deutlich breiter gesteckt. Häufig besteht eine erfolgversprechende Therapie bei Psoriasis aus einer Kombination unterschiedlicher Behandlungsmöglichkeiten.

Welche Behandlungsmethoden infrage kommen, hängt dabei von zahlreichen Faktoren ab. Zum einen von der Form der Psoriasis, aber auch vom Schweregrad, Alter und Geschlecht des Patienten. In der Regel kann die Therapie von Psoriasis dabei in drei Phasen unterteilt werden. In Phase eins wird versucht, die Psoriasis mit Salben und Cremes in den Griff zu bekommen. Erzielen diese nicht die gewünschte Wirkung, folgt die zweite Phase mit Lichttherapie und Badetherapie, um die Salbentherapie zu unterstützen bzw. zu ergänzen.

Manchmal erzielen alle bislang angewandten äußerlichen Therapien und Kombinationen nicht den gewünschten Effekt, woraufhin die Phase drei folgt – die medikamentöse Therapie. Ziel jeder Therapie ist eine weitere Verdickung und Entzündung der betroffenen Hautareale zu verhindern – Psoriasis ist nicht heilbar.

Basistherapie bei Psoriasis

Basistherapie – das ist die tägliche Pflege der Haut mit Cremes, Salben oder Lotionen, die keine medizinischen Wirkstoffe enthalten, sondern der trockenen Haut Feuchtigkeit zuführen sollen. Auf diese Weise stärken die Basistherapeutika die natürliche Hautbarriere und schützen vor dem Eindringen von Krankheitserregern, die etwa zur Entstehung von Entzündungen beitragen können. Je trockener die Haut ist, umso fettreicher darf die Salbe oder Creme sein, die auf die Haut aufgetragen wird. Für sehr trockene Haut empfiehlt sich eine Wasser-in-Öl-Emulsion, die möglichst frei von Duft- und Konservierungsstoffen sein sollte. Bei Entzündungen und nässenden Wunden gilt hingegen die Regel „feucht auf feucht“. D. h., als Basistherapeutikum eignen sich Öl-in-Wasser-Emulsionen, die eine leicht abtrocknende Wirkung haben. Bei Bedarf kann einer Salbe oder einer Creme auch Harnstoff hinzugefügt werden, der trockene Haut geschmeidiger macht. Bei nässender Haut oder bei Entzündungen sollte darauf verzichtet werden, denn u. U. kann der Harnstoff die Haut weiter reizen. Salicylsäure im Basistherapeutikum hilft bei der Ablösung von Hautschuppen und wirkt Entzündungen entgegen. Für Kinder sollte das Basistherapeutikum Salicylsäure nur nach Absprache mit dem Arzt enthalten.

Als alleinige Therapie ist die Basistherapie i. d. R. nicht geeignet. Sie sollte deshalb mit allen anderen Therapiemethoden kombiniert werden, denn die Haut braucht bei Schuppenflechte zusätzlich Feuchtigkeit.

Topische Therapie

Zu den Wirkstoffen, die zur äußerlichen Behandlung der Haut eingesetzt werden, also für die topische Therapie bei Psoriasis, gehören zunächst i. d. R. die sog. Kortikoide. Cremes mit Kortikoiden muss bei Psoriasis stets der Arzt verordnen, denn er muss festlegen, wie stark das Kortikoid wirken sollte. Es gibt Kortikoide in den Wirkstoffklassen I (schwach) bis IV (sehr stark), die u. a. abhängig von der Schwere der Hautveränderungen zum Einsatz kommen. Meistens reicht es aus, betroffene Hautstellen einmal täglich mit der kortikoidhaltigen Salbe oder Creme zu behandeln, jedoch ist natürlich immer die Dosierungsempfehlung des Arztes maßgeblich. Allzu lange sollte die alleinige Therapie mit Kortikoiden jedoch nicht durchgeführt werden, denn auf Dauer können sie z. B. Hautveränderungen nach sich ziehen. Werden Kortikoide abgesetzt, muss die Dosis ganz allmählich reduziert, sprich ausgeschlichen werden. Die topische Therapie kann jedoch auch kombiniert mit anderen Wirkstoffen wie Vitamin-D-Analoga oder UV-Licht weitergeführt werden, um Nebenwirkungen zu begrenzen und die Wirkung weiter zu verbessern.

Vitamin-D-Analoga in Salben oder Cremes sind oft ebenfalls wirksam (die Wirkung tritt meist nach ein bis zwei Wochen ein), können i. d. R. jedoch länger eingesetzt werden als Kortikoide. Auch sie können mit UV-Licht kombiniert werden. Manche der verwendeten Wirkstoffe dürfen jedoch nur auf einen bestimmten Prozentsatz der Hautfläche aufgetragen werden, weil sich sonst unerwünschte Wirkungen (z. B. eine erhöhte Kalziumaufnahme über den Darm) zeigen können.

