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Therapie einer Thrombose

Bei der Therapie von Thrombosen gilt es, verschiedene Zielsetzungen zu verfolgen. Zunächst ist es von größter Bedeutung, die Loslösung des Thrombus und sein Abwandern in die Lunge zu vermeiden, um eine Lungenembolie zu verhindern. Dazu ist es wichtig, das weitere Wachstum eines Thrombus zu begrenzen, also den Thromboseprozess zu stoppen. In einigen Fällen muss auch der blockierte Blutfluss wiederhergestellt werden.

Als Fernziel sollte darauf geachtet werden, dass ein postthrombotisches Syndrom („offene Beine“) als Folgekrankheit möglichst verhindert wird. Auch eine Vermeidung von Thrombosen im Vorfeld von operativen Eingriffen sowie im Alltag muss bei der Therapie Berücksichtigung finden, vor allem, wenn der Patient zu Risikogruppen gehört. Zu diesen Zwecken stehen unterschiedliche Methoden zur Verfügung, zumeist genügt die medikamentöse Behandlung, jedoch auch Operationen sind eine Option. Auch eine Kompressionstherapie kann durch das Tragen von speziellen Verbänden oder Strümpfen bei einer Beinvenenthrombose helfen.

Medikamentöse Therapie bei einer Thrombose

Die medikamentöse Therapie von Thrombosen zielt hauptsächlich darauf ab, eine Vergrößerung des Thrombus zu verhindern – vor allem, um das Risiko für eine Lungenembolie zu senken. Hierbei ist zu beachten, dass eine medikamentöse Therapie maximal 10 Tage nach Entstehung des Thrombus begonnen werden kann, da sich der Thrombus dann zu einem bindegewebsartigen Gebilde umwandelt. Um ein Wachstum des Thrombus zu verhindern, werden sogenannte Blutgerinnungshemmer (Antikoagulantia) verabreicht.

Heparin bei der Therapie einer Thrombose

Als sofortige Maßnahme sind Heparinpräparate die Mittel der Wahl. Da sie nicht über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden können, müssen sie in jedem Fall injiziert werden. Heparine haben den Vorteil, dass sich ihre Wirkung sehr schnell entfaltet. Es sind unterschiedlich aufbereitete Heparine (niedermolekulare und unfraktionierte) erhältlich, welche verschiedene Gerinnungsfaktoren hemmen und deren Vor- und Nachteile jeweils abgewogen werden müssen. Heparine hindern die Thrombozyten in ihrer Bereitschaft sich anzulagern und können Thrombosen in der Entstehung verhindern, aber auch bereits bestehende Thromben in ihrem Ausmaß begrenzen. So kann es seltener zu Ablösungen und Teilablösungen des Thrombus und einer Wanderung in die Lungenarterie kommen.

Vitamin-K-Antagonisten

Zur längerfristigen Therapie mit Blutgerinnungshemmern wird meist auf Cumarinpräparate umgestellt. Diese Präparate wirken, indem sie das Vitamin K, welches die Blutgerinnung unterstützt, hemmen (Vitamin-K-Antagonisten). Da hier eine Einnahme als Tablette möglich ist, eignen sich diese Präparate auch aus Gründen der Bequemlichkeit für den Patienten sowohl für eine Langzeitbehandlung als auch zur Vorbeugung. Die Wirkung der Cumarine setzt jedoch verzögert ein, sodass diese im akuten Fall erst nach einer Initialbehandlung mit dem sofort wirksamen Heparin angewendet werden. Da die Blutgerinnungshemmer eine allgemein erhöhte Blutungsneigung zur Folge haben, müssen die Blutwerte regelmäßig kontrolliert werden.

Thrombolyse als Therapie bei einer Thrombose

Eine Thrombolyse kann durchgeführt werden, wenn bereits eine Lungenembolie diagnostiziert wurde oder durch kompletten arteriellen Verschluss ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt droht. Sie bietet sich auch als Notfallmaßnahme im Rahmen der Frühbehandlung eines Herzinfarktes an. Bei der Thrombolyse werden Medikamente verabreicht, welche körpereigene Stoffe aktivieren, die eine Auflösung des Fibrins bewirken, welches ein Bestandteil von Blutgerinnseln ist. Der Thrombus löst sich innerhalb kurzer Zeit auf und das Blut kann ungehindert fließen. Da durch diese Medikamente, die Fibrinolytika, die Blutgerinnung praktisch unterbunden wird, kann es zu gefährlichen Nebenwirkungen kommen. Als schwerwiegendste Komplikation können Hirnblutungen auftreten. Aus diesem Grunde darf eine Thrombolysetherapie nur nach gründlicher Risiko-Nutzen-Analyse angewendet werden.

Operative Verfahren bei einer Thrombose

In seltenen Fällen, insbesondere wenn die vorangegangen Maßnahmen nicht erfolgreich waren, oder auch die Funktion wichtiger Organe des Patienten bedroht sind, kann ein operativer Eingriff erwogen werden. Hierbei wird ein sogenannter Cava-Filter in die Hohlvene eingesetzt, so soll ein Wandern des Blutgerinnsels in die Lunge verhindert werden. Jede Operation birgt Risiken, daher ist auch hier der Nutzen gründlich abzuwägen. Auftretende Komplkationen können tiefe Beinvenenthrombosen sein, sodass dieser Eingriff i. d. R. nur bei Patienten mit einem hohen Risiko für eine Lungenembolie vorgenommen wird.

Vorbeugung einer Thrombose

Da Thromboseerkrankungen dazu neigen, wiederholt aufzutreten, ist vor allem bei geheilten Patienten eine zumeist lebenslange Prophylaxe nötig. Auch bestimmte Risikogruppen wie z. B. Patienten mit künstlichen Herzklappen sollten einer Thrombose durch die Einnahme von Blutgerinnungshemmern vorbeugen. Zur langfristigen Blutgerinnungshemmung werden zumeist Vitamin-K-Antagonisten verwendet.

Im Falle einer tiefen Beinvenenthrombose können Kompressionsstrümpfe den Blutfluss unterstützen. Das Tragen von Kompressionsstrümpfen sowie Bewegung (Gehen) können auch das Risiko eines postthrombotischen Syndroms als Spätfolge einer Thrombose verringern. Zur Vorbeugung von Thrombosen im Alltag und ohne Vorerkrankungen können viel Bewegung, reichliche Flüssigkeitsaufnahme und das Vermeiden von langem Sitzen und Stehen hilfreich sein.

Nicole Breuer

16.12.14

Therapie