Neben den Vitamin-D-Analoga und den Kortikoiden kommen zur topischen Therapie noch Dithranol, Teer-Präparate und Calcineurin-Inhibitoren infrage. Bei einer leichten bis mittelschweren Psoriasis kommt Dithranol hauptsächlich in der stationären Behandlung der Krankheit zum Einsatz, da es bei der Verwendung dieses Wirkstoffs zu Braunverfärbungen der Wäsche kommen kann. Auch kann die Haut nach der Verwendung jucken und brennen. Steinkohlenteer wird nur noch selten zur topischen Therapie genutzt, weil nicht endgültig geklärt ist, ob er u. U. eine krebserregende Wirkung haben kann. Calcineurin-Inhibitoren können nur im Einzelfall eingesetzt werden, da sie bislang nicht für die Behandlung der Psoriasis zugelassen sind.

Phototherapie bei Psoriasis

Bei der Phototherapie bei Psoriasis wird die Haut entweder mit UVA- oder UVB-Licht bestrahlt. Eine solche Therapie mit UV-Strahlen wird stets in der Hautarztpraxis durchgeführt, da die Strahlung richtig dosiert werden muss, um der Haut keinen Schaden zuzufügen. Die UVB-Lichttherapie kann mit einer Behandlung, bei der der Patient in Sole badet, kombiniert werden (Balneophototherapie bei Psoriasis). UVA-Strahlen werden i. d. R. gemeinsam mit Psoralenen eingesetzt, die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen, weshalb diese Therapie auch PUVA (Psoralen und UVA-Licht) genannt wird. Das Psoralen kann dem Körper entweder als Badezusatz, als Creme oder als Tablette zugeführt werden. Die UVB-Lichttherapie sowie die PUVA sorgen i. d. R. dafür, dass von Psoriasis betroffene Hautstellen abheilen. Diese Phototherapien können ggf. mit einer systemischen Therapie (außer mit der Gabe von Ciclosporin), aber auch mit einer topischen Therapie kombiniert werden und u. U. auch nicht mit anderen Immunsupressiva kombiniert werden. Ebenfalls darf die Phototherapie nicht mit Calcineurin-Inhibitoren kombiniert werden. Medikamente, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen (z. B. Johanniskraut), dürfen während der Phototherapie nicht genommen werden, außerdem dürfen die Patienten ihre Haut nicht noch zusätzlich der Sonne aussetzen. Für Menschen mit erhöhtem Hautkrebsrisiko ist die Fototherapie im Allgemeinen tabu.

Lasertherapie

Durch den Einsatz sogenannter Eximer-Laser ist es möglich, die UVB-Therapie auf die befallenen Hautareale zu beschränken. Ein gezielter Einsatz auf den Herden unter Aussparung gesunder Hautareale ist hiermit möglich. Zum Einsatz kommt der Eximer-Laser mit einer Wellenlänge von 308 nm dabei vor allem bei kleinflächiger Psoriasis, sowie an Problemzonen, zum Beispiel Leisten, Achseln, oder im Analbereich.

Medikamentöse Therapie der Psoriasis

In manchen Fällen, vor allem bei schwerer Psoriasis, reichen lokale äußerliche Therapien nicht aus, um eine Besserung zu erzielen. Bei diesen Patienten kommt eine systemische Therapie bei Psoriasis zum Einsatz, das heißt, die Psoriasis wird von innen, durch entsprechende Medikamente bekämpft.

Konventionelle Medikamente

Zu den konventionellen Medikamenten gehört beispielsweise Ciclosporin. Ein das Immunsystem unterdrückendes Medikament, das in Deutschland seit mehr als 20 Jahren zur Kurzzeit- bzw. Intervalltherapie bei schwerer Psoriasis vulgaris zum Einsatz kommt. Auch Fumarsäureester ist bereits lange auf dem Markt und durch ihr günstiges Nutzen-Risiko-Profil besonders für die Langzeittherapie der Psoriasis geeignet. Noch älter sind Methotrexat und Retinoide als Wirkstoffe zur Therapie bei Psoriasis. Erstere sind vor allem bei Gelenkbeteiligung wirksam, letztere werden hauptsächlich bei pustulöser und stark verhornender Psoriasis an Händen und Füßen eingesetzt.

Biologika bei Psoriasis

Die neue Generation der systemischen Therapie von Psoriasis bedient sich gentechnisch hergestellter Medikamente. Dafür werden sogenannte Biologika in der Therapie von Psoriasis eingesetzt. Sie greifen in das menschliche Immunsystem ein und blockieren die entzündungsauslösenden Botenstoffe. Im Gegensatz zu den herkömmlich eingesetzten Medikamenten bei Psoriasis wirken sie in der Regel sehr schnell, können aber meist nicht in Form von Tabletten verabreicht werden. Da es sich um Eiweiße handelt, würden sie durch die Magensäure zerstört werden und kommen somit in der Regel per Injektion in den Körper.

Judith Schomaker
allergikus 4/2015

03.02.16